Gr├╝ne Wirtschaft

Das Haus der Verantwortung

Das ÔÇ×Haus der VerantwortungÔÇť b├╝ndelt als gedankliches Bild das unternehmerische und b├╝rgerschaftliche Engagement der Generali Deutschland Gruppe. Interviewpartner Michael Hermanns, Leiter Konzern-Nachhaltigkeitsmanagement Generali Deutschland.

Das ÔÇ×Haus der VerantwortungÔÇť b├╝ndelt als gedankliches Bild das unternehmerische und b├╝rgerschaftliche Engagement der Generali Deutschland Gruppe. Interviewpartner Michael Hermanns, Leiter Konzern-Nachhaltigkeitsmanagement Generali Deutschland.

11.02.2014 - Bildquelle: Generali Deutschland

UHS.de: Für ihr gesellschaftliches Engagement hat die Generali Deutschland das Bild vom „Haus der Verantwortung“ kreiert. Welche Initiativen verbergen sich dahinter?

MICHAEL HERMANNS: Das „Haus der Verantwortung“ bündelt als gedankliches Bild das unternehmerische und bürgerschaftliche Engagement der Generali Deutschland Gruppe. Die entweder dem Nachhaltigkeitsmanagement (unternehmerisches Engagement) oder dem Generali Zukunftsfonds (bürgerschaftliches Engagement) zugeordneten Initiativen sind Teil der Gesamtverantwortung des Unternehmens.

Nachhaltigkeit ist seit jeher Maxime unseres Geschäftsmodells und bedeutet die Übernahme von Verantwortung in der gesamten Wertschöpfungskette. Neben der verantwortungsvollen Unternehmensführung gehören hierzu insbesondere die Berücksichtigung nachhaltiger Kapitalanlagen, nachhaltiges Immobilienmanagement und das Angebot nachhaltiger Versicherungsprodukte in den Konzernunternehmen. Verantwortungsvolles Personalmanagement, Umwelt- und Klimaschutz sowie der schonende Umgang mit Energie und natürlichen Ressourcen sind in der Generali Deutschland Gruppe ebenfalls fest verankert.

Als Corporate-Citizenship-Säule im Haus der Verantwortung folgt der Generali Zukunftsfonds der Überzeugung, dass Unternehmen einen aktiven Beitrag zum notwendigen sozialen Wandel leisten müssen. Dieser Beitrag erschöpft sich nicht im Ausschütten von Fördermitteln. Ein namhaftes Wirtschaftsunternehmen kann auch seine Wahrnehmbarkeit, seine Netzwerke und seine Kompetenzen zum Nutzen der Bürgergesellschaft einsetzen. Diese Strategie verfolgt der Generali Zukunftsfonds.

Wie sieht das Nachhaltigkeitsmanagement der Generali Deutschland konkret aus? Wird es eher als Kostenfaktor betrachtet oder als Investition, die sich amortisiert und Wettbewerbsvorteile schafft?

Konzernweit sind jedes Unternehmen, jede Abteilung und jeder einzelne Mitarbeiter in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen dazu aufgefordert, nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Nachhaltigkeit ist kein abstrakter Prozess, sondern wird vor allem von Menschen getragen: unseren Mitarbeitern. Deshalb sensibilisieren wir sie kontinuierlich für die Wichtigkeit nachhaltigen Handelns. Im Konzern-Nachhaltigkeitsmanagement sind die strategische Ausrichtung sowie die Steuerung und Messung der Nachhaltigkeitsaktivitäten angesiedelt.

Das Nachhaltigkeitsmanagement berichtet an den Konzern-Nachhaltigkeitsausschuss. Diesem gehören neben einem Vorstandsmitglied der Generali Deutschland Holding AG auch Geschäftsführer einzelner Konzerngesellschaften sowie Abteilungsleiter relevanter Fachabteilungen an. Für die Generali Deutschland Gruppe ist Nachhaltigkeit ein fester Bestandteil der Konzernstrategie. Sie sichert den zukünftigen Geschäftserfolg und schafft die Basis unserer künftigen Wettbewerbsfähigkeit. Dabei ist die richtige Balance zwischen ökonomischem Erfolg und gesellschaftlicher Verantwortung wesentlicher Treiber unseres Geschäftsmodells.

Wie nachhaltig und innovativ in Sachen Nachhaltigkeit würden Sie die deutsche „Versicherungslandschaft“ grundsätzlich beschreiben?

Die Versicherungswirtschaft stand lange nicht im Fokus, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit ging. Dabei ist hier schon das Geschäftsmodell an sich nachhaltig: nicht von der Substanz, sondern vom Ertrag zu leben. Kunden erwarten in allen Lebensphasen Geschäftsmodelle, die Zinsschwankungen und Finanzkrisen überdauern und über lange Laufzeiten hinweg Leistungen garantieren.

