Govinda: Naturkost seit 30 Jahren
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Govinda: Naturkost seit 30 Jahren

INTERVIEW | Govinda feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen. Von Anfang an gehörte zu den Stärken von Govinda, noch unbekannte Rohstoffe als erste auf den Markt zu bringen und auf die naturgegebene Wirkung aufmerksam zu machen. So waren sie beispielsweise die Ersten, die die Waschnuss und auch Chia Samen auf den deutschen Markt gebracht haben.

INTERVIEW | Govinda feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen. Von Anfang an gehörte zu den Stärken von Govinda, noch unbekannte Rohstoffe als erste auf den Markt zu bringen und auf die naturgegebene Wirkung aufmerksam zu machen. So waren sie beispielsweise die Ersten, die die Waschnuss und auch Chia Samen auf den deutschen Markt gebracht haben.

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25.04.2018 - Fotos: © Govinda

LifeVERDE: Frau Kinn, Govinda Natur feiert in diesem Jahr bereits 30-jähriges Jubiläum – herzlichen Glückwunsch! Erzählen Sie uns doch kurz, wie alles angefangen hat und welche Philosophie hinter Ihrem Geschäftskonzept steckt.

MIra Kinn: Alles begann 1988 mit Doris Maiwald´s Eröffnung eines kleinen vegetarischen Bio-Fachhandels in der Heidelberger Altstadt, dem Higher Taste. Die große Inspiration: langjährige Indienreisen und die Liebe zur ayurvedischen Lebensweise. Der Laden galt schnell als Geheimtipp, besonders bei den Studierenden. Und während die ersten Dattel-Kokos-Kugeln von Hand gerollt werden, stehen durch Frau Maiwald´s Schwangerschaft Veränderungen bevor und damit ward zugleich die Idee zum eigenen Hausversand geboren. "Hör auf die Natur" war Govinda´s Ratschlag an seinen Freund Siddharta in Herman Hesse´s gleichnamigen Roman und bringt auf den Punkt, was Doris Maiwald mit Ihrer Naturkost-Herstellung vermitteln möchte: "Hör auf die Natur, und du weißt, was gut für dich ist.

Die ganze Geschichte haben wir auf unserer Facebook-Seite in einem kleinen Comic zusammengestellt.

Bei Ihnen findet man viele hierzulande oft unbekannte Rohstoffe. Können Sie einen kleinen Überblick über Ihre Produktpalette geben?

Ja, sehr gerne. Da wir uns unter anderem auch an naturnahen Praktiken aus anderen Ländern, sowie die Lehre von Ayurveda orientieren, reicht unsere Produktpalette von Waschnüssen und Jackfrucht aus Indien, Moringa aus Malawi, über Erdmandeln aus Niger, bis nach Argan- Öl aus eigener Produktion in Marokko. Dabei gehört genau das zu unseren Stärken, bei uns noch unbekannte Rohstoffe als erste auf den Markt zu bringen und auf die naturgegebene Wirkung aufmerksam zu machen. Wir waren beispielsweise die Ersten, die die Waschnuss und auch Chia Samen auf den deutschen Markt gebracht haben. Auch mit der Idee diese Rohstoffe in Süßigkeiten ohne zusätzlichen Zucker und vegan, sowie glutenfrei zu verarbeiten (Beispielsweise Acai- und Prana-Kugeln), bereits vor 30 Jahren, waren wir echte Vorreiter, bereits vor der großen Vegan- und Superfoodwelle.

Wen möchten Sie mit Ihrem Angebot erreichen und was schätzen Ihre Kunden besonders?

Unsere Kunden wissen, dass wir Transparenz, Qualität, Innovation und eine achtsame Lebensweise großschreiben. Diesem Anspruch wollen wir gerecht bleiben und es sind gleichzeitig genau die Kunden die wir ansprechen möchten. Neugierig, offen, reflektiert und engagiert. Wir sind stolz darauf, dass unsere Kunden verstanden haben, dass so etwas wie der Kauf von Ernährung auch ein politisches Statement sein kann, beziehungsweise unsere Welt maßgeblich beeinflusst, zusätzlich zu den eigenen gesundheitlichen Benefits.

Worauf legen Sie bei Ihrer nachhaltigen Ausrichtung besonderen Wert? Unterstützen Sie auch soziale Projekte?

Wenn wir Produkte aus Ländern wie Indien oder Malawi beziehen, dann versuchen wir gleichzeitig das so nachhaltig wie möglich zu tun. Mit dem Kauf und Verkauf der Waschnuss beispielsweise, unterstützen wir eine Frauen Kooperative und fördern gleichzeitig ökologisches Waschen, hier bei uns in Deutschland. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützen wir Kleinbauern in Malawi, indem wir sie im Anbau und in der Vermarktung von Moringa ausbilden und sie ebenfalls in der Biozertifizierung ihrer Moringa Produkte begleiten. Zudem unterstützen wir auch lokale Projekte, wie beispielsweise durch Spenden an die deutsche Leukämie Forschung, oder Lebensmittelspenden beispielsweise an das Netzwerk living utopia, "dessen begleitende Motive Veganismus und Ökologie sind und dass es sich unter anderem zum Ziel gemacht hat, Menschen die Vorteile einer ökologischen, veganen Ernährung aufzuzeigen".

Wie entwickelt sich Govinda Natur nach 30 Jahren weiter? Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Auch nach 30 Jahren ist Govinda weiterhin im Umschwung und neue Projekte stehen an. Momentan wird ein neuer Hauptsitz in Neustadt an der Weinstraße nach ökologischer Bauweise gebaut. Das Gebäude wird komplett autark sein und sich mit einer 100.000-Kilowatt-Photovoltaik-Anlage selbstversorgen. Zudem bringt die junge Generation neuen Schwung ins Unternehmen, Jasmin hat Marketing studiert, und möchte einen Wandel für ihre eigene Generation bestärken. Digitalisierung, Social Media etc., das sind Themen mit denen sie sich auseinandersetzt. Vor allem aber den Charakter, dass Govinda eine Marke für alle sein soll, die dem Kunden erlaubt mitzubestimmen, er also eine "Konsumerstimme" hat. Dies spiegelt sich wieder in dem bereits veröffentlichten neuen Logo und seinem Claim: Natürlich für dich. Weitere Ziele werden zum Beispiel sein, Nachhaltigkeit weiter auszubauen durch beispielsweise Verpackungsweise und mehr soziale Projekte zu unterstützen.

Welche Veränderungen stellen Sie bei Ihren Kunden fest und welche Trends möchten Sie mitgestalten?

Vom Gefühl her, steigt die Bewusstheit der Kunden über ihre eigene Konsumerstimme stetig. Man möchte nicht einfach nur das günstigste Produkt, sondern mit seinem Kauf Qualität und Nachhaltigkeit, auch in Form von sozialen Umständen, generieren und unterstützen. Wir freuen uns darüber, dass beispielsweise auch eine vegane-, bewusste Ernährung, nicht mehr eine Nischenentwicklung ist, sondern in der Gesellschaft angekommen ist. Gerne lernen wir auch von unseren Kunden und gehen auf deren Wünsche ein. So bieten wir zum Beispiel auch den Weihnachtskalender Nachfüllpack an, um den unverpackt Trend zu unterstützen. Gerade zum Thema ökologische Verpackungen würden wir gerne noch mehr machen und sind auch schon aktiv an einer Lösungssuche.

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