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Manuka-Honig neu gedacht: Verantwortung, die man schmeckt

INTERVIEW I Mit MADHU, MANUKA JUN und MĀNUKA VALLEY entstehen drei eigenständige Konzepte rund um Manuka-Honig – vom streng geprüften Premiumglas über ein Refill-System mit Kreislaufansatz bis hin zum fermentierten Getränk. Dahinter stehen transparente Lieferketten, persönliche Partnerschaften in Neuseeland und der Anspruch, Manuka-Honig nachhaltig, überprüfbar und zukunftsfähig zu machen.

INTERVIEW I Mit MADHU, MANUKA JUN und MĀNUKA VALLEY entstehen drei eigenständige Konzepte rund um Manuka-Honig – vom streng geprüften Premiumglas über ein Refill-System mit Kreislaufansatz bis hin zum fermentierten Getränk. Dahinter stehen transparente Lieferketten, persönliche Partnerschaften in Neuseeland und der Anspruch, Manuka-Honig nachhaltig, überprüfbar und zukunftsfähig zu machen.

04.03.2026, ein Beitrag von: Eileen Hube - Bild: Manuka Kontor

MADHU, MANUKA JUN und MĀNUKA VALLEY stehen als drei eigenständige Marken unter einem gemeinsamen Dach und zeigen, wie facettenreich sich Manuka-Honig interpretieren lässt – mit klarem Fokus auf transparente Herkunft, kompromisslose Qualität und einem verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen. Manuka-Honig gilt weltweit als besonderes Naturprodukt, gewonnen aus dem Nektar der neuseeländischen Manuka-Pflanze. Doch mit wachsender Nachfrage wächst auch die Verantwortung: für stabile Ökosysteme, für faire Partnerschaften mit Imkereien und für nachvollziehbare Qualitätsstandards. Genau hier setzen die drei Marken an.

MADHU bietet hochwertigen Manuka-Honig in geprüfter Premiumqualität an. Jede Charge ist laborgetestet, MGO-Werte sind klar ausgewiesen und digital rückverfolgbar. MĀNUKA VALLEY erweitert dieses Konzept um größere Gebinde und ein konsequent gedachtes Refill-System zur Ressourcenschonung. Gleichzeitig wird umfassend über Herkunft, Qualitätsmerkmale und Besonderheiten von Manuka-Honig informiert. MANUKA JUN wiederum bringt Manuka-Honig in fermentierter Form ins Glas – als Getränk auf Basis traditioneller Fermentationstechniken. Hier trifft die jahrhundertealte Honigkultur auf moderne Genussgewohnheiten.

Was alle drei Konzepte eint, ist ein klar formulierter Nachhaltigkeitsanspruch: stabile Ökosysteme in Neuseeland, verantwortungsvolle Imkerei und langfristige Partnerschaften  – vom Schutz der Bienen über transparente Lieferketten bis hin zu ressourcenschonender Verpackung. Wie dieser Anspruch konkret umgesetzt wird und welche Rolle Innovation dabei spielt, erzählt Gründer Matthew Pettersson im Interview.

LifeVERDE: Wie würden Sie die Identität Ihrer Marke beschreiben, und was unterscheidet Ihr Produkt grundsätzlich von anderen Manuka-Produkten auf dem Markt?

MATTHEW PETTERSSON: Meine Faszination für Manuka-Honig begann am Bienenstock. Zwischen dem Summen der Bienen und dem Duft von warmem Wachs hielt ich zum ersten Mal bewusst ein Glas dieses besonderen Honigs in der Hand, nicht als Produkt, sondern als Ergebnis echter Handarbeit und Naturkraft. In diesem Moment wurde mir klar, wie außergewöhnlich Manuka-Honig ist: in seiner Herkunft, seiner Reinheit und seiner Geschichte. Diese Begeisterung ließ mich nicht mehr los.

So entstand unsere erste Marke: Madhu Honey – mit dem klaren Fokus auf geprüfte Qualität, Transparenz und echte Premiumstandards.

Im nächsten Schritt wollten wir Honig größer denken: in größeren Gebinden, mit einem durchdachten, nachhaltigen Konzept und einem klaren Bekenntnis zum Kreislaufprinzip. Daraus entstand Mānuka Valley, als Antwort auf den Wunsch nach mehr Verantwortung und Ressourcenschonung.

Manuka Jun wiederum entstand aus dem Gedanken, Manuka-Honig noch zugänglicher zu machen, in einer völlig neuen, einzigartigen Form. Ein Produkt, das überrascht, begeistert und Tradition mit Innovation verbindet.


Bild: Matthew Pettersson in Neuseeland, Manuka Kontor

LifeVERDE: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen konkret – von der Gewinnung der Rohstoffe über die Verarbeitung bis hin zu Verpackung und Logistik?

MATTHEW PETTERSSON: Nachhaltigkeit beginnt für mich nicht bei der Verpackung, sondern bei der Biene. Wenn die Ökosysteme in Neuseeland nicht stabil sind, gibt es keinen hochwertigen Manuka-Honig.

Wir arbeiten mit ausgewählten Imkereien in Neuseeland zusammen, die verantwortungsvoll mit ihren Bienenvölkern umgehen. Der Honig wird schonend verarbeitet und überwiegend per Seeweg transportiert.

Mit Mānuka Valley haben wir zusätzlich ein Refill-Konzept aufgebaut, um Glas mehrfach nutzbar zu machen. Nachhaltigkeit ist für uns ein Prozess – wir optimieren Verpackung, Logistik und Lieferketten kontinuierlich.


Bild: Mānuka Valley

LifeVERDE: Transparenz ist im Manuka-Markt ein zentrales Thema. Wie stellen Sie sicher, dass Herkunft, Qualität und Echtheit Ihrer Produkte für Kundinnen und Kunden nachvollziehbar sind?

