Grüne Wirtschaft

Der Energie- und Zukunftsspeicher Heidelberg: eine „Riesen-Thermoskanne“ für Wärme auf Vorrat

Die Stadtwerke Heidelberg arbeiten konsequent für die Energiewende mit einer dezentralen Versorgung. Mit dem neuen futuristischen Energiespeicher wird bis Mitte 2020 ein weiterer Meilenstein umgesetzt, der bereits jetzt zu den Top Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört und die Menschen begeistert.

Die Stadtwerke Heidelberg arbeiten konsequent für die Energiewende mit einer dezentralen Versorgung. Mit dem neuen futuristischen Energiespeicher wird bis Mitte 2020 ein weiterer Meilenstein umgesetzt, der bereits jetzt zu den Top Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört und die Menschen begeistert.

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27.03.2019 - Bilder © LAVA Berlin

LifeVERDE: Frau Frings, derzeit bauen die Stadtwerke Heidelberg den Energie- und Zukunftsspeicher, eine „Riesen-Thermoskanne für Wärme auf Vorrat“. Warum wurde dieser neue Wärmespeicher geschaffen und wie funktioniert er?

Ellen Frings (Leiterin Unternehmenskommunikation): In den letzten rund acht Jahren haben wir in Heidelberg Erzeugungsanlagen mit Kraft-Wärmekopplung ausgebaut, die Strom und nutzbare Wärme für unser Fernwärmenetz produzieren. So wird die Energie, die wir in den Anlagen einsetzen, besonders effizient genutzt. Der Energie- und Zukunftsspeicher, wie wir ihn nennen, sorgt dabei für mehr Flexibilität: Wir können Wärme speichern und dann einsetzen, wenn sie gebraucht wird. Das gibt uns größere Handlungsspielräume in unserem Energiesystem.

Der Speicher ist ein klares Bekenntnis für die Energiewende in Heidelberg. Welche Ziele werden mit der Energiekonzeption 2020/2030 verfolgt?

Wir wollen dezentraler und erneuerbarer werden – und das nicht nur beim Strom, sondern auch bei der Wärme. Bundesweit gibt es gerade in diesem Sektor noch klaren Aufholbedarf. Wir haben uns ganz konkrete Ziele definiert und sind in einigen Bereichen auch schon sehr weit gekommen. Hier ein paar Beispiele: Wir möchten den Anteil erneuerbarer Energien am Strom signifikant erhöhen; Aktuell haben wir schon einen Ökostrom-Anteil von 80 Prozent in unserem Strommix. Außerdem wollen wir rund 30 Prozent grüne Wärme erreichen; 2009 lag unser Anteil noch bei 0 Prozent, heute beträgt er schon 20 Prozent. Auch unserem Ziel, die Eigenproduktion bei der Fernwärme auf rund 30 Prozent zu erhöhen, sind wir schon nah gekommen: Inzwischen beträgt sein Anteil 25 Prozent. Weitere Ziele haben wir für den Fernwärmeausbau, für die Infrastruktur zum Laden von E-Mobilen und für die effiziente Straßenbeleuchtung festgelegt. Und in allen Bereichen sind wir schon gut unterwegs.

Können Sie uns noch zwei bis drei Beispiele von weiteren innovativen Maßnahmen geben, die derzeit umgesetzt werden, um die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten?

Unser Holz-Heizkraftwerk und unsere sechs neuen Biomethan- und Erdgas-Blockheizkraftwerke waren die ersten Meilensteine unserer Energiekonzeption 2020/ 2030, mit der wir die Energiewende und den Klimaschutz vor Ort voranbringen. Ein weiteres Anliegen ist es, die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr näher zusammenzubringen. Denn das ist eine Voraussetzung dafür, dass wir erneuerbare Energien besser in das Energiesystem integrieren können. Deshalb bauen wir aktuell auch eine Power-to-Heat-Anlage, mit der wir überschüssigen Strom bei Bedarf auch in Wärme umwandeln können. Weiter Anlagen sind in Planung.

Auf welche Erfolge der Stadtwerke Heidelberg sind Sie besonders stolz?

Ich glaube, wir sind alle stolz darauf, dass wir tatkräftig einen Baustein nach dem anderen aus unserer Energiekonzeption angehen und von der Planung zur Realität werden lassen. Es ist eine tolle Chance, ein Energiesystem mit eingebautem Klimaschutz zu gestalten, das noch eine ganze Weile die Richtung für die Energieversorgung vorgeben wird.

Wird dieses besondere Engagement auch positiv von den Menschen aufgenommen? Wie gelingt es Ihnen, die Bevölkerung einzubeziehen?

Ja, wir bekommen sehr viel positives Feedback. Und es ist uns ein ganz besonderes Anliegen, die Öffentlichkeit einzubeziehen. Das war bereits beim Bau des Holz-Heizkraftwerks so. Damals haben wir Nachbarschaftsdialoge geführt und uns zudem intensiv mit Umweltverbänden zu Fragen der eingesetzten Ressource ausgetauscht. Auch beim aktuellen Bau des Energie- und Zukunftsspeichers ist die Öffentlichkeit immer nah dabei: So haben wir Ende März drei „Tage der offenen Baustelle“ angeboten, bei denen alle Interessierten den Wärmespeicher schon einmal von Innen erleben konnten – bei Events mit viel Stahl, Licht und Musik. Das wurde richtig gut angenommen.

Welches sind Ihrer Erfahrung nach die größten Hürden, die kommunale Energieversorger für eine erfolgreiche Energiewende meistern müssen?

Ich glaube, ganz wichtig ist die Bereitschaft von Stadtspitze und Politik, die Energiewende zu unterstützen. Da haben wir in Heidelberg - einer der ersten Städte, die schon in den 1980ern ein Klimaschutzkonzept vorgelegt hat - einfach richtig gute Bedingungen.

Vielen Dank!

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Kommentare
Robert Riedl
30.04.2019
Bin an ökologischer Lebensweise interessiert.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Riedl Metallbau Maulburg

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