Grüne Wirtschaft

Diese sieben nachhaltigen Freizeitparks solltest du kennen

Freizeitparks und Nachhaltigkeit – zwei Begriffe, die man selten zusammen liest. Doch grüner Tourismus wird immer beliebter. Wir wollen euch sieben Parks mit grüner Vision vorstellen.

Freizeitparks und Nachhaltigkeit – zwei Begriffe, die man selten zusammen liest. Doch grüner Tourismus wird immer beliebter. Wir wollen euch sieben Parks mit grüner Vision vorstellen.

02.11.2022 | Ein Beitrag von Ursula Korsen | Bild: pexels

In einem Freizeitpark wollen die Besucher*innen in erster Linie ihren Spaß haben. Es geht um actionreiche Fahrgeräte, leckeres Essen und einen unbeschwerten Tag. Nun lädt ein Ort wie der Freizeitpark aber nicht gerade zu ressourcenschonendem Verhalten ein. Großer Flächenverbrauch, hohe Emissionen und viel Müll – das ist typisch für Freizeitparks. Viele elektrische Fahrgeräte und zahlreiche Imbissbuden mit dem schnellen Snack für zwischendurch führen zu starkem Energieverbrauch und hohem Müllaufkommen.

Doch gleichzeitig vollzieht sich ein Wandel in unserer Art zu leben und zu reisen. Viele Menschen möchten ihren Alltag und ihre Freizeit nachhaltiger gestalten. Auch in der Tourismusbranche ist Nachhaltigkeit und der sogenannte grüne oder sanfte Tourismus ein großes Thema geworden. Es wäre doch toll, darauf auch beim Besuch eines Freizeitparks nicht verzichten zu müssen. Zum Glück wollen immer mehr Unternehmen den wachsenden Forderungen nach höherem Umweltbewusstsein gerecht werden. Wir stellen euch sieben Freizeitparks vor, welche versuchen, ihre Ökobilanz mit unterschiedlichsten Maßnahmen zu verbessern.

 

In diesem Beitrag erfahrt ihr mehr über:

  1. Hansa Park bei Lübeck
  2. Europa Park in Rust
  3. Fort Fun im Sauerland
  4. Movie Park in Bottrop
  5. Tripsdrill bei Stuttgart
  6. Belantis in Leipzig
  7. Ruhpolding im Chiemgau
  8. Die Maßnahmen der Parks
  9. Unser Fazit
     

Hansa Park bei Lübeck

Im Norden Deutschlands in der Nähe von Lübeck liegt der Hansa Park. Zum wiederholten Mal ist er bei einer Untersuchung des Instituts für Management- und Wirtschaftsumfragen (IMWF) für Nachhaltigkeit in Freizeitparks ausgezeichnet worden. Grund hierfür sind zahlreiche Projekte der Betreiber*innen, um die Ökobilanz zu verbessern. Der Verzicht auf Plastikbesteck und ein gutes Müllmanagement des Parks sind dabei zentral. Vor allem die Nutzung der Gebäudedächer zum Anlegen von bepflanzten Grünflächen und die Wiederverwendung von Regenwasser für die Wasserfahrgeräte sind weitere besondere Maßnahmen des Parks. Insgesamt konnten seit 2012 ca. 600.000 kg CO2 eingespart werden. Die Verwendung von LED-Lampen zur Beleuchtung, Wärmerückgewinnung als Energiequelle und Elektroautos für die Parkmitarbeitenden haben einen wichtigen Anteil daran. Besucher*innen stehen auf dem Parkplatz außerdem 10 E-Ladestationen zur Verfügung.


Fun, Action, Freizeitpark - geht das auch nachhaltig? (Bild: pixabay).

Europa-Park Rust

Der Europa Park in Rust ist mit seinen über 100 Attraktionen und Shows der zurzeit größte Freizeitpark Deutschlands. Der TÜV-Süd hat ihm das Siegel „Green Amusement Park“ verliehen. Hierzu werden unterschiedlichste Faktoren untersucht: Zum einen wird die Energieeffizienz der Fahrgeschäfte und Gebäude geprüft. Zum anderen spielen der Einsatz erneuerbarer Energien sowie das Abwasser- und Abfallmanagement eine große Rolle. Die gute Verkehrsanbindung eines Parks ist ebenfalls wichtig, damit Besucher*innen ihn optimal erreichen können – am besten auch ohne Auto. Außerdem ist die Nutzung der Parkfläche und deren umweltbewusste Bepflanzung ein wichtiges Kriterium, wie im Beispiel des Europarks und seinen insektenfreundlichen Blühwiesen. Zusätzlich spart eine eigene Photovoltaikanlage jährlich rund 600 Tonnen CO2 ein.