Darüber hinaus weiten sich die Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung ständig aus und werden immer komplexer. Für Unternehmen aller Branchen, also auch der Versicherungswirtschaft, ist es wichtig, nachhaltiges Handeln voranzutreiben. Dabei ist der Weg das Ziel. Nachhaltigkeit hat sich inzwischen so weit ausdifferenziert, dass es zahlreiche nationale und internationale Ansätze zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung einer Branche oder eines Unternehmens gibt.

Wie sieht Ihre Nachhaltigkeitsstrategie für die nächsten fünf Jahre aus? Gibt es neue Ansätze?

Nachhaltigkeit ist in der Generali Deutschland Gruppe mit einem klaren Bekenntnis verbunden: Erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement erfordert ein grundlegendes Verständnis der wesentlichen Wechselwirkungen ökologischer und sozialer Systeme. Gleichermaßen schaffen wir durch effizientes Wirtschaften die Grundlage für ein dauerhaft erfolgreiches Geschäft. Die internationale Generali Gruppe hat eine konzernweit verbindliche Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Sie dient dazu, Nachhaltigkeit in allen Geschäftsprozessen zu verankern. Das auf mehrere Jahre bzw. in vier Stufen angelegte Implementierungsmodell befindet sich aktuell in der vierten und letzten Phase: Bis 2015 steht die vollständige Integration von Nachhaltigkeit in unsere Kerngeschäftsfelder Kapitalanlage, Versicherungsprodukte und Immobilien sowie die Etablierung von Nachhaltigkeit in unseren Strategien und Planungsprozessen auf der Agenda.

Zur Performancemessung nutzen wir ein auf drei Säulen basierendes Controlling: Die erste Säule ist ein Daten-, Zahlen- und Faktencontrolling, bei dem alle nicht-finanziellen Kennzahlen der Generali Deutschland Gruppe erhoben werden. Die zweite Säule bildet der sogenannte Nachhaltigkeitskalender als Übersicht über alle Aktivitäten je Konzerngesellschaft und Fachbereich in einem Geschäftsjahr. Ein Reifegradmodell bewertet als dritte Säule Leistung und Weiterentwicklung eines Fachbereichs im Feld der Nachhaltigkeit.

Seit 2008 fördert die Generali Deutschland Holding AG mit dem Generali Zukunftsfonds bürgerschaftliches Engagement insbesondere der Älteren. Wie kam es zu dieser Ausrichtung? Wie sieht die Förderung konkret aus?

Der Generali Zukunftsfonds hat sich unter dem Leitthema „Der demografische Wandel – unsere gemeinsame Herausforderung“ der Aufgabe verschrieben, gesellschaftliche Lösungen zu entwickeln, zu fördern und zu erforschen, die dem demografischen Wandel begegnen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Generation der Älteren. Sie verfügen über Wissen, Erfahrungen und Kenntnisse, die sie in der Übergangs- oder nachberuflichen Phase der Gesellschaft zur Verfügung stellen können. Denn eines ist klar: Deutschland altert, und zwar schneller als andere Industrienationen. Dabei brennt die Kerze von beiden Seiten: Eine höhere Lebenserwartung und die Stagnation der Geburtenrate beschleunigen den demografischen Wandel, der alle Lebensbereiche beeinflusst. Dieser Herausforderung stellen wir uns: was den Generali Zukunftsfonds betrifft, als gemeinnütziger Förderer und Partner der Wissenschaft, und was den Konzern Generali Deutschland betrifft, als Anbieter von Vorsorgeprodukten sowie als Arbeitgeber. Darüber hinaus ist der Zukunftsfonds als Change-Manager, Vernetzer und Initiator im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements tätig. Wurden in der Aufbauphase besonders wirksame Best-Practice-Initiativen gefördert, erfolgen heute zunehmend Investitionen in die Infrastruktur von Freiwilligenarbeit. Jährlich unterstützt der Generali Zukunftsfonds mehr als 30 Projekte mit dem Schwerpunkt „Förderung des Engagements von und für die Generation 55plus“.

Der Generali Zukunftsfonds fördert auch den Deutschen Engagementpreis, der jährlich in Berlin verliehen wird. Wessen Engagement wird durch diese Auszeichnung gewürdigt?

Bürgerschaftliches Engagement braucht Sichtbarkeit. Nur so können die wirksamsten und kreativsten Lösungen von Bürgern für Bürger auch Nachahmer finden und sich verbreiten. Außerdem ist Anerkennung die einzige Währung für freiwillig engagierte Menschen. Um ihnen diese Anerkennung nicht nur in ihrem lokalen Umfeld zu zollen, sondern diesen Menschen und Initiativen auch eine große Bühne zu bereiten, gibt es den Deutschen Engagementpreis. Mit rund 2.000 Nominierungen ist er eine der wichtigsten Auszeichnungen für Bürgerengagement in Deutschland. Gewürdigt wird herausragendes Engagement in den Kategorien Einzelperson, gemeinnütziger dritter Sektor, Politik und Verwaltung und Wirtschaft. Außerdem wird ein Publikumspreis verliehen.