MATTHEW PETTERSSON: Der Markt ist leider teilweise intransparent. Genau deshalb haben wir früh auf Track-&-Trace-Systeme gesetzt. Kundinnen und Kunden können bei Madhu Honey und Mānuka Valley jede Charge digital zurückverfolgen. Dazu kommen unabhängige Labortests und klar deklarierte MGO-Werte.

LifeVERDE: Manuka Jun nutzt Manuka-Honig in Form eines fermentierten Getränks, während Madhu und Mānuka Valley auf Honigprodukte setzen. Welche Bedeutung hat Produktinnovation für Sie, gerade im Spannungsfeld zwischen Tradition und Nachhaltigkeit?

MATTHEW PETTERSSON: Innovation ist für mich kein Selbstzweck, sondern Weiterentwicklung. Mānuka-Honig hat eine jahrhundertealte Tradition, aber das heißt nicht, dass man ihn nur vom Löffel genießen darf.

Mit Manuka Jun wollten wir zeigen, dass Manuka-Honig auch Teil moderner Getränkekultur sein kann. Fermentation ist ebenfalls eine alte Technik, wir kombinieren also zwei Traditionen und bringen sie in die Gegenwart.

Innovation bedeutet für uns auch nachhaltigere Verpackungslösungen oder neue Anwendungsformen, nicht nur neue Produkte.


Bild: Manuka Jun

LifeVERDE: Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit mit Imkerinnen und Imkern beziehungsweise lokalen Partnern, um ökologische Verantwortung, faire Arbeitsbedingungen und langfristige Beziehungen sicherzustellen?

MATTHEW PETTERSSON: Sehr persönlich. Ich kenne viele unserer Partner in Neuseeland seit Jahren. Mir ist wichtig, dass wir langfristige Beziehungen pflegen und keine anonymen Handelsstrukturen nutzen. Faire Preise und Verlässlichkeit schaffen Stabilität auf beiden Seiten.

Wir sehen uns nicht als Zwischenhändler, sondern als direkte Verbindung zwischen neuseeländischen Produzenten und dem europäischen Markt.

LifeVERDE: Der Markt für Manuka-Produkte ist teilweise von Intransparenz und Greenwashing geprägt. Wie grenzen Sie sich davon ab und bauen Vertrauen bei kritischeren Verbraucherinnen und Verbrauchern auf?

MATTHEW PETTERSSON: Indem wir weniger versprechen und mehr belegen. Wir kommunizieren klar, woher unser Honig kommt, welche Laborwerte vorliegen und wie die Lieferkette aussieht.

Greenwashing entsteht oft durch vage Aussagen. Wir setzen stattdessen auf Daten, Zertifikate und echte Partnerschaften.


Bild: Manuka Kontor

LifeVERDE: Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um die Umweltwirkungen Ihrer Verpackungen zu reduzieren und Kreislaufdenken in Ihrem Geschäftsmodell zu verankern?

MATTHEW PETTERSSON: Glas ist für uns bewusst gewählt, es ist langlebig und recyclebar. Mit dem Refill-System bei Mānuka Valley gehen wir noch einen Schritt weiter.

Gleichzeitig prüfen wir kontinuierlich Transportwege und Verpackungsmaterialien. Es gibt keine perfekte Lösung, aber es gibt bessere Lösungen – und die suchen wir aktiv.

LifeVERDE: Mit Blick auf Klimawandel, Biodiversität und steigende Nachhaltigkeitsanforderungen: Wie sehen Sie die Zukunft Ihrer Marke und Ihrer Produkte in den kommenden Jahren?

MATTHEW PETTERSSON: Der Klimawandel betrifft die Manuka-Pflanze direkt. Blütezeiten verändern sich, Wetterextreme nehmen zu. Deshalb wird nachhaltige Imkerei immer wichtiger.

Ich bin überzeugt: Die Zukunft gehört Marken, die transparent, verantwortungsvoll und innovativ handeln. Premium wird nicht nur über Geschmack definiert, sondern über Haltung.

Unser Ziel ist es, langfristig stabile Partnerschaften in Neuseeland zu sichern, Biodiversität zu schützen und gleichzeitig Produkte zu entwickeln, die Menschen wirklich überzeugen, geschmacklich wie ethisch.

Nachhaltigkeit beginnt bei der Biene

Premium definiert sich bei MADHU, MANUKA JUN und MĀNUKA VALLEY nicht allein über hohe MGO-Werte oder besondere Produktideen, sondern über eine konsequente Haltung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dabei wird deutlich, wie eng Qualität, Biodiversität und faire Zusammenarbeit miteinander verknüpft sind. Persönliche Beziehungen zu Imkereien in Neuseeland, transparente Track-&-Trace-Systeme und unabhängige Labortests schaffen Vertrauen in einem Markt, der häufig unter Intransparenz leidet. Das Refill-Konzept von MĀNUKA VALLEY unterstreicht dabei den Anspruch, Kreislaufdenken praktisch umzusetzen und Verpackungen nicht als Nebensache zu behandeln. Gleichzeitig beweist MANUKA JUN, dass Innovation auch bedeuten kann, bewährte Traditionen – wie Honiggewinnung und Fermentation – verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. MADHU wiederum fokussiert sich konsequent auf geprüfte Reinheit und klare Qualitätskommunikation.

Angesichts von Klimawandel, veränderten Blütezeiten und steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen zeigt sich: Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo ökologische Stabilität, Transparenz und Innovationsbereitschaft zusammenkommen. Genau diesen Anspruch verfolgen die drei Marken mit einem Ansatz, der Genuss und Verantwortung nicht trennt, sondern bewusst zusammendenkt.




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