Ein Interview mit Kai Zöbelein, Pressesprecher Nachhaltigkeit der BMW Group
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Ein Interview mit Kai Zöbelein, Pressesprecher Nachhaltigkeit der BMW Group

BMW stellte auf der diesjährigen IAA in Frankfurt die beiden Konzeptfahrzeuge BMW i3 und BMW i8 vor und gibt damit Einblicke in die Automobile Zukunft

BMW stellte auf der diesjährigen IAA in Frankfurt die beiden Konzeptfahrzeuge BMW i3 und BMW i8 vor und gibt damit Einblicke in die Automobile Zukunft

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11/2012 - Das Interview führte Marcus Noack - Bildquelle: Zwei Auszubildende arbeiten an einem BMW i8. (06/2015)

Bild: Kai Zöbelein, Kommunikation Nachhaltigkeit BMW

LifeVERDE: Welche technologischen Entwicklungen hat die BMW Group auf der diesjährigen IAA in Frankfurt vorgestellt?

Kai Zöbelein: Im Mittelpunkt der diesjährigen IAA standen bei der BMW Group die beiden Konzeptfahrzeuge BMW i3 und BMW i8.

Der BMW i3 wird 2013 als reine Elektrovariante (BEV) und als Version mit einem zusätzlichen kleinen Verbrennungsmotor – der als Range Extender fungiert – auf den Markt kommen. Der BMW i3 wird als erstes Großserienfahrzeug überhaupt eine Fahrgastzelle aus Karbon haben. Damit können gegenüber einem Conversion-Fahrzeug mit Elektroantrieb etwa 250-350 Kilogramm an Gewicht eingespart werden.

Der BMW i8 wird 2014 als Plug-in Hybrid auf die Straße kommen. Dieses Fahrzeug vereint die Fahreigenschaften eines Sportwagens mit dem Verbrauch eines Kleinstwagens. Dank Plug-in Hybridantrieb sind ein Großteil der täglichen Fahrten im emissionsfreien, reinen Elektroantriebsmodus möglich.

Über diese beiden Konzeptfahrzeuge hinaus hat die BMW Group aber auch weitere Produktneuheiten und neue Entwicklungen bei Efficient Dynamics auf der diesjährigen IAA vorgestellt. Beispielsweise werden in der neuen BMW 1er Reihe Features wie die neuen 1,6 Liter Vierzylinder Benzinmotoren mit BMW TwinPower Turbo Technologie (BMW 116i und BMW 118i), das Achtgang Automatik Getriebe als Option für alle Motorvarianten, Auto Start Stop serienmäßig, sowie ECO PRO Modus serienmäßig angeboten.

Der neue BMW 116d EfficientDynamics Edition zeigt, welche Effekte Efficient Dynamics weiterhin entwickeln kann: Bei gleicher Motorleistung sinkt der Verbrauch dieses Fahrzeugs von 4,5 Liter auf 3,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Die CO2-Emissionen sinken von 118 Gramm auf 99 Gramm pro Kilometer.

 

Der Trend hin zum Hybrid- bzw. Elektroauto ist längst da. Die Verbraucher fragen umweltschonende Produkte mittlerweile immer stärker nach und auch die Politik versucht, den „grünen Wandel“ schnellstmöglich herbeizuführen. Wie sieht für die BMW Group die automobile Zukunft in den nächsten zehn Jahren aus?

Die BMW Group geht davon aus, dass der Anteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen in den kommenden zehn Jahren zunehmen wird. Dabei werden in zehn Jahren unterschiedliche Antriebskonzepte nebeneinander existieren. So erwartet die BMW Group, dass effiziente klassische Benzin- und Dieselmotoren auch in zehn Jahren weiter eine Rolle spielen werden.

Die BMW Group ist auf ein „Nebeneinander“ unterschiedlicher Antriebskonzepte gut vorbereitet: Mit technischen Innovationen – beispielsweise mit Efficient Dynamics – erhöhen wir die Effizienz unserer Benzin- und Dieselmotoren. Mit Fahrzeugen wie dem neuen BMW ActiveHybrid 5 erweitern wir unser Angebot im Hybridbereich. Mit dem BMW i3 haben wir ab 2013 ein Angebot im Bereich der Elektromobilität.   

 

Die meisten Automobilhersteller fordern von der Politik eine finanzielle Unterstützung, um die Entwicklung alternativer Antriebe zu beschleunigen. Projekte wie die des Streetscooters kommen auch ohne finanzielle Unterstützung der Politik aus. Haben Sie hierfür eine Erklärung?

