Eine Bewegung für Transparenz, Nachhaltigkeit und wahren Geschmack
Grüne Wirtschaft

Eine Bewegung für Transparenz, Nachhaltigkeit und wahren Geschmack

Followfish ist keine Marke, sondern eine Bewegung. Eine Bewegung, die für Transparenz, Nachhaltigkeit und wahren Geschmack steht. Wir unterhielten uns mit Jürg Knoll, Mitgründer und Partner von followfood, Friedrichshafen über das Thema Nachhaltigkeit in der Fischerei.

Followfish ist keine Marke, sondern eine Bewegung. Eine Bewegung, die für Transparenz, Nachhaltigkeit und wahren Geschmack steht. Wir unterhielten uns mit Jürg Knoll, Mitgründer und Partner von followfood, Friedrichshafen über das Thema Nachhaltigkeit in der Fischerei.

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05.01.2016

LifeVERDE: Was macht followfish?

JÜRG KNOLL: followfish ist eine Marke des Unternehmens followfood. Unter followfish produzieren und vertreiben wir nachhaltigen Tiefkühlfisch und eine Reihe von Fischprodukten wie Thunfisch-cremes und Thunfischsalate. Unter followfood umfasst unser Sortiment eine Reihe von Bio-Pizzen. Inzwischen bieten wir insgesamt über 50 Produkte an und wachsen zweistellig.

An wen richtet sich die Bewegung konkret?

Wir richten uns an jeden Konsumenten, für den Nachhaltigkeit, Transparenz und ein ehrlicher und respektvoller Umgang mit der Umwelt und Nahrungsmitteln eine wichtige Rolle spielt. Für Verbraucher ist es heute immer wichtiger, sich gesund, aber eben auch im Einklang mit der Natur zu ernähren.

Woher stammt Ihr Fisch und was macht Ihre Art des Fischfangs so nachhaltig?

Der Fisch stammt aus unterschiedlichen Gebieten, wo wir mit ausgewählten  Partnern zusammenarbeiten. Unser zentraler Gedanke ist immer, dem Meer nie mehr zu entnehmen als nachwachsen kann. Daher kämpfen wir auch gegen illegale Fischerei. Sie finden auch keine gefährdeten Fischarten in unserem Sortiment. Sorten wie Muscheln und Lachs etwa stammen aus Bio-Aquazucht. Unser Thunfisch von den Malediven wird einzeln mit der Angel gefangen, so dass kein Beifang entsteht.  Lieber verzichten wir auf Geschäft, als die Umwelt und Meere noch weiter zu gefährden.

Auf immer mehr Produkten steht Bio und Nachhaltigkeit drauf. Auch die großen Supermarktketten werben mit diesen Versprechen. Worin genau unterscheiden sich Ihre Produkte von den Discounter-Produkten?

Hier müssen wir unterscheiden: Bio darf nur dann drauf stehen, wenn es sich um bio-zertifizierte Produkte handelt, die nachweisbar aus ökologischer Landwirtschaft kommen. Zwar wächst dieser Bereich erfreulicherweise in der Tat, aber wir haben immer noch gut 95 % Lebensmittel in Deutschland, die NICHT bio-zertifiziert sind.

Bei Nachhaltigkeit ist es anders, dieser Begriff ist rechtlich nicht geschützt und die Gefahr, dass hier unseriöse Trittbrettfahrer diesen Begriff für kurzfristige Erfolgssteigerung nutzen, ist da. Aber: Verbraucher und Verbraucherinnen sind heute extrem kritisch, hinterfragen grundsätzlich  alles und nutzen natürlich auch alle Informationsmittel, um die Wahrheit über Marken und Produkte zu erfahren.

Wir selber haben unsere Nachhaltigkeitskriterien von Beginn an an die des WWF Deutschland geknüpft, wobei wir heute sogar strengere Kriterien haben als der WWF.

Außerdem haben wir als erstes Unternehmen durch einen Tracking-Codes Konsumenten absolute Transparenz über Lieferketten und Zutaten gewährt. Denn unsere wichtigste Währung ist Vertrauen. Ich kenne kein anderes Unternehmen, das so transparent ist wie wir, was Zutaten und Produktionsumstände angeht. Verbraucher können uns also glauben, uns aber auch überprüfen.