Fort Fun im Sauerland

Die Betreiber*innen des Fort Fun setzen auf Fairtrade und Müllvermeidung, um zu mehr Nachhaltigkeit beim Parkbesuch beizutragen. Vor allem die Kooperation mit dem Kaffeeunternehmen Puro, dessen Produkte fair gehandelt sind, zeichnet diesen Park aus. Außerdem ist der Kaffee in Mehrweg-Bechern erhältlich und du kannst damit bewusst Müll vermeiden. Zusätzlich gibt es eine Sammelaktion für Pfandflaschen: Wer sein Getränk in einer Pfandflasche dabei hat, kann diese in speziellen Sammelbehältern abgeben. Der Erlös wird dann für einen guten Zweck gespendet. Auch mit großen Marken wie Ben und Jerry's ist der Park Kooperationen eingegangen, um den Besucher*innen umweltgerechte Artikel anbieten zu können.
Die Adventure Area lädt kleine Besucher*innen zur spielerischen Entdeckung der Natur ein und im gesamten Park herrscht Rauchverbot, um andere Besucher*innen zu schützen sowie die Grünflächen, besonders bei Trockenheit, zu schonen. Rund um das Gelände des Parks wird nachhaltige Forstwirtschaft betrieben, um den Flächenverbrauch des Parks wieder auszugleichen. Außerdem sollen Programme zur Wiederaufforstung die Artenvielfalt unterstützen.

Movie Park in Bottrop

Hier drehen sich alle Attraktionen um den Glanz und Glamour der Filmwelt. Der Themenpark begeistert mit seinem Konzept viele Besucher*innen. Auch in Sachen Umweltbewusstsein möchten die Betreiber*innen ein Statement setzen: Sie wurden Mitglied der Initiative Ökoprofit. Deren Aufgabe besteht darin, Unternehmen zu unterstützen und zu beraten, damit diese mehr Nachhaltigkeit in ihren Arbeitsalltag integrieren können.

Mit Personalschulungen, Abfallreduzierungen und Energieersparnis möchte der Movie Park seinen Beitrag leisten. Bei der Energieeffizienz konnten inzwischen bereits 75.000 kWh Energie eingespart werden.  Für das Wasser bei Fahrgeräten wird auf chemische Zusätze wie Chlor verzichtet. Auch im Büroalltag hat sich einiges verändert: Der Papierverbrauch wurde reduziert und weiterhin benötigte Artikel wie Flyer und ähnliches werden auf klimaneutralem Papier gedruckt.

Tripsdill bei Stuttgart

In diesem sogenannten Naturerlebnispark können große und kleine Besucher*innen viel erleben. Einerseits gibt es den Freizeitpark mit bunten Attraktionen, andererseits einen Wildpark mit vielen tierischen Bewohnern.
Eine Übernachtung im Natur-Ressort oder einem Schäferwagen aus Holz ist sehr beliebt, um den Besuch abzurunden. Das Essen im Restaurant vor Ort ist bio und regional. Der Park bemüht sich um eine bessere Ökobilanz und setzt dabei auf Ökostrom. Darüber hinaus kommen im Park viele natürliche Materialien aus der Region zum Einsatz.

Belantis in Leipzig

Der Belantis Freizeitpark gilt als der erste, der komplett auf regenerative Energiequellen gesetzt hat, um seine Fahrgeräte am Laufen zu halten. Außerdem sollen eine E-Ladestation und 700 Fahrradstellplätze den Besuch erleichtern.
Der Park bietet Attraktionen für jeden Geschmack. Auf der Homepage kannst du dich vorab informieren, welche Angebote ruhiger sind und welche actiongeladen. So lässt sich der Besuch, vor allem mit Kindern, schon vorab planen.

Ruhpolding im Chiemgau

In der Nähe des Chiemsees gelegen, überzeugt Ruhpolding mit seinen in die Natur eingebetteten Attraktionen. Der Erlebnis- und Märchenpark eignet sich besonders gut für Urlaube mit kleineren Kindern.
Der Park setzt beim Antrieb seiner Geräte auf Wasserkraft und Biomasse für eine bessere Ökobilanz. Besucher*innen mit E- Autos haben an zwei Zapfsäulen die Möglichkeit, ihre Autos zu betanken.


