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DOGHAMMER: Nachhaltige Barfußschuhe aus Europa

INTERVIEW I DOGHAMMER spricht über nachhaltige Barfußschuhe, regionale Materialien, europäische Produktion und warum Fußgesundheit Teil ihrer Vision ist.

 

 

INTERVIEW I DOGHAMMER spricht über nachhaltige Barfußschuhe, regionale Materialien, europäische Produktion und warum Fußgesundheit Teil ihrer Vision ist.

 

 

15.01.2026, ein Beitrag von: Katja Burau - Bild: DOGHAMMER

DOGHAMMER steht für nachhaltige Outdoor- und Lifestyleschuhe mit einem klaren Fokus auf Barfußschuhe. Das bayerische Unternehmen verbindet minimalistisches Design mit funktionaler Anatomie und setzt dabei konsequent auf natürliche, möglichst regionale Materialien wie Wolle und recycelten Kork. Produziert wird ausschließlich in Europa – in enger Zusammenarbeit mit einer familiengeführten Manufaktur in Portugal. Im Interview erklärt DOGHAMMER, warum echte Nachhaltigkeit bei der Materialwahl beginnt, weshalb Transparenz entlang der Lieferkette unverzichtbar ist und welche Rolle Fußgesundheit in der Zukunft des Unternehmens spielt.


Bild: DOGHAMMER, MAXIMILIAN HUNDHAMMER in der Produktion 

LifeVERDE: DOGHAMMER steht für nachhaltige Outdoor- und Lifestyleschuhe. Welche Vision verfolgt ihr ganz grundsätzlich – und wie spiegelt sie sich in euren Produkten wider?

MAXIMILIAN HUNDHAMMER, Gründer von DOGHAMMER: Grundsätzlich haben wir uns inzwischen stark auf nachhaltige Outdoor-, Lifestyle- und insbesondere Barfußschuhe ausgerichtet. Unser klarer Fokus liegt mittlerweile auf dem Bereich Barfußschuhe.

Das zeigt sich auch deutlich in der Gestaltung unserer Kollektionen, die zunehmend diesen Bereich abdecken – vom Barfuß-Freizeitschuh über den Woll-Barfußschuh bis hin zum Barfuß-Wanderschuh. Dabei ist die Auswahl nachhaltiger Materialien für uns ein zentrales Thema.

LifeVERDE: Die Materialwahl ist ein zentrales Nachhaltigkeitsthema. Welche natürlichen oder recycelten Materialien setzt ihr bei euren Schuhen ein, und warum habt ihr euch genau dafür entschieden?

Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei uns auf recyceltem Kork, den wir über unsere Aktion „Cork Collect“ sammeln – aus alten Weinkorken entstehen neue Schuhe.

Ein weiteres zentrales Material ist Wolle. Dabei setzen wir bewusst auf regionale Wolle – nicht aus Übersee, sondern zum Beispiel vom Pommernschaf, die wir über unseren Partner Nordwolle beziehen. Zudem verarbeiten wir portugiesische Urmerino-Wolle, die unweit unserer Schuhmanufaktur ihre Herkunft findet.

Aktuell haben wir ein eigenes Projekt gestartet, bei dem wir Wolle vom alpinen Steinschaf aus der Alpenregion verarbeiten. Diese verwenden wir in Form von ungefärbtem Loden, der durch seinen natürlichen Rest-Lanolin-Anteil besonders hochwertige Eigenschaften mitbringt.


Bild: Doghammer 

LifeVERDE: Made in Europe ist ein wichtiger Bestandteil eures Konzepts. Welche Vorteile seht ihr in der regionalen Produktion – sowohl ökologisch als auch sozial?

Unsere komplette Produktion erfolgt in Portugal, in einer familiengeführten Schuhmanufaktur. Das bringt gleich mehrere Vorteile: kurze Transportwege, schnellere Lieferzeiten und eine hohe Flexibilität. Wir können schneller auf Veränderungen reagieren und benötigen keine aufwändigen, langfristigen Kollektionsplanungen – das ist deutlich nachhaltiger.

Statt auf monatelange Seefracht zu setzen, ist die Ware in wenigen Tagen bei uns. Auch unsere Materialien stammen, wo möglich, aus Europa – wie zum Beispiel die Wolle, der Kork oder unsere Barfußsohlen, deren Hersteller nur 50 Kilometer von unserer Produktion entfernt sitzt.

LifeVERDE: Transparenz wird für Konsument*innen immer wichtiger. Wie stellt ihr sicher, dass entlang eurer gesamten Lieferkette fair und ressourcenschonend gearbeitet wird?

Transparenz ist uns extrem wichtig. Wir benennen offen unsere Lieferanten und die Produktionsstätte in Portugal. Unser Ziel ist es, dass jeder nachvollziehen kann, welchen Weg unsere Materialien und letztlich der Schuh selbst nehmen.

