Grüne Wirtschaft

Circular Tech Hub bei der GITEX AI EUROPE: Wo Kreislaufwirtschaft auf Europas Tech-Zukunft trifft

Berlin wurde Ende Juni zum Treffpunkt der europäischen KI- und Start-up-Szene. Inmitten der großen Messeflächen fiel der Circular Tech Hub als eigener Bereich auf, der den Blick weg von reinen Innovations-Showcases und hin zu den praktischen Fragen der Kreislaufwirtschaft lenkte.

Berlin wurde Ende Juni zum Treffpunkt der europäischen KI- und Start-up-Szene. Inmitten der großen Messeflächen fiel der Circular Tech Hub als eigener Bereich auf, der den Blick weg von reinen Innovations-Showcases und hin zu den praktischen Fragen der Kreislaufwirtschaft lenkte.

01.07.2026 - Ein Beitrag von Marcus Noack

Kreislauf statt Einwegdenken

Im Circular Tech Hub ging es um eine einfache, aber zentrale Frage: Wie lassen sich Produkte, Komponenten und Materialien länger im Kreislauf halten, wiederverwenden oder effizienter zurückgewinnen? Der Fokus lag dabei nicht nur auf Sekundärelektronik, sondern auch auf den Geschäftsmodellen, die aus zirkulären Ansätzen entstehen. Gerade in der Tech-Branche wird dieses Thema oft noch unterschätzt. Vor Ort wurde deutlich, dass Kreislaufwirtschaft längst nicht mehr nur als Nachhaltigkeitsidee verhandelt wird, sondern als konkreter Teil wirtschaftlicher Stabilität und industrieller Resilienz.

Wirtschaftlicher Druck, neue Chancen

Volatile Lieferketten, steigende Rohstoffkosten und strengere Anforderungen an Reparierbarkeit und Wiederverwertung setzen Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig entstehen genau daraus neue Märkte. Für Start-ups und Scale-ups bieten sich Chancen in Bereichen wie Refurbishment, Reverse Logistics, Material Tracking, Repair Platforms, E-Waste-Management oder Second-Life-Lösungen. Auch für Investoren ist das Feld interessant, weil sich hier Technologie, Impact und Geschäftsmodell direkt überschneiden. Das ist eine Schnittmenge, die im europäischen Climate- und Deep-Tech-Umfeld zunehmend an Bedeutung gewinnt. Circular Tech zeigt damit nicht nur, was technologisch möglich ist, sondern auch, was wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sein kann.

Die Themen im Hub

Der Circular Tech Hub deckte die gesamte Wertschöpfungskette zirkulärer Elektronik ab. Dazu gehörten Refurbishment, Batterierecycling, IT Asset Disposition, Reverse Logistics und zertifizierte Beschaffungswege für Unternehmen. Spannend war die Mischung der Teilnehmenden: Vor Ort trafen beispielsweise Enterprise Refurbisher, Batterie-Recycler und Einkäufer aufeinander, die nach zertifizierten Lieferwegen suchten. So kamen operative Umsetzung und Beschaffung zusammen.


Bild: Circular Tech Hub

“Alle kommen zusammen, um die Industrie gemeinsam voranzubringen”, sagte Naz Pirzada, Gründer der The Circular Tech Show. Im Zentrum standen dabei keine abstrakten Klima-Ziele, sondern operative Lösungen: Wiederverwendung, Reparatur, längere Produktlebenszyklen und neue Modelle rund um Material- und Ressourcennutzung. Genau diese Praxisnähe machte den Hub zu einem der spannendsten Bereiche der Messe.

Trends und Perspektiven

Zu angekündigten Trends gehören das Wachstum des Circular-Tech-Markts, die Entwicklung des Refurbishment-Segments, der Weg von Geräten durch globale Lieferketten und der Einfluss von KI auf Nutzung und Lebensdauer von Endgeräten. Gerade dieser letzte Punkt zeigt, wie eng digitale und zirkuläre Fragen inzwischen miteinander verknüpft sind. Die zentrale Frage lautet nicht mehr nur, wie Technik schneller wird, sondern auch, wie sie länger nutzbar bleibt.


Bild: Circular Tech Hu

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