Grüne Wirtschaft

FACHKONGRESS HOLZENERGIE: Wandel mit Holz

INTERVIEW I Der FACHKONGRESS HOLZENERGIE treibt mit über 250 Expert*innen Innovation, Klimaschutz und die Wärmewende in Deutschland voran – Zukunft zum Anfassen!

INTERVIEW I Der FACHKONGRESS HOLZENERGIE treibt mit über 250 Expert*innen Innovation, Klimaschutz und die Wärmewende in Deutschland voran – Zukunft zum Anfassen!

30.07.2025, ein Beitrag von: Louisa Becker - Bild: FACHKONGRESS HOLZENERGIE

 

Gerolf Bücheler, Geschäftsführer des Bundesverbands Bioenergie e. V. (BBE) und des Fachverbands Holzenergie (FVH), macht den FACHKONGRESS HOLZENERGIE zur Leitveranstaltung für nachhaltige Wärmelösungen in Deutschland. Über 250 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik tauschen sich hier zu Innovationen, politischen Rahmenbedingungen und zukunftsfähigen Geschäftsmodellen rund um die Holzenergie aus. Der Kongress zeigt eindrucksvoll, wie Holzenergie die Energiewende im Wärmesektor vorantreibt und Klimaschutz aktiv gestaltet. Für alle, die den Wandel mitgestalten wollen, ist das der zentrale Branchentreffpunkt.

Bild: FACHKONGRESS HOLZENERGIE 

LifeVERDE: Was genau ist der FACHKONGRESS HOLZENERGIE – wer organisiert ihn, wer kommt dorthin und was erwartet die Teilnehmenden?

GEROLF BÜCHELER, Geschäftsführer des BUNDESVERBANDS BIOENERGIE E.V. (BBE) und des FACHVERBANDS HOLZENERGIE (FVH): Der FACHKONGRESS HOLZENERGIE ist die Leitveranstaltung in Deutschland für alle Themen rund um die energetische Nutzung von Holz. Veranstaltet wird er vom Fachverband Holzenergie (FVH), Mitveranstalter ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Jedes Jahr bringt der Kongress mehr als 250 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen, die sich mit den Themen Energiewende, Transformation des Wärmesektors, Klimaschutz und nachhaltige Forstwirtschaft befassen.

Die Teilnehmenden erwartet ein umfangreiches zweitägiges Programm mit über 60 Fachvorträgen, die sich mit politischen Rahmenbedingungen, technischen Innovationen, Nachhaltigkeit und neuen Geschäftsmodellen in der Holzenergie beschäftigen. Neben den inhaltlichen Inputs bietet der Kongress auch zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch, Networking und Kennenlernen neuer Kontakte – sei es in den Sessions selbst, in den Pausen, bei der Exkursion, beim Abendempfang oder im Ausstellerbereich.

LifeVERDE: Welche Rolle spielt der Kongress in der aktuellen Debatte um erneuerbare Energien und die Energiewende in Deutschland?

Der FACHKONGRESS HOLZENERGIE ist weit mehr als nur eine Fachveranstaltung – er ist ein bedeutendes Forum innerhalb der Debatte um eine nachhaltige Energieversorgung in Deutschland. In Zeiten von Klimakrise, Energieunsicherheit und Ressourcenknappheit zeigt der Kongress auf, welchen Beitrag die Holzenergie zur Wärmewende leisten kann. Unternehmen und Kommunen, die ihre fossile Energie- und Wärmeversorgung auf erneuerbare Alternativen umstellen wollen, können sich hier in dem zunehmend komplexen Umfeld orientieren, zu Best-Practice Beispiele informieren und die passenden Ansprechpartner treffen.

Dabei geht es nicht nur um die Vermeidung fossiler Emissionen, sondern zunehmend auch um das Potenzial sogenannter negativer Emissionen – etwa durch die Herstellung von Pflanzenkohle oder durch das Abscheiden von CO₂ aus den Rauchgasen moderner Holzfeuerungsanlagen. Die Diskussionen auf dem Kongress spiegeln wider, dass Holzenergie langfristig eine zentrale Rolle im erneuerbaren Energiemix spielen wird, nicht nur in der Beheizung von Gebäuden, sondern vor allem bei Wärmenetzen oder der industriellen Prozesswärme.

