Wie umweltfreundlich sind EScooter wirklich
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Wie umweltfreundlich sind E-Scooter wirklich?

THEMENWOCHE City-E-Scooter | Ist der Weg zu weit, um zu Fuß zu laufen oder mit dem Rad zu fahren und ist der Weg zu kurz, um mit dem Auto zu fahren? Für diese Fälle ist der Elektroroller wie geschaffen. Denn glaubt man den Herstellern, sind Elektroroller umweltschonend, günstig im Verbrauch und das ideale Stadtgefährt. Aber ist das wirklich so?

THEMENWOCHE City-E-Scooter | Ist der Weg zu weit, um zu Fuß zu laufen oder mit dem Rad zu fahren und ist der Weg zu kurz, um mit dem Auto zu fahren? Für diese Fälle ist der Elektroroller wie geschaffen. Denn glaubt man den Herstellern, sind Elektroroller umweltschonend, günstig im Verbrauch und das ideale Stadtgefährt. Aber ist das wirklich so?

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10.04.2017 - ein Beitrag von Gessica Mirra, Bild © Moosejeploosje, www.pixabay.com

Allein der Umstieg von vier auf zwei Rädern heißt noch lange nicht, dass man umweltfreundlich unterwegs ist: Denn es kommt auf das individuelle Fahrverhalten an, das am Ende darüber entscheidet, ob die Umweltbilanz gegenüber den Fahrten mit dem PKW positiver ausfällt: Auch wenn Rollerfahrer zumeist nicht umhinkönnen, ihre Fahrzeuge stets an der Leistungsgrenze zu fahren, lohnt es sich die Durchschnittsgeschwindigkeit um 5 bis 10 km/h zu senken. Ferner sollten Kurzstrecken vermieden werden. Die Faustregel sollte hier sein: Rollerfahren ist immer die Ausnahme. Weiterhin können regelmäßige Inspektionen zu einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch beitragen. Auch der Luftdruck sollte immer kontrolliert werden. Denn ist er zu niedrig, muss der Motor mehr Kraft aufwenden, um das Fahrzeug fortzubewegen.

Vor- und Nachteile des Elektrorollers:

Die wesentlichen Vorteile von Elektrorollern gegenüber herkömmlichen Rollern sind: geringer Lärm, geringe Betriebskosten, keine Abgase und weniger Wartungsaufwand, da durch den Wegfall des Verbrennungsmotors und der Kupplung beispielswiese weniger Verschleißteile vorhanden sind. geringe Betriebskosten. Das Aufladen der Batterie ist zu Hause oder an jeder anderen Steckdose möglich. Ein Elektroauto mit einer 15-kWh-Batterie in der Praxis bis zu 100 Kilometer weit. Für eine vergleichbare Reichweite benötigt ein Elektroroller nur eine 2-kWh-Batterie. Die Stromkosten für einen Elektroroller belaufen sich auf weniger als einen Euro pro 100 Kilometer.

Nachteile des E-Scooters sind der hohe Anschaffungspreis, die im Vergleich zum Tanken lange Ladezeiten, geringere Reichweite - vor allem bei günstigeren Modellen -, hohes Gewicht und die in vielen Regionen schlecht ausgebaute Ladeinfrastruktur. Die Akkus haben nur eine begrenzte Lebensdauer und können bei nicht optimalen Bedingungen oder Qualitätsmängeln schon weit vor der kalkulierten Nutzungsdauer ausfallen. Ersatzakkus sind recht teuer und können bei manchen Modellen knapp die Hälfte des Fahrzeugpreises ausmachen. Eine Nutzung im Winter ist nur bedingt möglich, da die Akkus bei Kälte erheblich an Leistung verlieren.

