Grüne Wirtschaft

Die Zukunft der Nachhaltigkeit in der Industrie – Ein Blick der Schinko GmbH

INTERVIEW | Industrie und Nachhaltigkeit, wie passt das zusammen? Der Maschinengehäuse Hersteller Schinko verrät uns, wie sich Wirtschaft und Nachhaltigkeit vereinen lassen.

INTERVIEW | Industrie und Nachhaltigkeit, wie passt das zusammen? Der Maschinengehäuse Hersteller Schinko verrät uns, wie sich Wirtschaft und Nachhaltigkeit vereinen lassen.

08.03.2021 | Ein Interview geführt von Miriam Saraiva Münz | Bilder: Schinko

„Der fortschreitende Klimawandel ist die größte Herausforderung für uns alle, denn seine Auswirkungen sind allumfassend.“ – DI Gerhard Lengauer, Geschäftsführer von Schinko

Dass es neben der Corona Pandemie auch noch andere globale Probleme gibt, ist im Alltag schnell mal vergessen. Doch der Klimawandel, oder eher die Klimakriese, ist im vollen Gange. Als unser/e Leser*in wirst du dich wahrscheinlich dafür einsetzten, ein nachhaltigeres Leben zu führen. Als Einzelne können wir schon viel erreichen! Aber wie sieht es eigentlich mit den Bereichen aus, die außerhalb unserer direkten Reichweite sind – Die Industrie zum Beispiel?

Dem sind wir nachgegangen und haben uns mit DI Gerhard Lengauer, dem Geschäftsführer des Maschinengehäuse Herstellers Schinko, unterhalten. Im Interview sprechen wir über den Wandel in der Industrie und stellen euch das innovative Unternehmen vor.


LifeVERDE: Auf eurer Website werbt ihr damit, dass sich eure Produktionen visuell und funktionell von anderen abheben. Kannst du das genauer erläutern? Besonders in puncto Nachhaltigkeit: Was unterscheidet euch von anderen Firmen?

Gerhard Lengauer: Form und Funktion müssen heutzutage eine Symbiose eingehen. Nur ansprechende Gehäuse zu produzieren, die die notwendigen Funktionen im täglichen Einsatz nicht erfüllen, reicht nicht aus und wird kein Dauererfolg sein. Schinko hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Intelligenz und das Können der Maschine bzw. des Geräts nach außen hin sichtbar zu machen. Also den Wert der Maschine und des Geräts auch entsprechend visuell darzustellen. Ein hochwertiges Äußeres unterstützt unsere Kunden bei ihren Verkaufsargumenten.

Bei Schinko machen wir daher „mehr als nur die Hülle“: Wir versuchen, so viele Funktionen wie möglich, die sowieso in der Maschine bzw. im Gerät benötigt werden, auch visuell im Gehäuse abzubilden. Das bezieht sich auf tragende oder hebende Funktionen, auf Kabelführungen, die Servicefreundlichkeit, eine leichte Montage und Demontage, schon vormontierte Antriebe, Lüfter, Endschalter, die Beleuchtung oder Gläser. Damit schaffen wir wirtschaftliche und nachhaltige Lösungen zugleich. 

Wie tragt ihr zu mehr Nachhaltigkeit in der Industrie bei?

Wir sehen Nachhaltigkeit als gesamtheitliches Konzept – von einer sicheren Maschine, das heißt vom Gehäusekonzept, über den ressourcenschonenden Herstellungsprozess bei Schinko und beim Kunden, den Lieferprozess, sowie die Montage bis hin zur entsprechenden Nachnutzung bzw. recyclingfähigen Verwertung.

Fridays for Future war vor der Pandemie DAS Thema, doch die Bewegung ist etwas in den Hintergrund gerückt. 
Warum bist du der Meinung, dass der Fokus auf Nachhaltigkeit in der Pandemie trotzdem gestiegen ist bzw. wie nehmt ihr das bei SCHINKO wahr?

Die Pandemie war ein Stresstest für unser gesamtes System. Sie hat gezeigt, wie verwundbar wir sind und viele Dinge, die wir für selbstverständlich angesehen haben, waren von einem Tag auf den anderen nicht mehr möglich oder nur noch eingeschränkt möglich.

Der fortschreitende Klimawandel ist die größte Herausforderung für uns alle, denn seine Auswirkungen sind allumfassend. Hier gibt es keine Länder- und Gesellschaftsgrenzen. Ich bin davon überzeugt, dass wir nur durch nachhaltiges Wirtschaften ohne Raubbau an Mensch und Umwelt gravierendere Auswirkungen, die ansonsten auf uns zukommen würden, verhindern können.

