Im Zeitalter von Einkaufsabteilungen spielt die Umwelt leider oftmals keine große Rolle.
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„Im Zeitalter von Einkaufsabteilungen spielt die Umwelt leider oftmals keine große Rolle.“

Im Gespräch mit Dieter Körner, Geschäftsführer von bonitasprint und Printzipia über ökologische und ökonomische Herausforderungen und den Wandel zum „Druckerei-Feinkostladen“.

Im Gespräch mit Dieter Körner, Geschäftsführer von bonitasprint und Printzipia über ökologische und ökonomische Herausforderungen und den Wandel zum „Druckerei-Feinkostladen“.

UMWELTHAUPTSTADT.de: Wofür steht die Marke bonitasprint?

DIETER KÖRNER: Wir sind ein modernes Druck- und Medienhaus mit Hauptsitz in Würzburg sowie Niederlassungen in Dreieich und Amberg. bonitasprint steht für solides Know-how, modernste Technik und persönlichem Einsatz. Von der Idee bis zum fertigen Produkt bieten wir einen umfassenden Service mit einer durchgängigen Produktionskette im eigenen Haus. Dabei ist es uns wichtig nicht einfach nur zu drucken, sondern nachhaltig den einzigartigen Ausdruck persönlicher Printkommunikation im gekonnten Zusammenspiel von Farben, Lacken, Papieren und Veredelungen genau auf den Punkt zu bringen.

bonitasprint steht für Persönlichkeit. Bei aller Schnelligkeit ist es uns besonders wichtig, nicht nur den „schnellen Druck“ zu haben, sondern bewusst loyaler Partner zu sein. Nicht nur kurzfristige Ziele im Auge zu haben, sondern nachhaltig wirksam zu handeln. So gehört Umweltschutz schon seit Jahren ganz selbstverständlich zum Anspruch der bonitasprint gmbh. bonitasprint bietet klimaneutralen Druck und hat mit www.printzipia.de einen Webshop für Druckprodukte, der ausschließlich unter strengsten ökologischen Kriterien produziert.

Auf welche Themen haben Sie sich in Ihrem Segment spezialisiert?

Wir sind eine klassische Akzidenzdruckerei. Erstmal würde ich sagen ohne Spezialisierung. In unserem hart umkämpften Markt haben wir jedoch einige spezialisierte Ausrichtungen. Wir haben eine große Wertschöpfungskette. Bis auf Hardcover fertigen wir alles im eigenen Haus.

Gerade wenn es um ausgefeilte Druckobjekte geht, wissen uns unsere Kunden zu schätzen.

Was uns ausmacht ist sicherlich unsere Persönlichkeit. Unsere Kunden können auf Fachleute in allen Abteilungen vertrauen, die über ein umfassendes Fachwissen verfügen, so dass wir kompetenter Partner unserer Kunden sind.

Auch bei IT-Themen bzw. Anbindungen sind wir stark. Gemeinsam mit unseren Kunden erarbeiten wir individuelle Lösungen. Und da uns von Natur aus die Umwelt am Herzen liegt, freuen wir uns mit www.printzipia.de auch online aktiv zu sein.

Was würden Sie sagen, macht bonitasprint besser als seine Wettbewerber?

Wie immer sich „besser“ beschreiben lässt. Wir halten Augen und Ohren offen, und beobachten den Markt. Man muss nicht jedem Trend folgen. Vielmehr sollte man sich selbst treu bleiben. Und auch nicht vor Entscheidungen zurückschrecken, die mit einem höheren Risiko behaftet, jedoch schlussendlich sehr nachhaltig (im weiteren Sinne) sind. Was uns ganz wichtig ist: ein offener, seriöser und ehrlicher Umgang mit Mitarbeitern und Kunden.

Welche 3 Nachhaltigkeitsziele sind für Sie am wichtigsten und wie erreichen Sie diese?

Wir haben schon viele Ziele erreicht. Wir kaufen konsequent Ökostrom und Ökogas, haben Solar auf dem Dach, nutzen die Abwärme der Druckmaschinen und unserer Luftkompressoren, drucken ohne Alkohol, alles mit Biofarben, kaufen Büroartikel aus Recycling oder Naturprodukten, unser Fuhrpark fährt mit Erdgas.

Ein Ziel wäre noch, die Heizung und das Warmwasser passiv zu erzeugen, sprich keine fossilen Ressourcen zu belasten. Ein weiteres Ziel: der Umstieg unseres Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge. Als Drittes würde mir noch die Abwassernutzung einfallen - über Zisternen in entsprechender Größe das Regenwasser zu nutzen.

