Grüne Wirtschaft

Bio-Tiernahrung aus Bayern: BALUNA setzt neue Maßstäbe

INTERVIEW | Was steckt wirklich hinter dem Versprechen „Bio-Qualität" bei Tiernahrung – und wo hört nachhaltiger Heimtierbedarf auf, ein Marketingbegriff zu sein? BALUNA liefert dazu konkrete Einblicke: von regionaler Landwirtschaft über Tierwohl bis hin zu den Grenzen des Bio-Marktes.

INTERVIEW | Was steckt wirklich hinter dem Versprechen „Bio-Qualität" bei Tiernahrung – und wo hört nachhaltiger Heimtierbedarf auf, ein Marketingbegriff zu sein? BALUNA liefert dazu konkrete Einblicke: von regionaler Landwirtschaft über Tierwohl bis hin zu den Grenzen des Bio-Marktes.

20.03.2026, ein Beitrag von: Eileen Hube - Bild: Baluna-Premiumfutter

Für BALUNA beginnt Verantwortung bei der Ernährung der Haustiere, denn was im Napf landet, hat Auswirkungen weit über das Fressen hinaus – ökologisch, landwirtschaftlich und gesellschaftlich. Ausgehend von regionalen Strukturen im Allgäu entstehen Produkte, die auf Bio-Rohstoffen, kurzen Lieferwegen und einer schonenden Verarbeitung in bayerischen Manufakturen basieren. Der Anspruch geht dabei bewusst weiter: Es geht nicht nur um den Verzicht auf Zusatzstoffe oder Massentierhaltung, sondern um die Frage, wie sich Tiernahrung ganzheitlich verantwortungsvoll gestalten lässt. Gleichzeitig rückt ein Aspekt in den Fokus, der selten offen thematisiert wird – die Grenzen dessen, was im Bio-System überhaupt möglich und sinnvoll ist. Im Interview zeigt BALUNA, wie verantwortungsvolles Wirtschaften im Napf beginnt und welche Rolle dabei regionale Bio-Rohstoffe, nachhaltige Produktionsprozesse und Transparenz spielen.

LifeVERDE: BALUNA positioniert sich im Bereich nachhaltiger Heimtierbedarf – wie definieren Sie verantwortungsvolle Bio-Tiernahrung konkret entlang Ihrer gesamten Wertschöpfungskette?

BALUNA: Für uns beginnt verantwortungsvolle Bio-Tiernahrung lange vor dem fertigen Produkt. Sie beginnt bei der Auswahl der Rohstoffe, bei ihrer Herkunft und bei der Frage, unter welchen Bedingungen Landwirtschaft und Tierhaltung stattfinden. BALUNA steht für Bio-Tiernahrung aus hochwertigen, nachvollziehbaren Zutaten, möglichst regional gedacht und mit einem klaren Anspruch an Qualität, Transparenz und Nachhaltigkeit. Ein wichtiger Teil unserer Identität ist dabei auch die Verbundenheit zu Bayern als Standort und Herkunftsraum vieler unserer Überlegungen rund um Qualität, Regionalität und verantwortungsvolle Herstellung. Verantwortung bedeutet für uns, entlang der gesamten Wertschöpfungskette bewusst zu handeln – vom Rohstoff über die Rezeptur bis hin zum fertigen Produkt. So möchten wir Tiernahrung schaffen, die nicht nur dem Tier guttut, sondern auch Umwelt und Landwirtschaft respektiert.


Bild: Baluna-Premiumfutter

LifeVERDE: Welche Bandbreite an Produkten, Ernährungsansätzen und Serviceangeboten prägt das Konzept von BALUNA, um Tierhalter:innen ganzheitlich im Alltag zu begleiten?

