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Crowdinvesting: Nachhaltiges Investieren für Alle

Nachhaltig Investieren - Das geht auf verschiedene Arten. Wir zeigen dir, wie du auch als Kleinanleger*in erfolgreich umweltfreundliche Projekte unterstützen kannst.

Nachhaltig Investieren - Das geht auf verschiedene Arten. Wir zeigen dir, wie du auch als Kleinanleger*in erfolgreich umweltfreundliche Projekte unterstützen kannst.

22.10.2021 | Ein Beitrag von Saphira Conradi | Bild: Pexels

Sein Geld selbst in die Hand zu nehmen und direkt zu entscheiden, wen und was man damit unterstützen will – das wird immer mehr zum Trend. Schließlich wollen viele Anleger*innen den Aspekt der Nachhaltigkeit auch im Finanzmarktsektor noch stärker hervorheben. Wir erklären dir hier, warum Crowdinvesting auch mit wenig Kapital interessant ist und wo der Unterschied zum normalen Investieren liegt.

Was ist Crowdinvesting überhaupt?

Crowdinvesting basiert auf dem Prinzip des Crowdfundings: Die Initiatoren eines Projekts wenden sich dabei bezüglich der Finanzierung direkt an die Öffentlichkeit. Diese Gemeinschaft entscheidet dann, in welche Projekte sie investieren wollen und damit auch über deren Realisierung. Dadurch entscheiden die Investor*innen direkt über ihre Förderung, ohne dass zum Beispiel eine Bank als Vermittler zwischengeschaltet ist.

Der deutsche Begriff für Crowdfunding ist „Schwarmfinanzierung“ und verdeutlicht den Sinn des Ansatzes. Wie die Gegenleistung für die gemeinschaftlich Anlegenden ausfällt, hängt vom gewählten Crowdfunding-Modell ab. Das Crowdinvesting ist eines davon: Die Investor*innen beteiligen sich mit Eigenkapital oder einer Mischung aus Eigen- und Fremdkapital und bekommen entweder eine feste oder eine erfolgsabhängige Rendite. Das bedeutet, sie werden entweder prozentual ausgezahlt, wenn das Unternehmen Gewinne macht, oder bekommen eine stetige Marge.

Wo finde ich solche Projekte und wieviel kostet so eine Investition?

Crowdinvesting wird vor allem auf speziell dafür ausgerichteten Plattformen betrieben. Einige davon konzentrieren sich ausschließlich auf nachhaltige Ideen und Projekte. Zudem spezialisieren sich manche Plattformen nur auf Start-Ups, während andere spezielle Themenbereiche in den Fokus rücken. Auf diesen Portalen, wie zum Beispiel Econeers, Green Rocket oder Greenvesting kann man sich dann ein Projekt aussuchen und sich finanziell beteiligen. Die Einstiegskonditionen variieren von Plattform zu Plattform.

Da das Ziel aber ist, Beteiligungen für alle zu ermöglichen, und nicht nur wohlhabenden Förder*innen, kann man oft schon mit geringen Aufwendungen einsteigen: Bei manchen Plattformen geht es schon bei 10€ los, andere starten mit 250€ oder mehr. Die Laufzeiten dieser Investitionen sind ebenfalls unterschiedlich und reichen von einigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren. In diesem Artikel erfährst du noch mehr zum nachhaltigen investieren allgemein und kannst in unserem Crowdinvestment-Rechner die beste Plattform für dich finden.

computer auf holztisch

Mittlerweile geht Crowdinvesting bequem von Zuhause aus (Bild: Andrew Neel, Unsplash).

Vor- und Nachteile

Mit Blick auf die Nachhaltigkeit liegt der Vorteil beim Crowdinvesting vor allem darin, dass man gezielt und direkt in Unternehmungen investieren kann, die etwas für den Umweltschutz tun oder sozial tätig sind. Außerdem kann man dabei nach persönlichen Interessensgebieten gehen und Dinge fördern, von denen man selbst profitiert. Du bist direkt an deinem Projekt beteiligt und steuerst deine Investition selbst. Da auch kleine Anlagen beigesteuert werden können, ist das Crowdinvestment außerdem eine inklusive Art des Anlegens: Jeder kann mitmachen.

Das größte Risiko ist, dass die Beteiligung der Crowdinvestor*innen oft als „nachrangiges Darlehen“ geregelt wird. Das heißt die Interessen dieser werden erst nach den Forderungen anderer Gläubiger bedient. Wenn ein Unternehmen also scheitert, bekommt ihr als Crowdinvestor*innen als letztes euer Geld zurück – und im schlimmsten Fall gar nicht. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass dieses Risiko beim Investieren immer besteht und sowieso einkalkuliert werden sollte. Außerdem sinkt das Risiko eines Totalausfalls – wie bei normalen Investments auch- mit der Größe des Unternehmens: Wer auf Nummer sicher gehen möchte setzt also lieber auf mittelständische oder große Konzerne (sofern diese Crowdinvesting anbieten), statt auf Start-Ups. Weitere Tipps, die dir helfen können, das Risiko eines Verlustes zu senken findest du in diesem Artikel.

Ist Crowdinvesting etwas für mich?

Vor allem wenn man sein Geld sinnvoll und nachhaltig investieren will lohnt es sich, sich auf Crowdinvesting Plattformen umzusehen, die dieses Ziel ebenfalls verfolgen. Da du selbst direkt entscheiden kannst, in welches Unternehmen du wie viel investierst, kannst du mit deinem Geld einen direkten Unterschied machen, und den Umwelt-Aspekt in der Wirtschaft stärken. Neben dem Finanziellen wirst du als Crowdinvestor*in oft auch in den Entstehungsprozess eingebunden – und gewinnst somit auch Einblicke in das Projekt selbst, kannst eventuell sogar mitentscheiden. Durch die geringen Einstiegsbeiträge können auch Menschen mit weniger Kapital mitfinanzieren. Die gute Sache steht hier auf jeden Fall im Fokus. Die Risiken ähneln denen von herkömmlichen Investments, daher sollte auch ein Crowdinvestment gut durchdacht und kalkuliert sein.

Aber auch für die Unternehmensseite kann Crowdinvesting einige Vorteile gegenüber anderen Investor*innen haben: Durch den idealistischen Ansatz können sich die Unternehmer*innen sicher sein, dass die Investor*innen ein echtes Interesse an ihrem Projekt haben. Im gemeinsame Gespräch können neue Ideen entstehen und konstruktives Feedback ist für den Fortschritt eines Projekts auch essentiell.

papiere und goldener kugelschreiber

Nachhaltig Investieren ist beim Crowdinvesting auch mit kleinem Kapital möglich (Bild: Northfolk, Unsplash).

Fazit: Crowdinvesting ist eine ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Anlagen

Mit Crowdfunding kann man sowohl in Start-Ups als auch in mittelständische Unternehmen nahezu jeder Art investieren: Ob Immobilien, erneuerbare Energien oder Gesundheit – so gut wie jedes Thema wird bedient. Auch kleine Anleger*innen können eine gute Sache unterstützen, indem sie nur einen kleinen Beitrag zahlen. Ob Crowdinvesting für dich persönlich eine Alternative zum klassischen Anlegen darstellt musst du selbst entscheiden. Allgemein ist jedoch sehr schön zu sehen, dass es nun auch Modelle gibt, die für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich sind.

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