Eine App, die gesünder macht
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Eine App, die gesünder macht

Die App "CO2 fit" von Changers motiviert die MitarbeiterInnen vom Auto aufs Fahrrad zu wechseln, mehr zu laufen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Die App "CO2 fit" von Changers motiviert die MitarbeiterInnen vom Auto aufs Fahrrad zu wechseln, mehr zu laufen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

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17.11.2016 - Foto: Changers Gründer

LifeVERDE: Herr Schulz, die App ‚CO2 fit‘ von Changers vereinfacht Gesundheitsförderung und Klimaschutz für Unternehmen. Wie genau funktioniert dieses Zusammenspiel?

MARKUS SCHULZ (Geschäftsführer): Wir motivieren die MitarbeiterInnen vom Auto aufs Fahrrad zu wechseln, mehr zu laufen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Das sorgt zum einen für gesunde Bewegung und spart zum anderen CO2 ein. Die User erhalten  für ihre zurückgelegten Wegstrecken eine CO2 Bilanz und lernen, die Auswirkungen des eigenen Mobilitätsverhaltens auf die Umwelt zu beurteilen. Zudem verbinden wir die persönlichen Leistungen der TeilnehmerInnen mit Spenden- und Aufforstungsprojekten.

LV: Können Sie ein paar konkrete Beispiele dafür geben, welche Aktivitäten belohnt werden?

MS: Da ist einerseits die nachhaltige Mobilität wie Laufen, Radfahren und den ÖPNV benutzen und andererseits sind es gesundheitsrelevante Aktivitäten wie Ernährung, Sport oder die Teilnahme an Seminaren und medizinischer Prävention.

Wir möchten Hilfestellung geben, informieren und belohnen, wenn TeilnehmerInnnen einen gesünderen Lebensstil beginnen wollen. Das kann damit beginnen, dass ich darauf achte ausreichend Wasser am Tag zu trinken. Das ist gut für meine Gesundheit und ich werde mit Bonuspunkten dafür belohnt. Zusätzlich erfahre ich aber auch, dass Leitungswasser, dass bei uns am besten kontrollierte Lebensmittel ist und dass ich, wenn ich das Wasser aus der Leitung trinke und nicht erst teuer im Supermarkt einkaufe, eine CO2 Einsparung von 230 g je Liter erzeuge.

So ist das übrigens mit fast allen Dingen, die gut für uns sind, sie sind meist auch gut für die Umwelt. Ob es die eigene Bewegung, das Leitungswasser, das vegetarische Mittagsgericht oder der Verzicht auf Süßigkeiten ist – am Ende geht es mir besser und die Umwelt sagt Danke.

LV: Gibt es bereits erste positive Feedbacks von Unternehmen und ihren Mitarbeitern als Nutzern?

MS: Menschen lieben Bäume. Menschen lieben Gutes tun. Dieses Feedback von den Teilnehmern und den Unternehmen bekommen wir ständig. Die unmittelbare Verbindung von der eigenen Leistung z.B. 100 km mit dem Rad gefahren zu sein und dann einen Baum gepflanzt zu bekommen, ist ein wichtiges Motivationstool.

Auch konnten wir bei den ersten Challenges, die nun ins zweite Jahr gehen einen TeilnehmerInnen-Zuwachs von bis zu 40% feststellen. Wir erfahren zudem meist ganz nebenbei, dass die Unternehmen sich damit zu beschäftigen beginnen, wie generell die Mobilität im Unternehmen nachhaltig verbessert werden kann, sei es durch die Einführung von Pedelecs als Firmenfahrräder oder die Vermeidung bzw. CO2 Kompensation von Flügen. Das ist ein toller Bewusstseinsentwicklungsprozess, der damit anfängt, dass ich aufs Fahrrad steige und dafür positiv motiviert werde.

LV: Mit den durch eingespartes CO2 erworbenen Bonuspunkten können verschiedenste Projekte finanziell unterstützt werden. Glauben Sie, dass diese innovative und spielerische Form des Spendens in Zukunft das reine ‚Ausstellen von Spendenschecks‘ ablösen wird?

MS: Ich glaube, davon zu sprechen, sind wir noch weit entfernt. Was wir ja lediglich ermöglichen, ist die aktive Einbindung von MitarbeiterInnen in den Spendenprozess. Diese müssen aktiv werden, tun Gutes für sich und damit Gutes für alle. Das ist sicherlich ein starkes Momentum das genutzt werden sollte.

Wir würden uns freuen, wenn mehr NGO’s wie UNICEF, NABU oder Greenpeace Changers ganz bewusst für das Fundraising in den Unternehmen einsetzen würden. Wir geben den Unternehmen immerhin gute Gründe, dauerhaft zu spenden. Gesunde und engagierte Mitarbeiter und ein großartiges Arbeitgeber-Image.