LifeVERDE: Welche Berufe oder Tätigkeitsfelder sind in der Holzenergiebranche besonders gefragt – heute und in Zukunft?

Die Holzenergiebranche ist ausgesprochen vielfältig und verknüpft technische, ökologische und wirtschaftliche Aspekte miteinander. Besonders gefragt sind derzeit Fachkräfte im Bereich des Anlagen- und Maschinenbaus, also Personen, die sich mit der Entwicklung, Planung und Wartung moderner Holzfeuerungsanlagen beschäftigen. Ebenso wichtig sind Expert*innen aus der Forstwirtschaft, die die nachhaltige Bereitstellung von Energieholz sicherstellen.

Darüber hinaus gibt es auch eine starke Nachfrage nach qualifizierten Fachleuten im Bereich der Energieplanung, beispielsweise für die Umsetzung kommunaler Wärmenetze, sowie im Bereich der Nachhaltigkeitsbewertung und Zertifizierung. Auch politische Beratung, Kommunikation und die wissenschaftliche Begleitung von Projekten sind zunehmend relevante Arbeitsfelder. Die Branche braucht Menschen, die technisch denken, ökologisch handeln und systemische Lösungen entwickeln können.

LifeVERDE: Wie gelingt der Einstieg in die Branche – über Ausbildung, Studium oder Quereinstieg?

Der Einstieg in die Holzenergiebranche kann über ganz unterschiedliche Wege erfolgen. Ein klassischer Zugang führt über einschlägige Ausbildungsberufe, etwa im Bereich der Heizungs-, Umwelt- oder Forsttechnik. Viele Hochschulen und Fachhochschulen bieten Studiengänge an, die für die Branche relevant sind – zum Beispiel in der Energie- und Umwelttechnik, der Forstwissenschaft oder der erneuerbaren Energien.

Darüber hinaus gibt es in der Branche auch für Quereinsteiger*innen gute Möglichkeiten. Weiterbildungsangebote, etwa durch Industrie- und Handelskammern oder berufsbegleitende Studienprogramme, öffnen den Zugang für Personen mit technischem oder planerischem Hintergrund. Viele Unternehmen der Branche bieten außerdem Praktika oder Werkstudentenstellen an, bei denen junge Menschen wertvolle Praxiserfahrung sammeln können. Der Besuch von Fachveranstaltungen wie dem FACHKONGRESS HOLZENERGIE bietet zusätzlich hervorragende Gelegenheiten zur beruflichen Orientierung und Vernetzung.

LifeVERDE: Welche Rolle spielen Innovationen und Digitalisierung in der Holzenergie – und wie verändern sie die Arbeitswelt?

Innovationen sind in der Holzenergie ein wesentlicher Treiber für Fortschritt und Zukunftssicherheit. In den letzten Jahren hat sich die Branche stark weiterentwickelt – nicht nur in Bezug auf die technische Effizienz der Anlagen, sondern auch im Hinblick auf Emissionsminderung und digitale Steuerungssysteme. Moderne Feuerungsanlagen verfügen heute über hochentwickelte Sensorik, automatisierte Regelungstechnik und digitale Schnittstellen für die Fernüberwachung.

Zudem eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten der Wartung, Datenanalyse und Optimierung von Anlagen im laufenden Betrieb. Auch bei der intelligenten Steuerung von Wärmenetzen oder der Integration von Holzenergie in hybride Versorgungssysteme spielt sie eine immer wichtigere Rolle. Neue Anwendungen wie die Produktion von Wasserstoff aus Holzgas oder die Nutzung von Biomasse für CO₂-Abscheidung verändern darüber hinaus die Anforderungen an Fachkräfte und schaffen neue Berufsfelder. In der Arbeitswelt bedeutet das: Wer technisches Verständnis mit Innovationsgeist kombiniert, hat in der Holzenergiebranche sehr gute Perspektiven.

LifeVERDE: Wie nachhaltig ist Holzenergie wirklich – und welche Standards gelten in der Branche?