Auch ruhige Fahrgeschäfte für zwischendurch sind eine willkommene Abwechslung (Bild: unsplash).

Die Maßnahmen der Parks: Nachhaltig mit einem “aber…”

Freizeitparks sind ein unterhaltsamer Ort: Viel Action sowie abwechslungsreiche Geräte und Themen bieten viel Spaß für Groß und Klein. Doch leider bleibt bei einem Besuch im Freizeitpark - allem Bemühen zum Trotz - immer ein hoher Ressourcenverbrauch. Nun werdet ihr vielleicht denken: “Das ist doch nicht nachhaltig". Leider ist das teilweise wahr – der Besuch eines Freizeitparks wird nie ganz ohne Emission und Müllaufkommen stattfinden. Snacks, die man zwischendurch kauft oder zu große Portionen, welche dann nicht aufgegessen werden, sind bei der Verpflegung typische Faktoren.
Besonders der hohe Flächenverbrauch ist bei einem Freizeitpark ein kaum zu lösendes Problem. Die Fahrgeräte brauchen viel Platz, welcher dann nicht mehr für Flora und Fauna zur Verfügung steht. Genauso verhält es sich mit der hohen Geräuschemission, die durch die Fahrgeräte und die lauten Rufe der Besucher*innen, vor allem beim Achterbahnspaß, entstehen. Ein Problem, dem man allerdings bei einer geplanten Reise grundsätzlich gegenübersteht, ist auch der hohe CO2-Ausstoß.

Doch es gibt Maßnahmen und Lösungen, welche einen umweltbewussten Freizeitparkbesuch ermöglichen. Der Verzicht auf Einweggeschirr ist inzwischen Standard, doch darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, wie das Anlegen von Blühwiesen, das Investieren in Naturschutzprojekte oder die bewusste Auswahl ökologischer Firmen für Speisen und Getränke. Vor allem der Wechsel zu erneuerbaren Energien und die Nutzung der Parkflächen zur Energiegewinnung sind wichtige Maßnahmen.

Wie so häufig beim Thema Tourismus und Nachhaltigkeit, bleiben bestimmte Faktoren nicht aus, da sie nicht komplett umgangen werden können. Aber die Verantwortung liegt nicht nur bei den Betreiber*innen. Auch alle einzelnen Besucher*innen können etwas beitragen: Gebt dem Park Feedback nach eurem Besuch und sagt Bescheid, wenn ihr etwas seht, was nachhaltiger gestaltet werden könnte. Besonders positive Rückmeldungen sind wichtig, denn dadurch erfährt der Park, dass euch seine Bemühungen wichtig sind. Der Wunsch nach einem umweltbewussten Leben beschäftigt viele und wenn man diesen immer wieder äußert, zeigt man den Firmen deutlich, welche Veränderungen nötig und vor allem gewünscht sind.

Unser Fazit: Es wird immer grüner

Der Grüne Tourismus wird immer beliebter und das ist auch gut so, denn der Schutz der Umwelt ist für alle Branchen wichtig. Auch in der Welt der Freizeitparks ist dies zum Glück angekommen. Mit Wiederaufforstungsprojekten, insektenfreundlichen Pflanzen oder umweltbewussten Marken setzen Freizeitparks nachhaltige Statements. Maßnahmen wie die Verwendung von Ökostrom oder die Eigengewinnung von Energie durch Photovoltaik sind außerdem wichtige Schritte, die generell möglichst viele Unternehmen gehen sollten.
Auch der Betrieb der Fahrgeräte durch die Rückgewinnung von Energie oder Wasserwiederaufbereitung ist wichtig, denn ein Freizeitpark mit all seinen Geräten wird immer viel Strom oder Wasser verbrauchen. Wir wollen das gar nicht schön reden – es ist wie es ist, ein Freizeitparkbesuch ist mit einem gewissen Energieverbrauch verbunden. Dennoch gibt es erste Maßnahmen, die Hoffnung machen. Hoffnung auf einen grüneren Tourismus sowie mehr Aufmerksamkeit auf dem Umgang mit der Umwelt sowohl auf Seiten der Betreiber*innen als auch der Besucher*innen.
 

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