Ihr stellt Gehäuse, Maschinen- und Geräteverkleidungen aus Blech her, legt dabei aber Wert darauf, dass eure anfallenden CO2-Emissionen ausgeglichen werden. Was hält andere Firmen davon ab, es euch gleichzutun und was würdet ihr ihnen raten?

Ich denke, das Thema ist in der Wirtschaft schon bis zu einem gewissen Grad angekommen, aber noch nicht voll durchgedrungen. In mittelständischen, eigentümergeführten Betrieben wurde schon immer auf Nachhaltigkeit Wert gelegt – auf eine nachhaltige, stetige Entwicklung des Unternehmens und seine Rolle in der lokalen Gesellschaft. Was andere vielleicht noch von einem solchen Handeln abhält, ist die Tatsache, dass dies Kunden heutzutage (noch) nicht definitiv „hart fordern“, sondern immer noch die Meinung vorherrscht, dass all diese Maßnahmen nur Geld kosten und sich nicht rechnen. Unserer Erfahrung nach rechnen sich jedoch alle klugen und hochwirksamen Nachhaltigkeitsaktivitäten sehr schnell – ganz egal, ob das die Attraktivität als Arbeitgeber betrifft, die Motivation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter oder laufende Kosten im Prozess.

Was muss sich in der Industrie somit noch (dringend) ändern?

Nicht der minimale Jetzt-Preis wird künftig ausschlaggebend sein, sondern die Langfristkosten bzw. Lebenskosten eines Produktes müssen zum Kriterium Nr. 1 werden. Also von der Rohstoffquelle über den intellektuellen und physischen Herstellungsprozess bis hin zur Nachnutzung oder einer 100-prozentigen Verwertung.

Im Sommer versorgt ihr euch sogar selbst mit Solarstrom – Wo liegen hier die größten Herausforderungen?

Den Maschinenverbrauch und die Energieerzeugung zeitlich perfekt abzustimmen und somit den Eigenverbrauchsanteil zu maximieren. Hier fehlen uns noch entsprechend kluge und leistungsstarke Speichermedien, damit wir uns diesbezüglich verbessern können. Die Räume für eine solche technische Einrichtung haben wir schon bei unserem letzten Werksausbau 2018 geschaffen – somit haben wir schon für die Zukunft vorgedacht.

Der Energiebedarf bei Schinko wird im Sommer zu 100 % mit Solarstrom abgedeckt.

Wie gut lässt sich Nachhaltigkeit und Wirtschaft unter einen Hut bringen?

Ich denke sehr gut – zum Beispiel, wie wir heutzutage Gehäuse „denken“. Ein unansehnliches Gehäuse, oder krasser ausgedrückt, ein hässliches, herzustellen, ist nicht weniger aufwendig als eine harmonische, ästhetische Gehäusehülle. Und genau so ist es auch beim Thema Nachhaltigkeit. Wir müssen anders denken und handeln und klüger agieren. Dann erreichen wir mehr mit weniger.

Die Pandemie hat uns auch gezeigt, dass wir oft mit neuen Strategien mehr erreichen. Bei Schinko haben wir beispielsweise in der Pandemie mit weniger Reisen mehr Kundenkontakt erzielt. Das bedeutete wiederum weniger CO2-Verbrauch und weniger Stress für die Mitarbeiter. Hierfür muss man aber aus dem traditionellen Denken ausbrechen und kompromisslos neue Wege beschreiten, um hier gleiche oder bessere Ergebnisse erzielen zu können.           

Was wollt ihr in den kommenden Jahren mit SCHINKO noch erreichen/ verändern?

Bei uns steht die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Unternehmens im Zentrum unseres Bemühens. Wir wollen Tag für Tag bessere „Gehäusebauer“ werden. Tag für Tag dazulernen und immer offen für Neues sein. Der Leitsatz „Mitdenken, Mitgestalten und Mitverantworten“ ist für unsere Mitarbeiter zentral. Eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens ist uns dabei ebenso wichtig – Ressourcenschonung und wirtschaftlicher Erfolge stellen für uns keine Gegensätze dar, sondern eine Kombination.

E-Auto als Firmenfahrzeug bei Schinko.

 

Vielen Dank für das Interview, Gerhard!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an Schinko stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

 

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