Welche Kaufkriterien sind für Ihre Kunden am wichtigsten und welche Rollen spielen Nachhaltigkeitsfaktoren?

Hier müssen wir zwischen bonitasprint und Printzipia, unserem ökologischen Onlineshop, unterscheiden.

Printzipia als Onlineshop bietet die Vorteile der Onlinebestellung. Der Kunde entscheidet sich bewusst für eine umweltverträgliche Produktion zu günstigeren Preisen. Für unsere Kunden bei Printzipia spielt eindeutig der Umweltschutz, die Nachhaltigkeit, der nachhaltige Einsatz sämtlicher Komponenten sowie die Auswahl auch an kleinen Auflagen (um nicht zusätzlichen Abfall zu erzeugen) eine Rolle.

Bei bonitasprint ist oft der Preis entscheidend. Ein großes Plus – preislich sowie im Sinne der Umwelt – ist die Schnelligkeit, die wir durch die durchgängige Produktionskette bieten können, sowie die Qualität der Produkte und natürlich der persönliche Kontakt, der dann doch den Preis schlägt.

Wie schafft man es, Nachhaltigkeit als echtes Kaufkriterium in Ihrer Branche zu positionieren?

Für uns ist Nachhaltigkeit wichtig. Nicht um zu verkaufen, sondern um bewusst mit den Ressourcen der Natur umzugehen. Als echtes Kaufkriterium sehen wir es nur bedingt, da dies doch mit etwas höheren Kosten verbunden ist. Und im Zeitalter von Einkaufsabteilungen spielt die Umwelt leider oftmals keine Rolle. Da zählt mehr der Preis.

Wie stehen Sie zu der These, dass gesellschaftliches Engagement auch wirtschaftlichen Nutzen bringt?

In unserer Branche war das sicherlich einmal ein wichtiger Punkt, und hat in früheren Zeiten auch einen Nutzen gebracht. Wir in Würzburg haben Europas größte Onlinedruckerei vor der Nase; auch gibt es zwei große Druckereien, welche im Sog vorgenannter Onlinedruckerei extrem groß geworden sind. Somit kommen unsere gesellschaftlichen Kontakte und Engagements, die wir haben, nur bedingt dem wirtschaftlichen Nutzen zugute.

Welches sind Ihrer Ansicht nach die größten Herausforderungen, mit denen Ihre Branche aktuell zu kämpfen hat?

Der harte Verdrängungswettbewerb, verstärkt durch den Onlinedruck und die extreme Entwicklung in der Technik der letzten Jahre.Das schnelle Tempo unserer Zeit. Immer schneller, schneller. Wir als „letztes“ Glied in der Kette bekommen nochmals mehr den Zeitdruck zu spüren.Unpersönlichkeit unserer Zeit. Werte spielen oftmals keine Rolle mehr.Viel Bürokratie, was allgemeine Abläufe betrifft (Vorschriften allgemeiner Art; eine Zunahme an Auflagen, die auf ein Unternehmen treffen).Banken, Finanzierungsunternehmen: von Haus aus hat man als Druckunternehmen eine schlechte Position.

Welches sind Ihrer Meinung nach relevante Trends und Innovationen in der Druckbranche?

Ich vergleiche die Entwicklung bzw. den Trend der Druckbranche gerne mit der Lebensmittelbranche. Die großen Onlinedrucker teilen sich die Standard-Druckaufträge untereinander auf. Das sind quasi die Supermärkte. Auf der anderen Seite gibt es einige Feinkostläden. Diese müssen über eine gewisse Größe verfügen, um ein breites Spektrum abzudecken und ihre Vielschichtigkeit ihren Kunden schmackhaft zu machen. Wir befinden uns derzeit in diesem Wandlungsprozess, in dem sich die Feinkostläden herauskristallisieren.

Welche Innovationen bzw. Meilensteine verfolgen Sie derzeit?

Ausbau unseres internen Auftragsverwaltungsprogrammes, um interne Abläufe weiter zu optimieren.Automatisierungen bei unserem ökologischen Onlineshop www.printzipia.de, um den Shop noch attraktiver und aktiver zu gestalten.Ggf. die ein oder andere Investition, um weiterhin technisch top aufgestellt zu sein und zielbringend produzieren zu können.



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