Die Nachhaltigkeit der Holzenergie hängt entscheidend davon ab, wie und wo das Holz gewonnen und wie effizient es genutzt wird. In Deutschland wird Holz für die Energiegewinnung überwiegend aus Reststoffen der Forst- und Holzwirtschaft gewonnen, etwa aus Sägenebenprodukten oder aus Durchforstungsholz, also aus der Waldpflege. Eine weitere wichtige Quelle für die energetische Holznutzung ist Altholz, also z.B. alte Möbel, Bauholz, Paletten oder ähnliches, für das es keine stoffliche Weiterverwendungsmöglichkeiten gibt. Eine vollständige stoffliche und energetische Verwertung der Ressource Holz ist dabei das Ziel – ganz im Sinne einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft.

Darüber hinaus gelten in der Branche strenge gesetzliche Vorgaben, unter anderem durch die Erneuerbare-Energien-Richtlinien RED II und RED III der EU. Diese definieren klare Nachhaltigkeitsstandards, etwa in Bezug auf Herkunft, Waldschutz und CO₂-Bilanz. Die technische Entwicklung trägt ebenfalls zur Nachhaltigkeit bei: Moderne Anlagen arbeiten mit hohen Wirkungsgraden, sauberer Verbrennung und effektiver Filtertechnik. All das zeigt: Holzenergie kann – bei verantwortungsvoller Anwendung – einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, und gleichzeitig die Anpassung der Wälder an den Klimawandel unterstützen, indem Absatzwege für Reststoffe aus dem Waldumbau geschaffen werden.

LifeVERDE: Welche Möglichkeiten gibt es für junge Menschen oder Quereinsteiger*innen, sich aktiv in die Energiewende einzubringen – speziell im Bereich Holzenergie?

Für junge Menschen gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich aktiv in die Branche einzubringen. Praktika, Werkstudententätigkeiten und Abschlussarbeiten bei Unternehmen, Verbänden oder Forschungseinrichtungen sind ein guter Einstieg. Auch viele Hochschulen kooperieren mit Akteuren der Holzenergiebranche, sodass ein praxisnaher Zugang bereits im Studium möglich ist.

Für Berufstätige, die sich neu orientieren möchten, bieten sich Weiterbildungen, Zertifikatslehrgänge oder berufsbegleitende Studiengänge an. Außerdem sind Veranstaltungen wie der FACHKONGRESS HOLZENERGIE oder die Plattformen des Fachverbands Holzenergie hervorragende Anlaufstellen, um sich über die Branche zu informieren, mit Akteuren ins Gespräch zu kommen und erste Netzwerke zu knüpfen. Wer Lust hat, einen echten Beitrag zur Energiewende zu leisten, findet im Bereich Holzenergie viele konkrete und zukunftsfähige Möglichkeiten.

LifeVERDE: Warum lohnt es sich – ob als Fachkraft, Studierende*r oder Interessierte*r – den FACHKONGRESS HOLZENERGIE zu besuchen?

Der Besuch des FACHKONGRESSES HOLZENERGIE lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Zum einen bietet das Programm einen kompakten und zugleich tiefgehenden Überblick über die neuesten Entwicklungen in der Branche – von politischen Rahmenbedingungen über technische Innovationen bis hin zu ökologischen Fragen. Zum anderen bietet der Kongress eine ideale Gelegenheit, sich mit anderen Fachleuten, Praktiker*innen und Entscheidungsträger*innen auszutauschen.

Für Studierende oder Berufseinsteiger*innen ist der Kongress eine hervorragende Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen, Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu gewinnen und potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen. Für erfahrene Fachkräfte bietet er Raum zur Weiterbildung, zur Diskussion und zur strategischen Ausrichtung. Und nicht zuletzt ist der Kongress auch ein Ort der Begegnung – sei es beim Abendempfang, bei der Ausstellung oder im gemeinsamen Gespräch zwischen den Sessions. Wer sich für die Zukunft der Energie interessiert, findet hier nicht nur Antworten, sondern auch Perspektiven.

Vielen Dank für das Gespräch!

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