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airbnb und das Thema Nachhaltigkeit

Airbnb ist der weltweit bekannteste Community-Marktplatz, doch welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit beim Platzhirsch aus Amerika? Das haben wir Lena Sönnichsen von airbnb gefragt.

Airbnb ist der weltweit bekannteste Community-Marktplatz, doch welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit beim Platzhirsch aus Amerika? Das haben wir Lena Sönnichsen von airbnb gefragt.

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LifeVERDEde: Wie funktioniert Airbnb?

Lena Sönnichsen: Airbnb ist der weltweit bekannteste Community-Marktplatz, um außergewöhnliche Unterkünfte rund um den Globus zu entdecken, zu buchen und zu vermieten – online oder über ein Mobiltelefon. Egal ob eine Wohnung für eine Nacht, ein Schloss für eine Woche oder eine Villa für einen Monat – Airbnb bietet einzigartige Reiseerlebnisse in mehr als 36.000 Städten und 192 Ländern.

Airbnb funktioniert dabei rein transaktionsbasiert, es ist also absolut kostenlos, eine Unterkunft anzubieten. Sogar einen Profifotografen schicken wir vorbei, ohne dass der Gastgeber dafür zahlen muss. Kommt es zu einer Buchung, behält Airbnb vom Gastgeber immer 3% der Buchungssumme ein. Der Gast zahlt, je nach Preis der Unterkunft und Dauer des Aufenthalts, zwischen 6 und 12%.

Die Buchung ist über www.airbnb.de dann genau so einfach und unkompliziert, wie man das von der Hotelbuchung über’s Netz kennt. Zielort eingeben Datum und Zahl der Reisenden – und dann bekommt man eine Liste mit Unterkünften, die man anfragen und buchen kann. Bezahlt wird sicher per Kreditkarte über unser Bezahlsystem. So können wir für Gast und Gastgeber die größtmögliche Sicherheit gewährleisten.

Revolutioniert Airbnb die "Bettenlandschaft" in Deutschland und international?

Lena Sönnichsen: Ja, denn wir haben festgestellt, dass immer mehr Leute nach Unterkünften suchen, in denen das Bier aus der Minibar keine sechs Euro kostet und man sich als Gast wirklich willkommen fühlt :) Daraus ist die Idee von Airbnb entstanden: Gastgeber vermieten ihr persönliches und damit einzigartiges Zuhause an Menschen, die Städte und Kulturen aus erster Hand und über lokale Gastgeber kennen lernen möchten – so als würde man bei einem Freund übernachten.

Die Gründer von Airbnb sind Nathan Blecharczyk, Brian Chesky und Joe Gebbia. Wie kamen die Drei auf die Idee, private Unterkünfte über eine Internetplattform zu vermarkten und wie definiert Airbnb die heutige Unternehmensvision- und mission?

Lena Sönnichsen: Mit einer Luftmatratze (engl. Airbed) und einem selbst gemachten Frühstück (engl. Breakfast) begann 2008 in einem Wohnzimmer die Erfolgsgeschichte von Airbnb. Joe Gebbia und Brian Chesky sind Designer, die letztlich nur ein persönliches Problem lösen wollten. Ihr Mitbewohner war ausgezogen und die Miete gerade erhöht wurden – so boten Sie während einer großen Messe in San Francisco drei Luftmatratzen in ihrem Loft als Übernachtungsmöglichkeit für Gäste an.Tausend Dollar und um drei Freunde reicher realisierten sie, dass die Vermietung von Privatunterkünften Zukunft hat. Gemeinsam mit Programmierer Nathan Blecharczyk gründeten sie dann Airbnb.

Nachdem im vergangenen Jahr die Internationalisierung im Mittelpunkt stand, geht es in diesem Jahr vor allem darum, unseren Nutzern weltweit die bestmögliche Erfahrung mit Airbnb zu bieten. Wir wollen weltweit zum Inbegriff von Gastfreundschaft und innovativem Reisen werden. Und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg ...

Berichten Sie bitte einmal kurz aus Ihrer Praxis. Welche echten Vorteile hat eine Buchung über Ihr Portal gegenüber einer Hotel-Buchung?

Lena Sönnichsen: Eine Airbnb-Unterkunft ist kein Hotel, sondern ein echtes Zuhause. Mit Airbnb habe ich die Möglichkeit, in der Privatwohnung eines Einheimischen zu wohnen. Das ermöglicht mir eine ganz neue Perspektive auf den Ort, den ich besuche: Ich wohne mitten in einem lebendigen Stadtteil anstatt in der Innenstadt, wo die meisten Hotels liegen. Ich kann auf dem lokalen Wochenmarkt einkaufen und meinen Gastgeber nach seiner Lieblingsbar oder nach dem besten Plattenladen der Stadt fragen.