BALUNA steht für ein bewusst aufgebautes Sortiment aus Bio-Nassfutter für Hunde und Katzen, ergänzt durch ausgewählte Snacks und alltagstaugliche Produktlösungen. Uns geht es nicht darum, möglichst viele Produkte anzubieten, sondern ein Sortiment zu schaffen, das sinnvoll, hochwertig und für Kundinnen und Kunden verständlich ist. Ein wichtiger Teil unseres Konzepts ist deshalb auch die persönliche Begleitung: transparente Deklarationen, nachvollziehbare Rezepturen und direkter Kontakt, wenn Fragen zur Fütterung oder zu einzelnen Produkten entstehen. Gerade als kleinere Marke sehen wir darin eine Stärke, weil wir nah an unseren Kundinnen und Kunden sind und nicht in anonymen Strukturen arbeiten.

LifeVERDE: Welche Kriterien sind für BALUNA bei der Auswahl von Bio-Höfen entscheidend, um Tierwohl, nachhaltige Landwirtschaft und umweltbewusste Tierernährung miteinander zu vereinen?

Bei der Auswahl unserer Partner schauen wir nicht nur auf formale Standards, sondern auch auf die Haltung dahinter. Natürlich sind Bio-Zertifizierung, Qualität und verlässliche Prozesse wichtige Grundlagen. Genauso wichtig ist für uns aber, dass Tierwohl, nachhaltige Landwirtschaft und ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen nicht nur Schlagworte bleiben. Wir möchten mit Partnern zusammenarbeiten, die diese Werte glaubwürdig leben und die bereit sind, Qualität nicht über kurzfristige Optimierung zu stellen. Dabei spielt für uns auch die Nähe zu regionalen Strukturen, insbesondere im süddeutschen Raum und in Bayern, eine wichtige Rolle. Denn aus unserer Sicht kann hochwertige Tiernahrung nur dort entstehen, wo auch die Basis stimmt.


Bild: Baluna-Premiumfutter

LifeVERDE: Wie gestaltet BALUNA seine Prozesse über Rohstoffbeschaffung, Produktion und Logistik hinweg, um ökologische Verantwortung umfassend in der Praxis umzusetzen?

Nachhaltigkeit ist für uns kein einzelner Baustein, sondern ein Grundgedanke, der möglichst viele Entscheidungen prägen sollte. Das beginnt bei der sorgfältigen Auswahl der Rohstoffe, setzt sich in der Produktion mit klaren Qualitätsmaßstäben fort und spielt auch bei Verpackung und Logistik eine wichtige Rolle. Natürlich ist kein Unternehmen in jedem Bereich perfekt, aber unser Anspruch ist, bewusst zu handeln und Prozesse Schritt für Schritt so zu gestalten, dass ökologische Verantwortung nicht nur kommuniziert, sondern praktisch gelebt wird. Gerade als kleinere Marke können wir viele Entscheidungen sehr direkt begleiten und mit Überzeugung treffen. Kurze Wege und regionale Strukturen, soweit sinnvoll umsetzbar, sind dabei für uns ein wichtiger Bestandteil.

LifeVERDE: BALUNA setzt auf transparente Deklaration: Wie ermöglichen Sie Verbraucher:innen, die Qualität und Herkunft Ihrer Bio-Tiernahrung fundiert nachzuvollziehen?

Transparenz heißt für uns nicht, jede einzelne Bezugsquelle öffentlich auszuschreiben, sondern Qualität und Herkunft über klare Standards und nachvollziehbare Prozesse verlässlich erkennbar zu machen. BALUNA setzt auf verständliche Deklarationen, konsequente Bio-Qualität und Rezepturen, die offen und nachvollziehbar aufgebaut sind. Gleichzeitig arbeiten wir mit kontrollierten Lieferketten und klaren Anforderungen an die eingesetzten Rohstoffe. Die Einhaltung der Bio-Vorgaben und die entsprechende Kontrolle schaffen dabei eine belastbare Grundlage, auf der Kundinnen und Kunden Qualität fundiert einordnen können. Für uns entsteht Vertrauen nicht durch die Veröffentlichung einzelner Adressen, sondern durch die Sicherheit, dass Herkunft, Qualität und Verarbeitung auf verbindlichen Standards beruhen.

LifeVERDE: Welche unternehmerischen Ansätze verfolgt BALUNA, um hochwertige Tiernahrung mit breiter Zugänglichkeit zu verbinden und gleichzeitig ein langfristig tragfähiges Geschäftsmodell sicherzustellen?

