Wasser aus dem Hahn erscheint uns in Deutschland selbstverständlich. Doch trockene Sommer, sinkende Grundwasserstände, Starkregen und überlastete Kanäle zeigen: Der Umgang mit Wasser muss neu gedacht werden - auch im privaten Haus. Moderne Systeme für Wasseraufbereitung und Wiederverwendung, Regenwasser-Management und digitale Überwachung können Trinkwasser sparen, Gebäude vor Überflutung schützen und einen wichtigen Schritt in Richtung Wasserautarkie ermöglichen. Wie das funktioniert, welche Lösungen sich für Einfamilienhäuser eignen und warum Regenwasser weit mehr kann als nur den Garten zu bewässern, erklärt INTEWA aus Aachen. Einen ersten Überblick über die Produktwelt gibt es auf der INTEWA Produktübersicht sowie im INTEWA Online-Katalog.
LifeVERDE: Viele Menschen denken bei Regenwassernutzung zuerst an die Regentonne im Garten. Warum reicht das heute oft nicht mehr aus?
Geschäftsführer der INTEWA GmbH, OLIVER RINGELSTEIN: Die Regentonne ist ein guter Anfang, aber sie löst nur einen kleinen Teil der heutigen Herausforderungen. Wir erleben zwei Extreme gleichzeitig: längere Trockenperioden und häufiger Starkregen. Deshalb geht es heute nicht mehr nur darum, etwas Wasser für Blumen zu sammeln. Moderne Regenwassernutzung bedeutet, Wasser auf dem eigenen Grundstück zurückzuhalten, sinnvoll zu nutzen, zu versickern oder bei Bedarf weiter aufzubereiten. Für Hausbesitzer lassen sich dadurch mehrere Ziele verbinden: weniger Trinkwasser verbrauchen, den Garten in Trockenphasen versorgen, die Kanalisation entlasten und das Grundstück besser vor Überflutung schützen.

Bild: INTEWA KI
Für welche Anwendungen kann Regenwasser im Einfamilienhaus genutzt werden?
Regenwasser eignet sich im Haus für deutlich mehr als nur Gartenbewässerung. Typische Anwendungen sind WC-Spülung, Waschmaschine, Reinigungswasser und natürlich die Bewässerung von Gartenflächen. Mit passendem Filter, Speicher sowie einer Pump- und Nachspeisesteuerung kann Regenwasser komfortabel im Alltag eingesetzt werden. INTEWA bietet dafür Lösungen mit PURAIN-Filtern und RAINMASTER-Hauswasserzentralen. Wenn nicht genügend Regenwasser vorhanden ist, sorgt die Technik automatisch für eine sichere Trinkwassernachspeisung.
Viele Leserinnen und Leser interessieren sich für Autarkie. Kann man aus Regenwasser tatsächlich Trinkwasser machen?
Ja, technisch ist das heute möglich. Regenwasser ist von Natur aus sehr weich und kann mit geeigneter Aufbereitung als Wasserquelle für Gebäude genutzt werden. INTEWA bietet mit AQUALOOP eine Technologie, mit der Regenwasser oder Grauwasser weiter aufbereitet werden kann - bis hin zur Trinkwassererzeugung, sofern Planung, Installation, Überwachung und rechtliche Anforderungen passend umgesetzt werden. Für private Hausbesitzer ist oft ein stufenweiser Einstieg sinnvoll: zunächst Garten und Betriebswasser, später gegebenenfalls eine weitergehende Aufbereitung.
Was ist mit Überflutungsschutz - kann Regenwassernutzung auch dabei helfen?
Ja, und genau das wird immer wichtiger. Bei Starkregen zählt jede Fläche, die Wasser nicht sofort in die Kanalisation leitet. Mit unterirdischen Speichern, Versickerungsanlagen oder Rückhaltesystemen kann Regenwasser auf dem Grundstück gepuffert und kontrolliert abgegeben oder versickert werden. Für solche Anwendungen entwickelt INTEWA unter anderem das DRAINMAX-Tunnelsystem. Es kann zur Regenwasserversickerung, Rückhaltung, Speicherung von Regenwasser sowie für weitere Anwendungen wie Löschwasser oder Unterflurbewässerung eingesetzt werden.

