Kryptowährungen, ein echter Umweltkiller
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Kryptowährungen, ein echter Umweltkiller

Gut für den digitalen Geldbeutel, schlecht für die Umwelt: Worüber kein Finanzexperte spricht.

Gut für den digitalen Geldbeutel, schlecht für die Umwelt: Worüber kein Finanzexperte spricht.

07.12.2017| Ein Beitrag von Bianca Schillinger

Man muss kein Finanzexperte sein, um die Worte „Bitcoin“ und „Kryptowährungen“ schon einmal gehört zu haben. Das digitale Geld hat es längst in die Wohnzimmer des Landes geschafft. Neben Großkonzernen und Tech-Nerds investieren auch Privatpersonen in Bitcoin und Co.

Keine Alternative zu Aktien, Fonds und Immobilien
Ob sich die Kryptowährungen als alternative Geldanlage eignen, ist sehr fraglich. Privatleuten wird meist von nachhaltigen Investitionen abgeraten. Die Chancen, damit reich zu werden, sind sehr gering, trotz anhaltendem Höhenflug des Börsenkurses. Denn der Kurs ist extremen Schwankungen unterlegen: letzte Woche stieg er erst auf 11.800 Dollar, um dann rasant auf 9500 Dollar zu fallen. Doch reich werden wollen die Verfechter der digitalen Währungen damit auch gar nicht.

Welt ohne Banken
Ihr Ziel ist es, die Banken abzuschaffen und das Geschäft mit dem Geld zu demokratisieren. Der Finanzcrash von 2008 hat gezeigt wie problemanfällig das vermeintlich sicherere System ist, dem die ganze (Wirtschafts-) Welt vertraut. Das Problem liegt in der Manipulierbarkeit und Bestechlichkeit der wenigen Menschen, die die Kontrolle über unser Geld haben. Dem wollen Kryptowährungen ein Ende setzen.

Die Lösung: Blockchain
Das Problem unseres Bankensystems sind ebendiese Banken, die zentrale Systeme bilden und die Finanzwelt steuern. In Europa übernehmen diese Aufgabe die sogenannten Zentralbanken. Das setzt Vertrauen voraus, das wir diesen Banken entgegenbringen müssen. Bei Kryptowährungen fällt diese zentrale Überwachunspartei weg und wird durch ein Netzwerk aus tausenden Einzelpersonen ersetzt. Diese beobachten und kontrollieren ständig alle Transaktionen, die im Netzwerk der Währung geschehen. Je mehr Menschen also teilnehmen, desto sicherer wird das ganze System.

Das System Blockchain
Wie alles, das mit Kryptowährungen zu tun hat, ist auch das Blockchain-System ein sehr technisches und für den Laien kompliziertes Thema. Zum Glück finden Sich im Netz mittlerweile sehr viele Erklärvideos, die auch ohne Vorwissen gut verständlich sind.
Die Vorteile des dezentralen Systems sind laut Kryptowährungs-Verfechtern eindeutig: Die Überwachung durch tausende einzelner Teilnehmer macht alle Transaktionen extrem sicher und schwer manipulierbar. Das Vertrauen verlagert sich so außerdem von Einzelunternehmen wie Banken auf das gesamte System der Blockchain. So können weder Staat noch Politik in den Währungen herumpfuschen.

Umweltkiller Bitcoin & Co
Der Nachteil: Diese Vorgänge (der Fachbegriff ist Mining) benötigen hohe Rechenleistungen und verbrauchen damit extrem viel Strom. Wäre Bitcoin ein Land, würde es pro Jahr genauso viel Strom verbrauchen wie Serbien oder Dänemark. Da der Großteil dieses Stroms aus nicht nachhaltigen Energiequellen stammt, tragen Kryptowährungen aktiv zum Klimawandel bei. Und da Bitcoin, Ethereum, IOTA und Co als Währungen der Zukunft gehandelt werden, wird sich dieser Stromverbrauch vermutlich auch in Zukunft rasant vergrößern.

Nachhaltiges Mining dank Wasserkraft
Das haben auch die findigen Gründer des Wiener Startups HydroMiner erkannt. Ihre Lösung heißt Wasserkraft. Sie wollen die vergleichsweise günstige Energie aus Wasserkraftwerken nutzen, um Mining-Rechner zu betreiben. Die beiden Rechner, mit denen Hydrominer aktiv Bitcoin, Ethereum und Zcash schürft, stehen dabei entweder direkt in einem Wasserkraftwerk oder daneben in Schiffscontainern.

Das schont nicht nur die Umwelt sondern spart auch Geld. Denn der größte Finanzierungsposten beim Mining von Kryptowährungen ist der hohe Stromverbrauch. Nach eigenen Angaben erhält HydroMiner eine Kilowattstunde für 4,5 Cent. Privatpersonen bezahlen im Durchschnitt zwischen 14 und 23 Cent.

Zukunftsfähige Währungen
Die Kryptowährungen sind auf dem Vormarsch und bringen eindeutige Vorteile für die Finanzwelt und jeden einzelnen Bürger.  Wie genau sich das Konzept in unseren Alltag eingliedern wird und ob Banken tatsächlich bald der Vergangenheit angehören werden, bleibt abzuwarten. Doch klar ist, dass sich die Gesellschaft bald mit dem Problem der Stromgewinnung auseinandersetzen muss. Startups wie HydroMiner sind definitiv erst der Anfang.

Hier findest du das Team von HydroMiner.
Infos zum weltweiten Stromverbrauch von Kryptowährungen trägt die Seite digiconomist zusammen.
Der Bundesverband Blockchain informiert und vertritt die Interessen von Startups.

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