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CHAMÄLEON: Reisen mit Verantwortung – wie nachhaltiger Tourismus echten Mehrwert für Mensch und Natur schafft

CHAMÄLEON verbindet außergewöhnliche Reiseerlebnisse mit Natur- und Klimaschutz, lokaler Wertschöpfung und messbarer Verantwortung.

CHAMÄLEON verbindet außergewöhnliche Reiseerlebnisse mit Natur- und Klimaschutz, lokaler Wertschöpfung und messbarer Verantwortung.

08.06.2026, das Interview führte: Louisa Becker - Bild: CHAMÄLEON

Nachhaltigkeit ist in der Tourismusbranche längst mehr als ein Trend. Reisende möchten heute nicht nur neue Kulturen entdecken und beeindruckende Landschaften erleben, sondern auch wissen, welchen Einfluss ihre Reise auf Umwelt und Gesellschaft hat. Für CHAMÄLEON gehört diese Verantwortung seit der Unternehmensgründung zum Selbstverständnis. Was einst mit der Begeisterung für Nepal begann, entwickelte sich zu einem ganzheitlichen Ansatz, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte miteinander verbindet. Im Interview erklärt Gründer INGO LIES, warum Transparenz, langfristige Partnerschaften und konkrete Maßnahmen für ihn die Grundlage eines zukunftsfähigen Tourismus bilden.


Bild: CHAMÄLEON

LifeVERDE: HERR LIES, was war Ihre ursprüngliche Vision von „besserem Reisen" bei der Gründung von CHAMÄLEON – und wie hat sie sich bis heute entwickelt?

INGO LIES, Gründer von CHAMÄLEON: Als ich 1996 die erste Reise nach Nepal organisiert habe, wollte ich, dass möglichst viele Menschen die Welt mit so viel Begeisterung erleben wie ich. Die Natur war so beeindruckend, dass der Wunsch, sie zu erhalten, ganz automatisch kam. Gleichzeitig begegnete ich dort so vielen großartigen Menschen, dass es für mich logisch war, dass auch sie von den Reisen profitieren sollten.

Verantwortungsvoll zu reisen gehörte also von Anfang an dazu. Mit der Zeit verstand ich, dass wir für so einen Ansatz feste Strukturen brauchten. Mit der CHAMÄLEON Stiftung und der Rainforest Foundation haben wir unsere Hilfe ganz konkret gemacht. Gemeinsam mit den lokalen Partner*innen unterstützen wir so seit vielen Jahren kontinuierlich ökologische, ökonomische und soziale Projekte in den Reiseländern.

Bei CHAMÄLEON gibt es eine Nachhaltigkeits-Agenda. Was kann man sich darunter vorstellen?

Damit übersetzen wir unseren Anspruch, Wachstum mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu verbinden. Die strategische Grundlage war eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse, bei der wir uns genau angesehen haben, welche Auswirkungen wir als Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft haben und welche externen Nachhaltigkeitsthemen und Risiken uns beeinflussen. Daraus haben wir Schwerpunkte abgeleitet, um dann konkrete Maßnahmen anzustoßen und umzusetzen. Die Felder sind: Arten- und Klimaschutz, Energie und Ressourcen, Gesundheit und Sicherheit der Gäste, Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette, Kinderschutz und Menschenrechte, Unternehmenskultur und interne Weiterentwicklung.


Bild: CHAMÄLEON

Was unterscheidet den Nachhaltigkeitsansatz von CHAMÄLEON von anderen?

Wir setzen aktiv Ideen um, die einen positiven Effekt haben. Das betrifft die Organisation der Reisen selbst, geht aber weit darüber hinaus. Wir haben uns verpflichtet, jedes Jahr mindestens 1 % des Umsatzes für gemeinnützige Zwecke zu spenden. Die CHAMÄLEON Stiftung investierte 2025 rund 1,5 Millionen Euro in 48 Projekte in unseren Reiseländern. Der größte Teil dieser Summe ging an die Rainforest Foundation in Ecuador, mit der wir mittlerweile über 35 Millionen Quadratmeter Regenwald gekauft und unter Schutz gestellt haben. Letztes Jahr kamen noch 20.000 gepflanzte Bäume dazu. Auf unseren Websites werden alle Projekte vorgestellt und die Entwicklung mit Bildern und Videos dokumentiert.


