Mit unseren mobilen Solarkraftwerken möchten wir zum ersten dezentralen Stromversorger in Afrika werden
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Mit unseren mobilen Solarkraftwerken möchten wir zum ersten dezentralen Stromversorger in Afrika werden

Das mobile Solarkraftwerk erzeugt Strom durch Sonnen- und Windenergie. Dadurch kann fast rund um die Uhr Strom erzeugt werden, auch wenn die Sonne mal nicht scheint.

Das mobile Solarkraftwerk erzeugt Strom durch Sonnen- und Windenergie. Dadurch kann fast rund um die Uhr Strom erzeugt werden, auch wenn die Sonne mal nicht scheint.

16.09.2015

UMWELTHAUPTSTADT.de: Christian, du bist nicht nur CEO bei social-startups.de sondern auch im Team der Mobile Solarkraftwerke Afrika und zeichnest dich dort mitverantwortlich für den PR-Bereich. Wer steckt hinter der Firma und was sind Eure Ziele?

CHRISTIAN DEITERS: Hinter unserem Unternehmen stecken verschiedene Social Entrepreneurs und Green-Tec-Experten, die Afrika verändern wollen. Geschäftsführer ist Charlie Njonmou. Außerdem sind im Team unter anderen auch Torsten Schreiber, Co-Gründer von bettervest und Thomas Festerling, der bei uns für das Projektmanagement zuständig ist. Mit unseren mobilen Solarkraftwerken möchten wir zum ersten dezentralen Stromversorger in Afrika werden und so die Abhängigkeit von Diesel als fossilem Brennstoff und Energieträger ablösen.

Wie funktioniert so ein mobiles Solarkraftwerk?

Im Prinzip ist das sehr einfach: Das mobile Solarkraftwerk erzeugt Strom durch Sonnen- und Windenergie. Dadurch können wir fast rund um die Uhr Strom erzeugen, auch wenn die Sonne mal nicht scheint. Im Container selbst ist alles vorhanden was es zur Steuerung und Speicherung der Energie braucht. Außerdem ist unser Solarkraftwerk extrem mobil – es lässt sich in nur 30 Minuten auf- oder abbauen.

Warum ist Afrika der richtige Kontinent für euer Produkt?

Afrika ist gleich aus mehreren Gründen ein optimaler Kontinent für das mobile Solarkraftwerk. Zum einen gibt es in vielen Teilen Afrikas keine richtige und konstante Stromversorgung – so auch in Mali.

Dort herrscht gerade mal eine Versorgung von 17 Prozent. Da der Strom dort ein knappes Gut ist, zählen die Energiepreise dort zu den höchsten der Welt. Zum anderen werden in Afrika noch sehr viele alte Dieselgeneratoren eingesetzt, die zum Teil sogar noch aus der Kolonialzeit stammen. Diese sind sehr laut und verpesten die Umwelt – sofern sie denn mal reibungslos laufen und nicht ausfallen.

Der Energiebedarf wird über die Jahre auch noch wachsen, sodass man diesen nicht nur mit unzuverlässigen und umweltverschmutzenden Dieselgeneratoren decken darf. Dorfgemeinschaften, Plantagen, Hilfsorganisationen und viele mehr können unser Solarkraftwerk einsetzen und erneuerbaren Strom schnell und ohne Aufwand produzieren, statt Diesel zu verbrennen.

Ein Container kostet über 100.000 Euro – wie läuft die Finanzierung? Die Bewohner in Afrika können eine Investition in dieser Größenordnung sicher nicht so einfach stemmen.

Um dieses Problem zu lösen, haben wir ein Mietkaufmodell entwickelt. Hier in Deutschland werden die mobilen Solarkraftwerke mittels Crowdfunding finanziert. So wie bei dem Pilotcontainer, den wir mit 107.700 Euro in nur 90 Stunden durchfinanziert haben. Die Dörfer in Afrika zahlen dann zunächst eine monatliche feste Rate in Höhe der Dieselpreise. Damit wird die Annuität der vorfinanzierten Solarkraftwerke gedeckt. Nach dem alle Kosten amortisiert sind, was so nach 7-10 Jahren passiert, kann das Dorf für weitere 10-15 Jahre kostenfrei Strom produzieren.

Wie ist der Stand des Pilotkraftwerks?

Nach der erfolgreichen Finanzierung wurde jetzt nach Mourdiah verschifft. Während der Container auf Reise war, hat das Team die Zeit genutzt und das Netz aufgebaut. Der Container ist auch schon auf der Zielgeraden und befindet sich im Aufbauprozess. Auf unser Facebook-Seite dokumentieren wir natürlich alles mit Bildern. Wir haben auch den Versand nach Afrika per Video dokumentiert.

Aktuell funded ihr den zweiten Container auf der Plattform Greenvesting. Was haben Anleger von einer Investition und wo wird der zweite Container eingesetzt?

Für den neuen Container werden mindestens 86.000 Euro benötigt – das Fundinglimit liegt bei 107.700 Euro. Anleger bekommen eine Jährliche Verzinsung von 9% über eine Laufzeit von 7 Jahren. Außerdem natürlich die Gewissheit, dass mit unserem Projekt den Menschen in Afrika geholfen wird. Denn durch eine erfolgreiche Finanzierung können wir dafür sorgen, dass Afrika nachhaltigen und konstanten Strom bekommt.

Eingesetzt wird der zweite Container im Dorf Konna in der Provinz Mopti im westafrikanischen Mali. Bisher wurden auch in Konna alte Dieselgeneratoren zur Stromproduktion eingesetzt. Die Steuerung und das Management des Projektes läuft wie bei dem ersten Container von Deutschland aus – deutschsprachige Servicepartner in Westafrika kümmern sich vor Ort um Betrieb und Wartung der Solaranlage.

Was können wir in den nächsten Jahren von Euch erwarten?

Zunächst einmal wollen wir natürlich mit den ersten mobilen Solarkraftwerken unsere Technik verfeinern und optimieren. Außerdem wollen wir in den nächsten Jahren eine ganze Flotte von dezentralen Insellösungen installieren. Wir haben das Ziel, die Menschen in Afrika mit nachhaltigem Strom zu versorgen – und wir sind auf einem sehr guten Weg.



Kommentare
Kommentare
Hans- Joachim Werner Goldmann
05.05.2016
Dear.Sir.Madam,

Im looking for a new challangine job in solar energy field in westafrica.
I have been working in the mechatronic field,and living in west african countries bivor, and would welcome a feed back from your side.

Regards
H.G

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