Ist es am Ende des Tages nicht so, dass Sie momentan mit Ihrem Angebot eher eine Nische besetzen, soll heißen, nur eine kaufkräftige Klientel erreichen?

Das klingt ja fast so, also lohne es sich nicht, nachhaltig zu agieren, wenn man nicht gleich die große Masse erreicht. Das sehe ich anders. Vor allem, wenn ich mir unsere Wachstumsraten anschaue. Denn sie bedeuten ja, dass immer mehr Verbraucher darauf achten, was sie zu sich nehmen. Im Tiefkühlbereich sind wir bei den großen Märkten unter den Top-5 Marken. In den Biomärkten haben unsere Produkte einen Anteil von 44%. Tendenz weiter steigend. Unsere Bewegung wird also jährlich größer. Aber natürlich kosten Produkte in hoher Qualität und umweltschonend produziert mehr Geld als andere. Aber ich kenne inzwischen viele Menschen, die eher darauf verzichten, bestimmten Produkte zu essen oder sie weniger häufig zu sich nehmen, um sich dann lieber ab und zu hochwertige Waren wie die von followfood zu gönnen.  Wir erkennen da einen deutlich Richtungswechsel bei den Konsumenten. Wir bedienen längst keine Nische mehr.

Wie kann man den Konsumenten in seinem Nachhaltigkeitsverhalten, was den Fisch anbelangt, „umerziehen hin zu mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit.

Gott sei Dank geht der Trend ja schon in diese Richtung. Das Bewusstsein in der Bevölkerung steigt jedes Jahr, sonst wären wir in den letzten Jahren nicht so stark gewachsen. Inzwischen übernehmen Konkurrenten etwa die Idee mit den Tracking-Codes, weil sie merken, dass es ein Bedürfnis der Verbraucher nach Informationen gibt. Die „Umerziehung“ kommt also durch die größer werdende Bewegung selbst. Darüber hinaus engagieren wir uns aber auch durchaus lautstark wie etwa in diesem Jahr mit einer Kampagne gegen illegale Fischerei. Andere Unternehmen stecken viel Geld in Marketing, wir investieren lieber in eine Kampagne, die zu Verhaltensveränderung aufruft.

Den Produzenten der vierten Welt und den Schwellenländern werden Ihre Werte und Visionen höchst wahrscheinlich ein Dorn im Auge sein. Wie erreichen Sie auch diese Länder mit Ihrer Bewegung?

Das Gegenteil ist der Fall: Arme, unterentwickelte Länder träumen davon, dass der reiche Westen nicht einfach möglichst billig kauft, sondern partnerschaftlich gemeinsame Projekte mit ihnen aufbaut.  Auf diese Weise entstehen Arbeitsplätze und die Fischer haben ein Einkommen, von dem sie gut leben können. Denn auch das  gehört für uns zu unserem Verständnis von Nachhaltigkeit. Dass wir Menschen, die mit uns arbeiten, würdige Arbeitsbedingungen verschaffen. Im nächsten Jahr gehen wir dabei noch einen Schritt weiter, indem wir das erste Fairtrade-Fischprodukt auf den Markt bringen.

Was denken Sie: Wie entwickelt sich der Fischfang weltweit in den nächsten 10 Jahren? Wird es den Meeren eher besser oder schlechter gehen?

Wenn ich nicht daran glauben würde, dass man noch etwas zum Schutz der Meere tun kann, wären wir mit unserer Vision von followfood und followfish fehl am Platz. Uns ist aber auch klar, wir müssen große Anstrengungen unternehmen, um den Raubbau an der Natur einzudämmen. Auch deswegen freuen wir uns zum Beispiel sehr, wenn uns Konkurrenten Dinge nachmachen. Weil damit mehr Menschen für diese Themen erreicht werden. Nur dann kann sich etwas ändern. Eines der größten Probleme bleibt die illegale Fischerei. Auch hier hecken wir gerade einen Plan aus, wie wir das Problem an den Wurzeln packen können. Davon wird man im nächsten Jahr hören. Man braucht schon immer wieder neue Ideen, um Nachhaltigkeit kontinuierlich als elementares Thema zu befeuern.

Mehr zum Thema nachhaltige Ernährung.



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