Mit ihrem Engagement im Bereich der Elektromobilität zeigt die BMW Group, dass sie mit Efficient Dynamics einen langfristigen Ansatz verfolgt. Wir haben bereits seit 2009 mit dem MINI E eine der weltweit größten Elektrofahrzeug-Versuchsflotten beim Kunden. Dieses Jahr bringen wir mit dem BMW ActiveE – einem Elektrofahrzeug auf Basis der BMW 1er Reihe – eine weitere Erprobungsflotte mit mehr als 1.000 Fahrzeugen auf die Straße.

Einige BMW Group Elektromobilitäts-Forschungsprojekte werden von der Bundesregierung gefördert. Die laufenden Feldversuche mit dem MINI E in Berlin und München sowie die Erprobung des BMW ActiveE gehören dazu. Die Erkenntnisse aus diesen Projekten werden laufend kommuniziert und stehen politischen Entscheidungsträgern und anderen Stakeholdern zur Verfügung. Diese Projekte tragen dazu bei, die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland weiter voranzutreiben. Die wissenschaftlichen Ergebnisse und Endberichte dieser Projekte werden veröffentlicht. Die Ergebnisse des MINI E Flottenversuches werden bereits seit Ende 2009 kontinuierlich kommuniziert und tragen zur öffentlichen Diskussion auf dem Gebiet der Elektromobilität bei.

 

Würden Sie Ihrer Einschätzung nach sagen, dass es in zehn Jahren noch zeitgemäß ist, sich mit einem SUV im Stadtverkehr zu bewegen? Die Größe und der Verbrauch sprechen doch eigentlich eindeutig dagegen, oder etwa nicht?

Generell entscheidet der Kunde, welches Fahrzeug er fährt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kunden aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenssituation verschiedene Bedürfnisse und Vorlieben entwickeln.

Aus Sicht der BMW Group ist es nicht zielführend, einzelne Fahrzeugsegmente in Frage zu stellen. Stattdessen muss es das Ziel sein, über alle Fahrzeugklassen hinweg Effizienzsteigerungen zu erzielen – und mit neuen Antriebskonzepten langfristig neue Optionen zu schaffen. Genau das ist der Weg, den die BMW Group mit Efficient Dynamics erfolgreich eingeschlagen hat.

 

Wie würden Sie die soziale Verantwortung der BMW Group definieren?

Die BMW Group betrachtet das Thema Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette – beginnend in der frühen Phase der Entwicklung bis hin zu Aspekten des Recycling. Auch wenn wir als Unternehmen stark über Produkte wahrgenommen werden, so ist dennoch unser Ziel, in allen Bereichen der Wertschöpfungskette Fortschritte zu erzielen – auch im sozialen Bereich.

CSR bedeutet für die BMW Group, dass wir unsere gesellschaftliche Verantwortung bewusst wahrnehmen. Sie ist Teil unseres Selbstverständnisses, fängt bei der Verantwortung für unsere Mitarbeiter an und reicht über die Werteorientierung in der Zulieferkette bis zum Engagement in der Gesellschaft.

Grundsätzlich ist es aus Sicht der BMW Group dabei wichtig, sich in Bereichen zu engagieren, die einen starken Bezug zum Unternehmen haben. Im Rahmen des CSR-Engagements werden deshalb die Schwerpunktthemen Verkehrssicherheit, Bildung, interkulturelles Engagement und Völkerverständigung sowie Gesundheitsthemen in zahlreichen Programmen und Projekten gefördert. Ebenso sind das kulturelle Engagement und die beiden Unternehmensstiftungen Teil der gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung der BMW Group.

Die Aussage des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, die deutschen Hersteller sollten weniger Autos bauen, ist bei den in Baden-Württemberg ansässigen Unternehmen nicht gut angekommen. Welche Vorschläge würden Sie Herrn Kretschmann für eine nachhaltige Umweltpolitik machen?

Aus unserer Sicht steht es der BMW Group nicht zu, Herrn Kretschmann öffentlich Vorschläge für eine nachhaltige Umweltpolitik zu machen.

Die BMW Group steht weltweit in Kontakt zu Stakeholdern unterschiedlichster Gruppen. Dazu zählen auch politische Vertreter. Wir führen regelmäßig Stakeholder-Dialoge und führen zusätzlich zahlreiche persönliche Gespräche. Diesen Weg des kontinuierlichen Dialogs werden wir weiter fortsetzen.



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