Bild: CHAMÄLEON

Warum ist Ihnen Transparenz, insbesondere bei der Berechnung des CO₂-Fußabdrucks, so wichtig?

Ganz einfach: Transparenz schafft Vertrauen. Vertrauen schafft Kundenbindung. Und weil Behauptungen noch nicht viel mit Transparenz zu tun haben, waren wir von Anfang an beim KlimaLink e.V. dabei. Der Branchenverein unterstützt Reiseunternehmen, ihre Klimawirkung nach einheitlichem Standard zu berechnen. Denn wer die Zahlen kennt, kann bewusste Entscheidungen treffen, und genau das wollen wir unseren Gästen ermöglichen. Dass durch Reisen Emissionen entstehen, ist Fakt. Doch es hilft, wenn wir genau verstehen, wie und wo sie entstehen, die Herausforderungen annehmen und aktiv an Lösungen für die Zukunft arbeiten. Deshalb haben wir schon 300.000 Euro bei der Lufthansa Group in den alternativen Flugkraftstoff SAF investiert.


Bild: CHAMÄLEON

Wie setzen Sie den Anspruch, Menschen zu verbinden und Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern, konkret im Geschäftsmodell um?

Da gibt es unterschiedliche Hebel. Zum einen arbeiten wir sehr eng mit einheimischen Agenturen und Reiseleiter*innen zusammen. Unsere Gäste übernachten so oft wie es geht in inhabergeführten Unterkünften, die nur wenige Zimmer vermieten, ökologisch wirtschaften und die lokalen Wertschöpfungsketten unterstützen. Das bietet sich an bei unseren kleinen Gruppen mit höchstens zwölf Gästen. Je kleiner die Gruppe, desto direkter der wirtschaftliche Impuls vor Ort und desto intensiver die Begegnungen auf einer Reise.

Zusätzlich messen wir die Aufteilung des Reisepreises so genau wie möglich. Unsere Gäste sehen, wie viel Prozent der lokalen Wirtschaft zugutekommen. Letztes Jahr waren es durchschnittlich 56 %. Ein Wert, auf den wir sehr stolz sind, aber den wir auch kontinuierlich verbessern wollen.


Bild: CHAMÄLEON

Wie sehen Sie die neuen EU-Richtlinien zum Thema Greenwashing?

Ich begrüße das sehr. Wenn die neuen Richtlinien dafür sorgen, dass Aussagen belegbar, transparent und unabhängig überprüfbar sein müssen, dann ist das gut für die ganze Branche. Für uns bedeutet das eigentlich nur, konsequent so weiterzumachen wie bisher. Zertifizierungen und externe Prüfungen gehören für uns selbstverständlich dazu, wofür der Deutsche Nachhaltigkeitspreis 2025 ein schöner Beleg war. Aber genauso wichtig ist mir, zu schauen, ob wir noch Dinge verbessern könnten, und das auch offen kommunizieren.


Bild: CHAMÄLEON

Fazit: Reisen bei CHAMÄLEON schafft Mehrwert für Mensch, Natur und lokale Gemeinschaften

Das Interview zeigt, dass nachhaltiges Reisen weit über CO₂-Kompensation oder einzelne Umweltmaßnahmen hinausgeht. CHAMÄLEON verfolgt einen Ansatz, der Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette versteht – von der Zusammenarbeit mit lokalen Partnern über den Schutz von Regenwaldflächen bis hin zur transparenten Darstellung der Klimawirkung. Besonders bemerkenswert ist dabei die Verbindung aus wirtschaftlichem Erfolg und langfristigem gesellschaftlichem Engagement. Statt Nachhaltigkeit als Marketinginstrument zu nutzen, setzt CHAMÄLEON auf nachvollziehbare Strukturen, messbare Ergebnisse und kontinuierliche Weiterentwicklung. Damit wird deutlich, dass Tourismus nicht zwangsläufig auf Kosten von Mensch und Natur stattfinden muss, sondern einen positiven Beitrag zur Entwicklung von Regionen und zum Schutz wertvoller Ökosysteme leisten kann.

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