Mit unserem Feature „Social Connections“ kann ich außerdem schon bei der Suche einer passenden Unterkunft sehen, ob Freunde von mir bereits dort waren oder mit dem Gastgeber befreundet sind. Aktuell zählen wir 672.552.000 solcher Verbindungen unter unseren Nutzern – auch das macht die Buchung über Airbnb persönlicher und individueller als eine Hotel-Buchung.

Inwieweit spielt der Nachhaltigkeits-Gedanke bei der Entwicklung Ihres Unternehmens eine Rolle?

Lena Sönnichsen: Wir sind die Vorreiter der sogenannten Collaborative Consumption Bewegung, die auch in Deutschland immer mehr zum Thema wird. Zusammen mit der Leuphana Universität Lüneburg und tns emnid haben wir dazu im Sommer 2012 die erste repräsentative Studie mit dem Titel »Deutschland teilt! Auf dem Weg in die „Sharing Econonomy“« vorgelegt. Eines der spannendsten Ergebnisse ist, dass mehr als die Hälfte aller Menschen bereits Erfahrungen mit dem Tauschen und Teilen von Gebrauchsgegenständen oder Besitztümern gemacht hat! Das fanden wir wirklich überraschend. Die potenziell positiven Nachhaltigkeitswirkungen dieser neuen Konsumform sind immens: Der Zugang zu Gütern ist für viele Menschen mittlerweile offenbar wichtiger als der Besitz. Wenn ich meine Wohnung auf Airbnb anbiete, während ich selbst nicht Zuhause bin, werden vorhandene Ressourcen effizienter genutzt.

Was meinen Sie, weshalb kommt Airbnb bei vielen Menschen so gut an?

Lena Sönnichsen: Neben der Attraktivität einer individuellen Unterkunft sind es die Begegnungen mit anderen Menschen und Kulturen, die unsere Nutzer lieben. Häufig ergeben sich zwischen Gast und Gastgeber tolle Gespräche, von denen unsere Nutzer uns immer wieder berichten – so nach dem Motto „ich komme als Gast und gehe als Freund“. Eine meiner Lieblingsgeschichten ist die eines Londoner Gastgebers: Als es im August 2011 gewaltsame Proteste in einigen Londoner Stadtteilen gab, riefen ihn sieben ehemalige Airbnb-Gäste an, um sich nach seinem Wohlergehen zu erkundigen, noch bevor seine eigene Mutter anrief! Das ist doch unglaublich. Es sind diese besonderen Erlebnisse, die Airbnb für viele Menschen so besonders machen. Und als der Wirbelsturm "Sandy" im vergangenen November New York City traf, boten über tausend New Yorker Airbnb-Gastgeber ihre Unterkünfte für Sandy-Betroffene gratis an.

In den Medien war in den letzten Wochen viel über den Einstieg neuer Investoren bei Airbnb zu lesen. Die getätigten Investitionen sollen sogar einen Unternehmenswert von circa einer Milliarde Dollar ergeben. Wie nutzen Sie diese großzügige Situation, Internationalisierung und Marktdurchdringung "auf Teufel komm raus" oder doch eher substanzielles Wachstum?

Lena Sönnichsen: Wachstum ist nur eines unserer Ziele. Brian Chesky hat unsere Prioritäten im vergangenen November in drei Säulen dargestellt: Love, Growth, Foundation. Natürlich ist Wachstum für jedes junge Unternehmen wichtig, noch wichtiger ist uns aber das, was hier mit „Love“ gemeint ist: Wenn wir so gut werden, dass immer mehr Menschen Airbnb wegen der Qualität unseres Angebots lieben, kommt der wirtschaftliche Erfolg von ganz allein.

Ihr Ausblick für 2013, worauf dürfen sich Ihre Kunden freuen?

Lena Sönnichsen: In 2013 werden wir natürlich unser Produkt weiter entwickeln, um das Verreisen mit Airbnb noch einfacher und noch komfortabler zu machen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Unser Feature „Neighboorhoods“ wird in weiteren Metropolen rund um die Welt starten. Und auch die „Local Lounges“, die Airbnb-Reisenden bereits in San Francisco als erste Anlaufstelle zur Verfügung stehen, wird es in weiteren Städten geben.



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