Carsharing wird erwachsen
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Carsharing wird erwachsen

DriveNow ist einer von zahlreichen Carsharing-Anbietern in Deutschland. Wir unterhielten uns mit dem CEO von DriveNow, Dr. Andreas Schaaf und befragten ihn zum Markt allgemein sowie zu den Themen Businesskunden und Carsharing als Nachhaltigkeitsinstrument.

DriveNow ist einer von zahlreichen Carsharing-Anbietern in Deutschland. Wir unterhielten uns mit dem CEO von DriveNow, Dr. Andreas Schaaf und befragten ihn zum Markt allgemein sowie zu den Themen Businesskunden und Carsharing als Nachhaltigkeitsinstrument.

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Bilder: DriveNow

UMWELTHAUPTSTADT.de: Herr Dr. Schaaf, wie entwickelt sich der Car-Sharing-Markt in Deutschland und weltweit derzeit?

Dr. ANDREAS SCHAAF: Wir leben aktuell in einer Zeit, in der das Carsharing erwachsen wird. Besetzten die Autos zum Teilen noch vor wenigen Jahren eine kleine Nische, wird Carsharing derzeit zum Megatrend in der breiten Gesellschaft. Alleine in Deutschland dürften bereits in diesem Jahr rund eine Million Menschen bei einem Carsharing Anbieter registriert sein. Studien hatten diese Zahl erst für das Jahr 2016 prognostiziert. Und auch in Westeuropa, Nordamerika und in Teilen Asiens beobachten wir, dass Carsharing boomt und die Städte erobert. Allein wir bei DriveNow haben schon fast 300.000 Kunden in Deutschland und täglich kommen hunderte hinzu.


Wie wichtig sind Ihnen Business-Kunden und welche speziellen Angebote haben Sie für Unternehmen?

Ursprünglich startete DriveNow als reines Privatkundenprodukt. Nachdem jedoch immer mehr Selbständige und Unternehmen DriveNow nutzen wollten, haben wir auch eine geschäftliche Option eingeführt. Der Kunde kann nun im Fahrzeug auswählen, ob es sich um eine private oder eine geschäftliche Fahrt handelt und erhält so separate Rechnungen. Derzeit interessieren sich insbesondere größere Unternehmen für DriveNow. Sie lassen ihre Mitarbeiter zu Sonderkonditionen bei DriveNow registrieren und einen Teil der geschäftlichen Fahrten etwa zu den Flughäfen oder zu Terminen mit DriveNow absolvieren. Dadurch können Sie ihren eigenen Fuhrpark effizienter einsetzen.  


Bis zu welchem Nutzungsgrad lohnt sich Car-Sharing unter Kostengesichtspunkten?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Grundsätzlich sagt man, dass sich im privaten Bereich bis zu einer Jahreskilometerleistung von 10.000 Kilometern ein Carsharing Fahrzeug auszahlt. Letztlich hängt das aber auch von weiteren Parametern ab. Klar ist, wer täglich auf sein Fahrzeug angewiesen ist, der wird mit Sicherheit ein eigenes Auto bevorzugen. Für immer mehr Menschen ist jedoch der Mix aus dem Öffentlichen Nahverkehr, dem Fahrrad und dem Carsharing die erste Wahl, um sich in der Stadt fortzubewegen. 


Ist Car-Sharing eine Möglichkeit, ein Unternehmen nachhaltiger zu gestalten?

Das ist in der Tat möglich. Zum einen zahlt Carsharing natürlich auf das ökologische Konto ein. Da sie beim Carsharing zum einen bewusster das Fahrzeug nutzen und darüber hinaus immer die modernsten und effizientesten Fahrzeuge zur Verfügung haben, tun Unternehmen etwas für die Umwelt. Zum anderen gestalten Sie ihren Firmenfuhrpark effizienter und damit auch wirtschaftlich nachhaltiger. 


Wie glauben Sie wird sich der Car-Sharing-Markt in den kommenden Jahren weiter entwickeln?

Ein Ende der positiven Entwicklung ist derzeit nicht absehbar. Das Kundenwachstum wird zunächst so weiter gehen. In den kommenden Jahren werden sich Carsharing Dienste wie DriveNow sinnvoll mit anderen Verkehrsträgern vernetzen. Zudem werden wir mehr Elektrofahrzeuge in den Flotten sehen als derzeit noch. 


Ist Drive Now im BMW-Konzern noch so etwas wie ein „internes Startup“ oder haben Sie sich über die letzten Jahre bereits eine relevante Markt-Präsenz erschlossen?

Zu Beginn waren wir sicher so etwas wie ein Start-Up. Unsere Prozesse waren und sind verglichen mit einem Konzern immer noch sehr schlank. Entscheidungswege dadurch kurz. Ich verrate nicht zu viel wenn ich sage, dass wir in den ersten Tagen von DriveNow noch mit dem Laptop auf dem Schoss die Geschicke der Firma gelenkt haben. Für alle war das Freefloating Carsharing Neuland und so haben wir uns Stück für Stück an das Optimum herangetastet. Nach drei Jahren sind wir mit rund 300.000 Kunden in Deutschland kundestärkster Carsharer. Unsere Prozesse sind stabil und wir haben auf jeder Position absolute Profis sitzen. Übrigens stehen auch die Laptops mittlerweile auf schönen Büromöbeln


Wird es die neuen E-Fahrzeuge von BMW auch bald bei Drive Now geben?

Ja, der BMW i3 ist auch bei DriveNow fest eingeplant. Noch ist es allerdings etwas zu früh, einen Zeitpunkt bekannt zu geben.

 

Welche Produktinnovationen sind bei Drive Now weiterhin geplant?

Wir bieten unseren Kunden seit einiger Zeit Vorteilspakete an, die sie im Auto dazu buchen können. Unsere Kunden können bereits Vorteilspakete zum Skifahren, Shoppen und Erholen buchen. So erkennen unsere Fahrzeuge beispielsweise anhand der GPS Position, wenn sie sich in der Nähe eines REWE-Supermarktes befinden und bieten unseren Kunden einen Einkaufsrabatt an. Wir haben herausgefunden, dass Carsharing mehr ist als nur von A nach B zu gelangen. Unsere Kunden wollen innovative Dienstleistungen. Aufgrund der bisher sehr positiven Resonanz auf diese Angebote bauen wir die Zusatzservices künftig weiter aus. Aber auch die Fahrzeuge, die Technologien und die Tarifmodelle werden weiterhin den aktuellsten Ansprüchen gerecht werden.


Zur Person

Dr. Andreas Schaaf leitet seit Dezember 2012 als einer von zwei Geschäftsführern die Bereiche Marketing, PR und Finanzen bei DriveNow. Schaaf trat 1996 in die BMW AG ein, wo er zunächst im Produktcontrolling und der Unternehmensstrategie tätig war. Es folgten Leitungs- und Führungspositionen im Zentralen Marketing und im Vertrieb für die Regionen Asien, Pazifik, Afrika und Osteuropa. Seit April 2010 war Schaaf Präsident der BMW Group in Indien und dort unter anderem für den Aufbau der Marke MINI auf dem Subkontinent verantwortlich. Zuvor verantwortete er als Vice President Korea den Vertrieb und das Marketing der BMW Group in Südkorea.



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