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Motivation durch dein nachhaltiges Lieblingsshirt von ConvenientStyle

INTERVIEW | Das Startup ConvenientStyle möchte mit seinen Shirts und Hoodies aus Biobaumwolle Motivation schenken und zur nachhaltigen Modebranche beitragen.

INTERVIEW | Das Startup ConvenientStyle möchte mit seinen Shirts und Hoodies aus Biobaumwolle Motivation schenken und zur nachhaltigen Modebranche beitragen.

08.02.2022 | Ein Interview geführt von Deborah Iber | Bild: ConvenientStyle


Manchmal ist es schwierig, sich für bestimmte Dinge zu motivieren, wie für Sport oder Lernen. Motivation können äußere Reize bringen – zum Beispiel auch ein bestimmtes Kleidungsstück. Diese Idee verfolgt Toni Jehle, der Gründer von ConvenientStyle. Er möchte mit seinen T-Shirts und Hoodies eine Message verbreiten und jeder*m dabei helfen, über sich hinauszuwachsen. Außerdem möchte er einen Beitrag zur nachhaltigeren Modewelt leisten und setzt daher auf ökologische Materialien und faire Herstellungsprozesse. Mehr dazu erzählt er dir selbst im Interview.

Nachhaltige-mode: Toni, ConvenientStyle ist aus deiner Passion für Sport und neue Impulse entstanden. Was hat dich dazu bewegt, eine nachhaltige Modemarke zu gründen?

Toni: Das hängt tatsächlich damit zusammen, dass ich selbst gerne meine Grenzen auslote und mich ständig weiterentwickeln will. Ich habe schon lange ein Faible für das Thema Motivation und wie ich meine persönlichen Ziele erreichen kann. Bei der Gründung des Unternehmens war ich gerade in einer allgemeinen Aufbruchsstimmung: ich hatte gerade einen Jobwechsel hinter mir und habe mich nochmal für ein Aufbaustudium entschieden. Auf der anderen Seite wollte ich schon immer mal etwas Eigenes aufbauen. Das war quasi die Geburtsstunde von ConvenientStyle – obwohl der Name erst später kam.

Warum es gerade eine Modemarke werden sollte, kam dann letztlich ein Stück weit durch meine Vorliebe für T-Shirts (wer mag keine Shirts :-)) und meine eigenen Erfahrungen damit, wie ich mich selber motiviere. Und dass mein Business nachhaltig sein sollte, stand eigentlich außer Frage. Ich habe selber Familie und möchte meinen Kindern eine saubere Zukunft hinterlassen.


Toni Jehle, Gründer von ConvenientStyle (Bild: ConvenientStyle).

Mit ConvenientStyle möchtest du den Träger*innen Motivation schenken, über sich hinaus zu wachsen. Wie transportierst du diese Message durch die Kleidung?

Das hängt mit dem so genannten Priming-Effekt zusammen, der beschreibt, wie wir auf bestimmte äußere Reize mit Reaktionen oder Assoziationen reagieren. Das geschieht in der Regel völlig unbewusst und wir werden täglich, beispielsweise in der Werbung, damit konfrontiert. In unserem Fall mit der Kleidung ist es so, dass wir mit unseren Designs den/die Träger*in der Kleidung positiv stimmen und motivieren möchten, quasi „primen“. Wenn wir bestimmte Kleidung tragen, dann hat das Einfluss auf unser Auftreten und unsere Wirkung – sowohl auf andere, wie auch auf uns selbst. Wenn wir jetzt beispielsweise beim morgendlichen Joggen oder generell beim Sport immer ein besonderes Shirt (können natürlich auch mehrere sein) tragen, verbindet unser Unterbewusstsein mit dieser Art Kleidung das Workout. Wenn du nun mal absolut keinen Bock auf Sport hast, dann kann alleine schon das Anziehen dieser Kleidung dazu beitragen, dass du mehr Motivation bekommst und dich dann doch zu deinem Workout aufraffst. Es gibt dazu viele interessante Studien, die diesen Effekt beschreiben oder du liest den Beitrag zum Priming-Effekt auf unserem Blog. 

Ihr arbeitet mit Stanley and Stella als Hersteller zusammen. Was zeichnet diesen in Sachen Fairness und Umweltschutz aus und wo genau werden eure Kollektionen produziert?

Die Modeindustrie ist ein schmutziges Geschäft, getrieben von Umsatzzahlen und Gewinn. Mit dem Ziel immer schneller und billiger neue Kollektionen auf den Markt zu werfen, werden Unmengen an Kleidung jährlich produziert. Die weltweite Kleidungsproduktion hat sich seit 2015 verdoppelt! Dadurch produziert die Modeindustrie jährlich mehr CO2 als der weltweite Flug- und Schiffsverkehr zusammen. Produziert wird im Akkord in Billiglohnländern und unter schlechten Arbeitsbedingungen. Teilweise kosten T-Shirts heute genauso viel wie ein Cappuccino. Das Ganze ist ein Teufelskreis — wo viel gekauft wird, wird auch viel weggeworfen. Rund 1 Mio. Tonnen Altkleider pro Jahr fallen mittlerweile an. Teilweise bekommen diese Kleidungsstücke im Secondhand eine zweite Chance. Das Problem aber ist die immer schlechtere Qualität der Kleidung. Mehr als 70% unserer Kleidung enthält mittlerweile billige Synthetikfasern, vor allem Polyester, weil es unschlagbar günstig ist. Ein sehr großer Teil der Altkleider kann dadurch nicht wieder verkauft werden und landet auf dem Müll – mehr dazu gibt es auch auf unserem Blog zu lesen.

Das wollen wir nicht unterstützen und haben daher zu Beginn intensiv nach Alternativen gesucht. Mit Stanley/Stella haben wir einen Hersteller gefunden, der qualitativ hochwertige Kleidungsstücke produziert und dabei auf nachhaltige Rohstoffe und faire Arbeitsbedingungen Wert legt. Uns war auch wichtig, dass es nicht bei leeren Worten und schönen Logos bleibt, sondern die tollen Versprechungen auch nachweislich von unabhängiger Seite bestätigt und regelmäßig überwacht werden. Genau das haben wir bei unserem Hersteller gefunden. So werden die Rohlinge für unsere Kleidung beinahe zu 100% in Bangladesh produziert. Die Arbeiter:innen werden für Ihre Arbeit angemessen bezahlt, damit sie ihre Familien auch davon ernähren können. Die Arbeitsbedingungen werden regelmäßig von der Fair Wear Foundation (FWF) auditiert und die Ergebnisse transparent in einem Nachhaltigkeitsbericht auf der offiziellen Seite von Fair Wear veröffentlicht.

Ein Shirt oder ein Hoodie von uns kostet zwar etwas mehr als ein Cappuccino, dafür kannst du es definitiv auch sehr viel länger als eine Saison tragen.

Das gesamte Interview mit weiteren Infos zu den Materialien, dem "Convenient"-Faktor und den Zukunftsplänen des Startups, findest du auf nachhaltige-mode.de.

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