Crowdfunding für die Energiewende
Grüne Wirtschaft

Crowdfunding für die Energiewende

Über die Crowdfunding-Plattform Econeers können Privatpersonen nachhaltige und umweltfreundliche Projekte mitfinanzieren und so die Energiewende vorantreiben. CEO Jens Uwe Sauer spricht mit uns über weitere Vorteile dieser neuen Anlagemöglichkeit und über aktuelle Erfolge.

Über die Crowdfunding-Plattform Econeers können Privatpersonen nachhaltige und umweltfreundliche Projekte mitfinanzieren und so die Energiewende vorantreiben. CEO Jens Uwe Sauer spricht mit uns über weitere Vorteile dieser neuen Anlagemöglichkeit und über aktuelle Erfolge.

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03.01.2016

Sehr geehrter Herr Sauer, stellen Sie doch bitte Ihr grünes Startup „Econeers“ einmal vor.

JENS-UWE-SAUER (CEO): Econeers ist eine Crowdfunding-Plattform. Wir ermöglichen Privatpersonen – also unserer Crowd – seit 2013 Investments in erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft sowie in Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz.

Auf unserer Plattform econeers.de können sich Projektbetreiber präsentieren, die Geld für ein nachhaltiges Projekt einsammeln möchten. Während eines Fundings, das bis zu 120 Tage dauert, stellen sie sich, ihr Geschäftsmodell und viele weitere Hintergrundinformationen öffentlich vor. Jeder potentielle Investor kann nun anhand dieser Informationen entscheiden, ob und mit welchem Betrag er das Projekt unterstützen möchte. Auf unser Plattform sind Investments zwischen 250 und 10.000 Euro möglich. Wir als Plattform haben dabei die Rolle eines neutralen Vermittlers.

Die Projektbetreiber bieten ihren Investoren einen festen Zins, der in der Regel zwischen vier und acht Prozent liegt und zusätzlich ertragsabhängige Bonuszinsen on top; das alles wird jährlich ausgezahlt. Nach dem Ende des Investitionszeitraums werden die Darlehen an die Investoren zurückgezahlt. Auf diese Weise haben Privatpersonen die Möglichkeit, die Weiterentwicklung grüner Technologien zu fördern und gleichzeitig finanziell davon zu profitieren.

Aktuell läuft bei uns zum Beispiel das Funding von envopark – dem ersten nachhaltigen Gewerbepark in Deutschland, der zur Zeit aus vier energieeffizienten Gewerbehallen besteht. Die Gesellschaft führt bereits ihr zweites Crowdfunding auf Econeers durch; dieses Mal mit dem Ziel, bis zu 750.000 Euro von der Crowd einzusammeln, um weiter expandieren zu können. Die Investoren gewähren envopark dabei ein Darlehen, envopark bietet seinen Investoren im Gegenzug einen Festzins in Höhe von 4,4 % p. a. plus ertragsabhängige Bonuszinsen von bis zu 0,65 %.

Welches „grüne“ Problem lösen Sie und welche Vision steckt hinter Ihrem Konzept?

Wir stellen die Energiewende in Deutschland auf eine demokratische Basis, denn über Econeers kann jede Privatperson einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wir wollen, dass sich umweltfreundliche und nachhaltige Projekte durchsetzen, die fossile Energiequellen wie Kohle oder Atomkraft ersetzen. Und wir haben die Vision, dass in wenigen Jahren hierzulande ausschließlich erneuerbare Energiequellen wie Sonnen- oder Windkraft zum Einsatz kommen. Dafür braucht es eine konsequente Umstellung in vielen Lebensbereichen, angefangen beim Verkehr / Mobilität, über Stromerzeugung bis zum Bau. Aktuelle Umfragen zeigen ganz klar, dass sich die Mehrheit der Deutschen für eine zügige Umsetzung der Energiewende ausspricht. Und über unsere Plattform kann jede/r daran partizipieren, indem er nachhaltige Projekte finanziell unterstützt. Wir sind viele und die Masse macht’s! Davon sind wir fest überzeugt.

Wie geht es Ihrer Branche aktuell?

Crowdfunding ist ein vergleichsweise junges Phänomen und noch nicht in der Breite der Gesellschaft angekommen. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern: Gerade Investments in grüne Projekte erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, weil Investoren damit etwas Nützliches tun können und zudem auch die Möglichkeit haben, über unsere Plattform mit den Projektbetreibern zu kommunizieren und die Entwicklung eines Projektes zu verfolgen.

Dies sind nur einige der Vorteile gegenüber einem eher anonymen Investment, beispielsweise in einen Fonds oder eine Aktie. Dort weiß man nicht, wer das Geld bekommt und wofür es genau eingesetzt wird. Zudem erleben wir nun schon seit einigen Jahren eine Niedrigzinsphase, die klassische Anlageprodukte unattraktiv für viele Anleger macht.

Crowdfunding ist zudem seit letztem Jahr durch das Kleinanlegerschutzgesetz reguliert. Das sorgt für klare Regeln am Markt und mehr Transparenz im Investmentprozess.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Econeers gilt nach deutschem Recht als ein Finanzanlagenvermittler. Das bedeutet, wir stellen einem Unternehmen eine Seite auf unserer Online-Plattform zur Darstellung eines Projektes zur Verfügung und informieren unsere Nutzer (Crowd) über die Möglichkeit, ein Darlehen für dieses Projekt zu vergeben. Der Investitionszeitraum dafür ist vorab genau festgelegt, ebenso die (tagesgenaue) Verzinsung. Alle Investments werden als partiarische Nachrangdarlehen ausgegeben. Wir partizipieren prozentual am Erfolg jedes Fundings.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen für Ihre Unternehmung auf dem bisherigen Weg?

Wie bereits angesprochen ist das Crowdfunding in Deutschland ein relativ junges Phänomen, das viele Menschen noch gar nicht kennen. Wir arbeiten daran, diese Anlageform bekannter zu machen und so einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Gerade in Zeiten, in denen die Bundesregierung zum Beispiel den Kohleausstieg verzögert, ist es wichtig, ein Zeichen für den Erhalt und den Schutz unseres Lebensraumes zu setzen.

Wie ist Ihr Gründerteam aufgestellt? Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen waren für den bisherigen Erfolg ausschlaggebend?

Ich selbst bin Gründer und Geschäftsführer von Econeers und habe gemeinsam mit meinem Team in den letzten drei Jahren meine Vision von einer „grünen Investment-Plattform“ umgesetzt. Mein Team besteht aus jungen, motivierten Menschen, die zahlreiche Bereiche abdecken: von Projektmanagement über Investor Relations, Public Relations, Online-Marketing bis hin zu Software-Entwicklung. Wir arbeiten Hand in Hand, in engem fachübergreifendem Austausch miteinander. Jeder kann Ideen einbringen, es gibt flache Hierarchien und dynamische Prozesse. Viel Entfaltungsspielraum also!

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Das ganze Interview mit Econeers lesen Sie auf Grüne-Startups.de.



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