Wir sind überzeugt, dass gute Bio-Tiernahrung nicht künstlich exklusiv wirken muss. BALUNA soll hochwertig sein, aber zugleich zugänglich bleiben. Das bedeutet für uns: ehrliche Rezepturen, hohe Qualität, sinnvolle Standards und ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das für viele Kundinnen und Kunden nachvollziehbar bleibt. Unternehmerisch setzen wir dabei auf ein klares, fokussiertes Konzept statt auf Beliebigkeit. Wir möchten gesund wachsen, langfristig denken und ein Geschäftsmodell aufbauen, das Substanz hat. Nachhaltigkeit heißt für uns eben auch, wirtschaftlich verantwortlich zu handeln und nicht nur kurzfristig Effekte zu suchen.


Bild: Baluna-Premiumfutter

LifeVERDE: Wie geht BALUNA mit Herausforderungen im Markt für nachhaltige Tiernahrung um, und welche konkreten Weiterentwicklungen planen Sie, um Wirkung und Bewusstsein künftig weiter zu stärken?

Der Markt für nachhaltige Tiernahrung entwickelt sich spürbar weiter. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Transparenz, Qualität, Preisstabilität und Glaubwürdigkeit. Wir sehen darin vor allem die Aufgabe, unseren Weg konsequent weiterzugehen und BALUNA Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Dazu gehören sinnvolle Sortimentsergänzungen, eine noch klarere Kommunikation unserer Werte und der Ausbau von Vertrauen bei den Menschen, die bewusster für ihre Tiere einkaufen möchten.

Wichtig ist uns dabei auch, offen über die Grenzen des Bio-Marktes zu sprechen: BALUNA bietet ausschließlich Tiernahrung in Bio-Qualität an. Deshalb sind auch die Fleischsorten auf jene Rohstoffe begrenzt, die nach Bio-Verordnung überhaupt als Bio zertifizierbar sind. Wild aus freier Jagd kann beispielsweise nicht als Bio deklariert werden, auch wenn Herkunft und Qualität im Einzelfall hochwertig sein mögen. Für uns bedeutet Weiterentwicklung daher nicht, jedem Trend nachzugeben, sondern konsequent innerhalb glaubwürdiger Bio-Standards zu arbeiten und diese Zusammenhänge auch verständlich zu vermitteln. Gerade in einem Umfeld, in dem Regionalität, Qualität und verantwortungsvolle Herstellung – auch mit Blick auf Bayern und süddeutsche Strukturen – für viele Kundinnen und Kunden an Bedeutung gewinnen, sehen wir darin einen wichtigen Teil unserer Aufgabe. Uns ist wichtig, dass nachhaltige Tiernahrung nicht als kurzfristiger Trend verstanden wird, sondern als langfristige Verantwortung. Genau dazu möchte BALUNA einen ehrlichen Beitrag leisten.

BALUNA: Wenn Tiernahrung zur Haltungsfrage wird

BALUNA versteht nachhaltige Tiernahrung als durchgängiges Konzept, das weit über einzelne Qualitätsmerkmale hinausgeht. Im Mittelpunkt stehen regionale Bio-Rohstoffe, transparente Rezepturen und eine konsequente Ausrichtung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Auswahl der Partnerhöfe bis zur fertigen Produktion. Dabei wird deutlich, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftliches Handeln kein Widerspruch sein müssen, sondern sich sinnvoll ergänzen können. Besonders prägend ist die Offenheit im Umgang mit den Grenzen des Bio-Marktes: Nicht jeder Rohstoff lässt sich innerhalb zertifizierbarer Standards abbilden, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Genau diese Klarheit schafft Vertrauen und stärkt das Verständnis für nachhaltige Zusammenhänge. So zeigt sich: Verantwortungsvolle Tierernährung und nachhaltiger Heimtierbedarf beginnen bei bewussten Entscheidungen – und bei einem ganzheitlichen Blick auf Tierwohl, Umwelt und Landwirtschaft.

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