LV: Als zusätzliche Motivatoren gibt es Rankings und Awards. Ist auch das eine erfolgreichere Form für mehr Bürgerbeteiligung im Bereich Umwelt- und Klimaschutz?

MS: Ranking und Awards sind Teil von Spiele-Mechaniken, die gerade in den Bereichen nützlich sind, in denen von Menschen eine intrinsische Motivation zur Teilnahme wie selbstverständlich erwartet wird, wozu sicherlich auch die Bereiche Umwelt- und Klimaschutz aber auch die Gesundheitsvorsorge gehören.

Wir denken Gamification jedoch noch einen Schritt weiter. So könnten die Bonuspunkte, die sich die User durch ihren Beitrag im Umwelt- und Klimaschutz verdient haben, einen realen Wert darstellen, indem Sie als CO2 Klimawährung akzeptiert werden für z. B. staatliche Gesundheits-, Bildungs- und Mobilitäts- Dienstleistungen.

Den Herstellungsprozess für diesen neuen Tauschwert legen wir „in diesem Spiel“ auf einen Kilometer Laufen oder Radfahren fest. Damit können wir weltweit allen Menschen Zugang zu einer einheitlichen CO2 Klimawährung geben, die jeder selbst herstellen kann und bei deren Herstellung immer ein gesellschaftlicher Nutzen entsteht. Game reloaded!

LV: Gibt es weitere Features?

MS: Die CO2 fit Wettbewerbe finden sowohl individuell als auch in Teams statt. Wir passen die App entsprechend den Anforderungen der Unternehmen mit deren Logo und Teameinstellungen an. So können Niederlassungen, Abteilungen oder aber auch frei gewählte Teams miteinander in den spielerischen Wettbewerb treten.  MitarbeiterInnen, die kein Smartphone besitzen, können ebenfalls über ein Online-Portal mitmachen. Die App wird in Deutsch und Englisch ausgeliefert, weitere Sprachen sind auf Wunsch möglich.

MitarbeiterInnen können sich auch ohne Klarnamen und mit einer privaten Email-Adresse anmelden. Sollte ihnen das als zu viel erscheinen, besteht die Möglichkeit den eigenen Account auf „unsichtbar“ zu stellen. Zudem haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihren Account jederzeit in der App unwiderruflich zu löschen.

Die Art der Streckenerfassung haben wir entlang der Anforderungen von  Betriebsräten und Datenschutzbeauftragten in drei verschiedenen Automatisierungsgraden entwickelt. Das beginnt beim manuellen „Start / Stop“ drücken, so wie man es aus anderen Sport Apps her kennt. Der Teilnehmer bestimmt selbst, wann eine Strecke gemessen wird und wann nicht. Es folgt die Möglichkeit der halbautomatischen Streckenerfassung mittels Zugriff auf den im Smartphone eingebauten Schrittzähler und endet bei der Einstellung zum vollautomatischen Erfassen sämtlicher zurückgelegter Wegstrecken.

Auch beim Eintauschen von Bonuspunkten in betriebliche Leistungen ist keine Rückverfolgung von Bonuspunkt auf eine spezifische Leistungen des Teilnehmers möglich, da der User immer unter verschiedenen Aktivitäten wählen kann, für die er mit Bonuspunkten in unterschiedlicher Höhe belohnt wird. Die Unternehmen erhalten zudem lediglich eine kumulierte Datenauswertung, mit der sie die von allen TeilnehmerInnen erreichten Aktivitäten monitoren können.

LV: Wie schwer oder einfach ist es für Unternehmen, diese App in bestehende Prozesse zu implementieren?

MS: Wir haben den Einführungsprozess der App so leicht wie nur irgend möglich gestaltet. Die MitarbeiterInnen brauchen sich lediglich die App aus dem Apple App Store oder Google Play Store herunterzuladen, sich mit ihrer E-Mail Adresse oder einem Kennwort ausweisen und schon kann es losgehen.

Wir benötigen keine Einbindung der IT-Abteilung der jeweiligen Unternehmen. Die Hauptaufgabe der Unternehmen besteht in der Kommunikation und Auswahl der jeweiligen Challenge-Einstellungen und natürlich der Auswahl von entsprechenden Belohnungen. Zudem müssen meist Betriebsrat und Datenschutzabteilung der Einführung zustimmen. Dieser Prozess dauert je nach Unternehmen zwischen 4 Wochen und 12 Monaten.

LV: Wo gibt es die App?

MS: Im Apple App Store und im Google Play Store.

Einfach „Changers CO2 fit“ suchen, aufs Smartphone laden und los kann es gehen.



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