Regelmäßig soll die Generali Altersstudie erhoben werden. Erstmals wurde sie Ende 2012 veröffentlicht. Welche wesentlichen Erkenntnisse und Trends lassen sich daraus ableiten? Was bedeutet das für Ihr Unternehmen und Geschäftsmodell?

Auch jenseits des ökonomischen Auftrags als Anbieter von Altersvorsorgeprodukten beschäftigt sich die Generali Deutschland Gruppe mit den Herausforderungen des demografischen Wandels. Wir verfolgen einerseits personalpolitische Lösungsansätze hinsichtlich der Alterung der eigenen Belegschaft und fördern andererseits wissenschaftliche sowie gemeinnützige Aktivitäten, die sich mit Demografiefolgen und deren Bewältigung auseinandersetzen.

Ein Beispiel ist die Generali Altersstudie 2013. Im Auftrag des Generali Zukunftsfonds hat das Institut für Demoskopie Allensbach bundesweit mehr als 4.000 Personen im Alter zwischen 65 und 85 Jahren persönlich zu ihrer Lebenssituation befragt. Themenschwerpunkte sind Lebenszufriedenheit, soziale Kontakte, Gesundheit, Wohnen und Mobilität, die materielle Lebenssituation sowie das Engagement inner- und außerhalb der Familie. Die repräsentative Generali Altersstudie soll im Turnus von vier Jahren wiederholt werden und so – analog zur „Shell Jugendstudie“ – im Zeitverlauf einen Vergleich darüber ermöglichen, wie sich die Einstellungen, die materielle Situation und das gesellschaftliche Engagement der jeweils 65- bis 85-Jährigen in Deutschland darstellen und gegebenenfalls entwickeln.

Die zentralen Erkenntnisse der Generali Altersstudie 2013 sind: Die heutigen 65- bis 85-Jährigen in Deutschland erheben Anspruch auf Autonomie und Mitgestaltung. Sie fühlen sich im Durchschnitt zehn Jahre jünger, als es ihrem tatsächlichen Lebensalter entspricht und führen mehrheitlich ein aktives, zufriedenes und abwechslungsreiches Leben. Grundlage der Autonomie sind neben dem Erhalt der Gesundheit vor allem materielle Ressourcen. Die 65- bis 85-Jährigen leben in einer materiell wesentlich gefestigteren Situation als Gleichaltrige vor 20 oder 30 Jahren. Allerdings ist die insgesamt positive Situation mit Blick auf die Zukunft als fragil zu betrachten.

Besteht heute nur für einen relativ geringen Teil der Altersgeneration ein reales Armutsrisiko, dürfte sich dieses Problem in Zukunft verschärfen. Dafür sprechen beispielsweise die vorgesehene gesetzliche Absenkung des Rentenniveaus auf unter 50 Prozent, die zunehmenden unterbrochenen Erwerbsbiografien oder ein wachsender Vorsorgefatalismus jüngerer Generationen. Die heute Erwerbstätigen vernachlässigen häufig ihren privaten Absicherungsbedarf fürs Alter. Verunsichert durch politische und mediale Diskussionen infolge der Eurokrise setzen sie auf Konsum statt auf die eigene Vorsorge.

Auch wenn die staatliche Rente künftig ein wesentlicher Bestandteil der Alterssicherung bleiben wird – aufgrund des zu erwartenden sinkenden Rentenniveaus wird die private Vorsorge zunehmend wichtiger werden. Um eine ausreichende materielle Absicherung künftiger Altersgenerationen zu gewährleisten, gibt es deshalb wohl keine Alternative zu einer gesteigerten Erwerbsfähigkeit und einer höheren Beschäftigungsquote in der Gesamtbevölkerung – insbesondere auch bei den Älteren.

Links zum Thema:
www.generali-deutschland.de/verantwortung
www.generali-zukunftsfonds.de
www.generali-altersstudie.de



Kommentare
Andreas Maislinger
25.04.2014
Projekt Haus der Verantwortung in Braunau am Inn seit dem Jahr 2000

Ich lese gerade, dass Sie auch den Begriff "Haus der Verantwortung" verwenden.
Bereits im Jahr 2000 habe ich der Stadt Braunau am Inn vorgeschlagen im Geburtshaus von Adolf Hitler das Projekt Haus der Verantwortung zu realiseren. Da das Geburtshaus seit fast drei Jahren leer steht, k├Ânnte es jetzt realisiert werden.
Mehr zu meiner diesbez├╝glichen Umfrage www.maislinger.net/umfrage-hitler-geburtshaus.pdf
Herzliche Gr├╝├če aus Innsbruck
Andreas Maislinger

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