tamyca Die CarsharingPlattform (heute snappcar)
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tamyca - Die Carsharing-Plattform (heute snappcar)

"Carsharing ist ein stark wachsender Trend und verändert das Mobilitätsverhalten vieler Menschen in den Metropolregionen."

"Carsharing ist ein stark wachsender Trend und verändert das Mobilitätsverhalten vieler Menschen in den Metropolregionen."

UMWELTHAUPTSTADT.de: Herr Minis, Sie und Ihre Mitgründer bieten seit November 2010 Privatpersonen die Möglichkeit Fahrzeuge über eine Internetplattform zu teilen. Können Sie diesen Trend bestätigen?

Michael Minis: Absolut. Als wir im November 2010 mit dem Service www.tamyca.de (heute snappcar) starteten war diese Idee noch vollkommen neu. Zwar klingt es logisch ein Fahrzeug, dass nur etwa 1 Stunde am Tag genutzt wird und trotzdem mehrere tausend Euro im Jahr kostet, zu vermieten, um die damit verbundenen Kosten zu refinanzieren, jedoch ist dazu ein Umdenken notwendig. Nachdem immer mehr Menschen ihre Fahrzeuge anbieten, es ausprobiert haben und Vertrauen in die Community, die Zusatzversicherung und den Service gefasst haben, sehen wir gerade in den letzten beiden Jahren ein starkes Wachstum auf der Plattform.

Wie erklären Sie sich das starke Wachstum in den letzten beiden Jahren?

Dieser Trend ist auf die Verknüpfung vieler Faktoren zurückzuführen. Zum einen kann ein Wandel im Statusbewusstsein vieler Menschen beobachtet werden. Das eigene Auto verliert an Bedeutung, wobei elektronische Geräte und Reisen vielen Menschen wichtiger werden. Zum anderen ist die Anschaffung eines eigenen Autos für viele Menschen schlicht zu teuer geworden. Zusätzlich lebt ein großer Teil der westlichen Gesellschaft zunehmend bewusster und macht sich Gedanken zu den ökologischen Auswirkungen ihres Konsums. Diese Faktoren treffen auf die immer stärker werdende Präsenz von Carsharing-Fahrzeugen in den Städten und groß angelegten Kampagnen für neue Carsharing-Konzepte. Diese Kampagnen fallen also auf einen fruchtbaren Boden und öffnen vielen Menschen die Augen für neue Mobilitätskonzepte.

Letztlich ist das Wachstum auch auf die immer bessere Vernetzung und Nutzbarkeit der Angebote zurückzuführen. So haben wir im Bezug auf den tamyca-Service festgestellt, dass die spontane Nutzung durch die Smartphone-Apps die Attraktivität und Flexibilität für den Nutzer stark erhöht.

Wo sehen sie die Unterschiede zwischen dem klassischen Carsharing, den Angeboten der Automobilhersteller und privatem Carsharing? Muss man sich für eins entscheiden?

Das schöne an den Mobilitätskonzepten ist die Vielfalt und, dass es für jeden Bedarf ein passendes Konzept gibt. Man muss sich als Nutzer daher nicht grundsätzlich entscheiden, sondern schauen, welchen Mobilitätsbedarf man hat und welches Angebot einem zur Verfügung steht. Anschließend wählt man das passende Angebot.

Beim klassischen Carsharing werden die Nutzer meist gegen eine monatliche Gebühr Mitglied und können auf Fahrzeuge zugreifen, die an Carsharing-Stationen für sie bereitstehen. Kosten entstehen bei der Nutzung meist pro Stunde und gefahrenem Kilometer. Das Konzept eignet sich für alle, die im Umfeld einer solchen Station Leben oder Arbeiten und einen regelmäßigen Mobilitätsbedarf abdecken möchten.

Die Automobilhersteller, etwa Daimler (Car2Go), BMW (Drive Now) und Citroen (Mulitcity), bieten mit ihrem free-float-Konzept einen Ansatz für kurze Fahrten innerhalb der Stadt. Gegen eine einmalige Mitgliedsgebühr stehen in den Ballungszentren der deutschen Großstädte mehrere hundert Fahrzeuge direkt am Straßenrand zur Nutzung bereit. Eine Reservierung der Fahrzeuge ist nicht notwendig und die Fahrzeuge müssen nicht am Ausgangspunkt oder bestimmten Stationen abgegeben werden. Sie bieten daher größtmögliche Flexibilität. Allerdings stehen diese Angebote nur in Großstädten zur Verfügung.

Privates Carsharing bietet Autobesitzern die Möglichkeit ihr Fahrzeug zur Vermietung anzubieten und den Preis

für das Fahrzeug selbst zu bestimmen. Für Mieter bietet es die Freiheit ein bestimmtes Fahrzeug, vom Smart, über den Transporter, bis zum Porsche direkt in der Nachbarschaft zu mieten. Damit ist diese Form nicht an eine Region oder ein Ballungszentrum gebunden. Die Registrierung ist für die Nutzer vollkommen kostenlos, erst bei der Anmietung eines Fahrzeugs entstehen Kosten für das Fahrzeug und die Zusatzversicherung, die Fahrer und Fahrzeug vollkaskoversichert.


Durch die Attraktivität des Carsharing-Marktes entwickeln sich immer neue Carsharing-Konzepte wie etwa CiteeCar in Berlin und Hamburg. Denken Sie, dass sich eines der Konzepte langfristig durchsetzen wird?

CiteeCar ist ein klasse Konzept. Es kombiniert klassisches und privates Carsharing, indem Anbietern von Parkplätzen (Hosts) ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt wird, dass sie der CiteeCar Community zur Verfügung stellen, wenn sie es nicht brauchen. Ich denke, dass es in Zukunft weitere Konzepte und Geschäftsmodell-Innovationen geben wird. Zunächst werden die verschiedenen Angebote parallel existieren und dem Kunden die Möglichkeit bieten, dass attraktivste Angebot zu nutzen. Langfristig werden sich die Konzepte durchsetzen, die auf Grundlage eines nachhaltigen Geschäftsmodells aufgebaut wurden. Welche das sein werden ist meiner Meinung nach noch nicht abzusehen. 


Wird Carsharing helfen das Mobilitätsverhalten der Menschen auch in ländlichen Regionen zu verändern?

Oft führen lange Wege und nicht optimal ausgebauter ÖPNV in den ländlichen Regionen zu einer Prägung des Mobilitätsverhaltens. Für viele Wege sind die Bewohner dieser Regionen daher auf ein Auto angewiesen und schaffen als logische Konsequenz ein eigens Fahrzeug an. Privates Carsharing kann gerade in diesen Regionen helfen, die bereits angeschafften Fahrzeuge besser zu nutzen und eine Alternative zur Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs darstellen. Wir sind überzeugt davon, dass die wachsende Bekanntheit von Carsharing und die damit verbundene Veränderung das Mobilitätsverhaltens auch in ländlichen Regionen verändern wird. Durch privates Carsharing ist dies einfach und sicher möglich.



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