Ein Beispiel: Bei den Sohlen unserer Barfußwanderschuhe arbeiten wir mit Vibram zusammen – einem italienischen Hersteller. Leider werden diese Sohlen aktuell in Fernost produziert, was wir offen kommunizieren. Natürlich wäre es uns lieber, wenn die Sohlen direkt in Europa gefertigt würden. Aber bei bestimmten Komponenten ist das derzeit schlicht nicht möglich – sei es aus Gründen der Verfügbarkeit oder weil bestimmte Rohmaterialien nicht in Europa beschafft werden können.


Bild: Doghammer

LifeVERDE: Innovationen im nachhaltigen Schuhmarkt sind herausfordernd. An welchen neuen Produktentwicklungen oder Technologien arbeitet ihr aktuell?

Wir gehen bewusst zurück zu den Wurzeln – vom klassischen Schuh hin zum minimalistischen Barfußschuh. Man könnte meinen, dass solche Schuhe einfacher herzustellen sind, da weniger Materialien verwendet werden. Doch das Gegenteil ist der Fall: Gerade bei Barfußschuhen kommt es auf Passform, Flexibilität und anatomische Eigenschaften an.

Die Materialien müssen weich genug sein, der Schuh muss sich perfekt an den Fuß anpassen – daran arbeiten wir intensiv. Unsere Entwicklung richtet sich also ganz klar auf funktionale, anatomisch durchdachte Barfußschuhe aus.

LifeVERDE: Outdoor-Marken werden oft an ihrer Langlebigkeit gemessen. Was tut ihr, um die Haltbarkeit eurer Produkte zu erhöhen, und bietet ihr Reparatur- oder Kreislauflösungen an?

Natürlich muss man sagen: Ein Schuh ist ein Gebrauchsgegenstand – er nutzt sich ab, besonders wenn man ihn intensiv trägt. Aber wir setzen alles daran, seine Lebensdauer zu verlängern. In unserer Werkstatt in Rosenheim bieten wir für viele unserer Barfußschuhe eine Wiederbesohlung an. Zusätzlich übernehmen wir kleinere Reparaturen wie das Nachnähen von Nähten. Eine echte Kreislauflösung im Schuhbereich ist allerdings sehr komplex. Ein T-Shirt aus 100 % Baumwolle lässt sich vollständig recyceln – ein Schuh besteht jedoch aus 50 bis 60 Einzelteilen, die voneinander getrennt werden müssten. Das ist aktuell technisch kaum umsetzbar. Deshalb setzen wir lieber auf Materialien wie 100 % Wolle oder recycelten Kork – natürliche Stoffe, die biologisch abbaubar sind und bereits im Ursprung nachhaltig wirken.


Bild: Doghammer

LifeVERDE: Blick in die Zukunft: Welche Ziele habt ihr in den kommenden Jahren in Bezug auf Nachhaltigkeit, Sortimentserweiterung oder gesellschaftliches Engagement?

Unsere Zukunft liegt ganz klar im Bereich funktioneller Barfußschuhe. Auch das Thema Fußgesundheit wird für uns immer relevanter. Viele Beschwerden in unserer Gesellschaft lassen sich auf Fußfehlstellungen zurückführen – wir wollen hier ein Bewusstsein schaffen.

Wir arbeiten weiter daran, regionale Materialien wie Wolle aus unseren eigenen Projekten – etwa mit Nordwolle – einzusetzen. Dabei stellen wir fest, wie herausfordernd regionale Lieferketten selbst innerhalb Europas sein können, gerade wenn es um Wollverarbeitung oder Recycling geht. Vieles davon wurde in den letzten Jahrzehnten ins Ausland ausgelagert.

Deshalb sehen wir uns auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung. Wir möchten nicht nur Barfußschuhe verkaufen, sondern unsere Kund:innen dafür sensibilisieren, wie wichtig gesunde Füße sind. Wir geben Anstöße, vermitteln bei Bedarf auch an Coaches oder Laufexperten.

Für uns ist das eine ganzheitliche Aufgabe – nachhaltig produzieren, aufklären und die Menschen ermutigen, bewusster mit ihren Füßen und ihrer Umwelt umzugehen.

Nachhaltigkeit mit Haltung – warum DOGHAMMER überzeugt

DOGHAMMER zeigt im Interview sehr klar, dass Nachhaltigkeit für das Unternehmen kein Marketingversprechen, sondern eine konsequente Gestaltungsentscheidung ist. Der Fokus auf Barfußschuhe, regionale Materialien wie Wolle und recycelten Kork sowie die transparente europäische Produktion machen deutlich: Hier wird versucht, ökologische Verantwortung, Funktionalität und Fußgesundheit ganzheitlich zusammenzudenken. Gleichzeitig scheut DOGHAMMER nicht davor zurück, bestehende Grenzen offen zu benennen – etwa bei komplexen Lieferketten oder fehlenden Kreislauflösungen im Schuhbereich. Genau diese Ehrlichkeit, gepaart mit dem Anspruch, Menschen für gesunde Füße und bewussten Konsum zu sensibilisieren, macht die Marke zu einem glaubwürdigen Akteur im nachhaltigen Outdoor- und Lifestyle-Segment.

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