Leider werden grüne Geldanlagen aktuell nur im Zusammenhang mit schwarzen Schafen dargsetellt.
Grüne Wirtschaft

„Leider werden grüne Geldanlagen aktuell nur im Zusammenhang mit schwarzen Schafen dargsetellt.“

Georg Hetz, Geschäftsführer von UDI spricht über nachhaltige Finanzanlagen und aktuelle Herausforderungen der grünen Finanzbranche.

Georg Hetz, Geschäftsführer von UDI spricht über nachhaltige Finanzanlagen und aktuelle Herausforderungen der grünen Finanzbranche.

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11.02.2015

JOBVERDE.de: Was genau macht UDI?

GEORG HETZ: UDI steht für Umwelt Direkt Invest. Wir bieten bereits seit 1998 rentable Beteiligungsangebote aus den Bereichen Wind-, Solar- und Bioenergie. Und seit 2013 auch Investitionen in "Grüne Immobilien", d.h. eine Geldanlage in Energieeffizienz - einem der wichtigsten Zukunfts-Themenfelder! Wir können mit Stolz sagen, dass wir Pionier in diesem Bereich sind.

Durch welche Maßnahmen ist Ihrem Unternehmen der Schritt zu einer insgesamt nachhal­tigen Ausrichtung gelungen?

UDI musste sich nicht erst zu einer nachhaltigen Ausrichtung entwickeln. Der eigentliche Ges­chäftszweck selbst, nämlich die Geldanlagemöglichkeit in Erneuerbare Energien-Projekte, gibt das Thema Nachhaltigkeit ja bereits vor.

Für uns sind Investitionen in ökologisch sinnvolle und qualitativ hochwertige Geldanlagen im Vergleich zu konventionellen Finanzprodukten die langfristig bessere Alternative, in jeder Hinsicht. Wir möchten Kapitalanlegern die sich daraus ergebenden nachhaltigen Vorteile für Gesellschaft, Umwelt und Anleger nahebringen.

Saubere Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Biomasse ist ebenso wie Energieeffizienz gelebter Klimaschutz und kann Deutschland nachhaltig und langfristig gesehen unabhängig von Energieim­porten machen.

Auf welche Themen haben Sie sich in Ihrem Segment spezialisiert?

Wir sind seit Gründung auf grüne Geldanlagen (geschlossene Fonds, Festzinsanlagen zu Biogas, Solar, Wind, Green Building) sowie seit einigen Jahren auch auf die Realisierung von Biogasanlagen und Solarparks spezialisiert.

Beschreiben Sie doch einmal Ihre Kundengruppen. Welche Attribute und Erwartungshaltung an Ihr Leistungsversprechen zeichnet Ihre Kundschaft aus?

Unsere Zielgruppe sind Anleger zwischen 45 bis 75 Jahren im mittleren bis höheren Einkommens­segment und entsprechendem Bildungsniveau. Unsere Anleger sind Grün orientiert, aber nicht ausschließlich „Ökos“. Auf „Rendite“ und „Nachhaltigkeit“ wird geachtet.

Die Erwartungshaltung ist zum einen, dass wir halten, was wir versprechen, also dass Zinsen, Ausschüttungen und Rückzahlungen pünktlich und in voller Höhe erfolgen und zum anderen, dass wir nachhaltig und ökologisch bewusst handeln. Deswegen bieten wir um Beispiel als einziger solcher Fi­nanzdienstleister in Deutschland die Form des Onlineabschlusses der genannten Geldanlagen an - dies spart Papier und Transportwege. Und natürlich wird Umweltpapier eingesetzt, wann immer es möglich ist.

Welches sind Ihrer Ansicht nach die größten Herausforderungen mit denen es Ihre Branche ak­tuell zu tun hat?

Ein großes Thema war natürlich die Prokon-Insolvenz. Und daraus resultierend hält uns aktuell das Kleinanlegerschutzgesetz auf Trab. Prokon hat sozusagen ein schlechtes Licht auf  alle grünen Gel­danlagen geworfen. Deshalb wurde letztendlich auch das Gesetz „zum Schutz der Kleinanleger“ verabschiedet. Dies schränkt Unternehmen wie uns immens ein, was Werbung betrifft. Unseres Er­achtens gleicht das schon fast einer „Entmündigung“ der Anleger. Denn bei jeder Geldanlage gilt: Erst informieren, dann anlegen. Wir von UDI stellen schon immer ausführliche schriftliche Unterlagen vor Abschluss zur Verfügung und weisen z.B. auch schon immer auf etwaige Risiken unserer Geldanla­gen hin.

Die Finanzbranche hat durch die weltweite Bankenkrise stark gelitten und mit ihr auch die Rep­utation der Finanzdienstleister. Wie und mit welchen Produkten bekommen Sie das Vertrauen Ihrer Kunden?

Vertrauen gewinnt man nur mit Offenheit, Seriosität, Erfahrung. Und man wird letztendlich an der erbrachten Leistung gemessen. Wir setzen bei unseren Finanzprodukten auf Sachwerte statt Bankeinlagen und damit auf reelle, greifbare Werte.

UDI bietet Beteiligungs-Fonds aus den Bereichen Wind-, Solar- und Bioenergie. Wie sicher sind diese Geldanlagen und weshalb haben Sie sich für die Erneuerbaren im Produktportfo­lio entschieden?

Bei unseren Geldanlagen handelt es sich um unternehmerische Beteiligungen. Hier liegt der Vorteil in der Solidität, denn eine unternehmerische Investition ist durch Sachwerte unterlegt. Aber es gibt keine Einlagensicherung, wie bei Bankkonten.

Bei uns sind Erneuerbare Energien unser Geschäftsmodell und nicht nur ein Teil des Produktportfoli­os, d.h. es ist unsere Kernkompetenz – und das seit vielen Jahren. Dass dies die richtige Entschei­dung war, wurde leider durch Fukushima noch bestärkt. Denn wir tragen schließlich auf Verantwor­tung für die noch kommenden Generationen.

Welches sind Ihre nächsten Meilensteine?

Wir sind weiterhin bestrebt, unseren Kunden attraktive und rentable Geldanlagen im Bereich Erneu­erbare Energien und Energieeffizienz zu bieten. Hier müssen wir uns natürlich auch immer an der aktuellen Gesetzgebung orientieren, wie z.B. dem Erneuerbare Energien-Gesetz, sowie den recht­lichen Rahmenbedingungen für die Förderung der "grünen" Energie.

Welche Visionen und Wünsche haben Sie für dieses Jahr?

Dass grüne Geldanlagen auch einmal positiv in der Presse dargestellt werden und die Medien objektiv darüber berichtet. Leider werden die Anlagemöglichkeiten in diesem Bereich oft nur in Zusammenhang mit den schwarzen Schafen (die es natürlich, wie überall, gibt), dargestellt. Die vielen "weißen" Schafe, wenn Sie den Vergleich gestatten, die Jahr für Jahr ihren Anlegern gute Erträge auszahlen und mit ihren Investitionen dafür gesorgt haben, dass Erneuerbare Energien heute bereits über ein Viertel des deutschen Strombedarfs decken - über die sollte man berichten!



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