Bild: INTEWA DRAINMAX Systeme Regenwassermanagement, INTEWA 3D
Können Hausbesitzer sich dadurch auch von Niederschlagswassergebühren entlasten?
Das hängt immer von der jeweiligen Kommune und der örtlichen Gebührensatzung ab. Grundsätzlich gilt aber: Wer Regenwasser nicht einfach in den Kanal einleitet, sondern auf dem Grundstück nutzt, zurückhält oder versickert, kann unter bestimmten Voraussetzungen Gebühren reduzieren. Viele Kommunen bewerten entsiegelte Flächen, Versickerung oder Regenwasserrückhaltung positiv. Wichtig ist, das frühzeitig mit der Kommune, dem Planer oder dem Fachbetrieb zu klären. Als Einstieg eignet sich das INTEWA-Kapitel Regenwasser-Management.
Worauf sollten Bauherren oder Sanierer bei der Planung achten?
Am Anfang stehen einfache Fragen: Wie groß ist die Dachfläche? Wie viel Wasser wird im Haus und Garten benötigt? Gibt es Starkregenprobleme? Ist Platz für eine Zisterne oder ein unterirdisches Rückhaltesystem vorhanden? Soll nur der Garten bewässert werden oder auch WC, Waschmaschine und später vielleicht eine weitergehende Aufbereitung? Entscheidend ist, das System nicht isoliert zu betrachten. Speicher, Filter, Pumpentechnik, Nachspeisung, Überlauf, Versickerung und Wartung müssen zusammenpassen. Praktische Produkt- und Systembeispiele finden Bauherren im INTEWA Online-Katalog.
Welche Rolle spielt Grauwasser im privaten und gewerblichen Bereich?
Grauwasser ist leicht verschmutztes Wasser, zum Beispiel aus Dusche, Badewanne oder Handwaschbecken. Nach einer geeigneten Aufbereitung kann es erneut genutzt werden, etwa für WC-Spülung, Bewässerung oder technische Anwendungen. In Einfamilienhäusern steht oft zunächst Regenwasser im Fokus. In Mehrfamilienhäusern, Hotels, Sportstätten oder Wohnheimen kann Grauwasser-Recycling besonders wirtschaftlich sein, weil dort täglich große Mengen Dusch- und Waschwasser anfallen. Mehr Informationen bündelt INTEWA im Bereich Wasseraufbereitung und Wiederverwendung.
Was macht INTEWA im Vergleich zu einfachen Regenwassersystemen besonders?
Wir betrachten Wasser ganzheitlich. Es geht nicht nur um einen Tank oder eine Pumpe, sondern um komplette Lösungen: Regenwasser sammeln, filtern, speichern, nutzen, aufbereiten, versickern, zurückhalten und digital überwachen. Unser Spektrum reicht von einfachen Anlagen für Garten und Haus bis zu komplexen Systemen für Grauwasser- oder Trinkwasserversorgung. Dazu kommen Produkte wie RAINMASTER, PURAIN, AQUALOOP, DRAINMAX, NUVOS-Pumpentechnik und digitale Überwachung über I-CONNECT.
Wie realistisch ist es, den Trinkwasserverbrauch eines Hauses deutlich zu senken?
Sehr realistisch. Schon klassische Regenwassernutzung für WC, Waschmaschine und Garten kann den Trinkwasserbedarf erheblich reduzieren. Wenn zusätzlich Grauwasser recycelt oder Regenwasser weiter aufbereitet wird, sind noch deutlich größere Einsparungen möglich. Das genaue Potenzial hängt vom Gebäude, der Dachfläche, dem Nutzerverhalten, der Speichergröße und dem gewünschten Autarkiegrad ab. Jeder Liter Regenwasser, der sinnvoll genutzt wird, muss nicht als Trinkwasser aufbereitet, transportiert und später als Abwasser behandelt werden.
Welche Entwicklung erwarten Sie in den nächsten zehn Jahren?
Wir glauben, dass Gebäude künftig nicht mehr nur Energie, sondern auch Wasser intelligenter managen müssen. Photovoltaik und Wärmepumpe sind heute vielen Menschen vertraut. Der nächste Schritt ist das Wassermanagement: Regenwasser nutzen, Grauwasser recyceln, Starkregen puffern und Systeme digital überwachen. Häuser, Quartiere und Gewerbegebäude können einen Teil ihres Wasserbedarfs selbst decken und gleichzeitig die öffentliche Infrastruktur entlasten. INTEWA möchte diese Entwicklung mit innovativen, praxistauglichen und modularen Systemen vorantreiben.
Was wäre Ihr wichtigster Tipp für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, die starten möchten?
Nicht warten, bis Wasser zum Problem wird. Wer baut, saniert oder den Garten neu plant, sollte Regenwasser immer mitdenken. Schon eine einfache Anlage für Gartenbewässerung kann sinnvoll sein. Noch besser ist es, die Nutzung mit Rückhaltung, Versickerung und späterer Erweiterbarkeit zu kombinieren. Unser Tipp: erst den Bedarf klären, dann das Grundstück betrachten und anschließend ein System planen, das heute passt und morgen erweitert werden kann.

Bild: INTEWA/iStock
Fazit: Wassermanagement wird zum Standard der Zukunft
Für INTEWA ist Wasser eine Ressource, die ganzheitlich betrachtet werden muss. Regenwasser sammeln, speichern, aufbereiten und wiederverwenden sowie Grauwasser intelligent recyceln – all diese Bausteine tragen dazu bei, Trinkwasser einzusparen und Gebäude widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Mit modularen Lösungen für private und gewerbliche Anwendungen möchte das Unternehmen dazu beitragen, dass intelligentes Wassermanagement künftig ebenso selbstverständlich wird wie Photovoltaik oder Wärmepumpen.
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