Die Akkus der neuen E-Scooter-Modelle

Derzeit sind verschiedene Typen von Akkumulatoren verbreitet, die vom Hersteller entweder fest eingebaut sind, oder aber auch herausgenommen werden können. Die Kapazität der Akkumulatoren ist temperaturabhängig und nimmt bei Kälte wesentlich niedrigere Werte an als bei Raumtemperatur. Um diesen Effekt zu mindern, können die Akkumulatoren bei Kälte beheizt werden.
Eine deutliche Gewichtsreduzierung und Reichweiten-Steigerung lässt sich mit Lithium-Ionen-Akkus, beispielsweise als Lithium-Polymer-Akkumulatoren oder Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulatoren erreichen. Nachteilig sind hierbei aber die deutlich höheren Anschaffungskosten. Diese kosten 300 bis 1400 € mehr gegenüber einem Roller mit älterer Akkutechnologie. Vorteilhaft ist die höhere Belastbarkeit, sowohl beim Laden als auch beim Fahren und das bessere Handling durch das geringere Gewicht.

Regeln im Straßenverkehr:

Mit Elektrorollern darf natürlich nicht auf Gehwegen gefahren werden. Auch wer einen Elektroroller ohne Versicherungsschutz - mindestens eine Haftpflichtversicherung sollte man abgeschlossen haben - oder ohne Typgenehmigung bzw. Einzelgenehmigung im öffentlichen Straßenverkehr lenkt, muss mit Bußgeldern und Strafen rechnen. Dasselbe gilt, wenn ein elektrisch betriebenes Fahrzeug ohne die erforderliche Prüfbescheinigung geführt wird: Je nach Bauart und Leistung können E-Scooter alternativ der Fahrzeugkategorie Leichtmofa oder Kleinkraftrad zugeordnet werden: Fahrer von Leichtmofa müssen mindestens 15 Jahre alt sein und eine Mofa-Prüfbescheinigung nachweisen. Wird der Elektroroller als Kleinkraftrad zugelassen, ist mindestens die Fahrerlaubnis der Klasse M erforderlich. Ein Fahrzeug mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h gilt als Leichtkraftrad, wofür der Führerschein Klasse A1 nötig ist. Für schnellere Fahrzeuge braucht es dann einen Motorradführerschein.



Die Vespa Elettrica

Nach langer Zurückhaltung kommt gegen Ende des Jahres die Vespa Elettrica auf den Markt. In Mailand wurde die e-Vespa bereits vorgestellt. Der Stromer basiert auf dem Modell der Vespa Primavera und sieht auch fast genauso aus. Angaben zu Reichweite, Motor- und Fahrleistung gibt es noch nicht. Selbst ein Preis wurde nicht genannt.

E-Scooter-Sharing in Berlin

Mit COUP gibt es jetzt auch ein Sharing von Scootern: Mitten im Herzen der Hauptstadt stehen hunderte COUPs rund um die Uhr zur Verfügung. Diese können nach der Fahrt überall - innerhalb des Geschäftsgebiets - abgestellt werden. Es gibt keine festen Stationen und das Aufladen übernimmt COUP.

Die E-Scooter können ab 3 Euro pro Ride für 30 Minuten gemietet werden. Danach kommt für 10 Minuten jeweils 1 Euro dazu. Wer sich gar nicht von COUP trennen mag, kann sich auf die Tarifautomatik verlassen. Denn damit zahlt der Kunde tagsüber maximal 20€ (von 7 bis 19 Uhr) und nachts maximal 10€ (von 19 bis 7 Uhr).

E-Neuheit

Im Juni 2017 kommt die nächste e-Fortbewegungsmöglichkeit auf den Markt: Der E-Ball. Der E-Ball erinnert an ein Segway und kann - auch mittels Gewichtsverlagerung - in alle Richtungen steuern. Das weltweit erste Elektro-Kugel-Gefährt fährt bis zum zehn Km/h, wiegt etwa 20 Kilo und wird für 949 Euro erhältlich sein.



Kommentare
Kommentare
Bernd Roßwag
17.04.2017
Hallo,
vielen Dank für den Beitrag zu e-Scootern.

E-Scooter führen in Deutschland ein Nischendasein und könnten m.E. nach einen wesentlichen Beitrag zur umweltfreundlichen Mobiltität liefern.

Dazu wäre aber eines notwendig:

Erhöhung der zul. Höchstgeschwindigkeit auf 55km/h. 45km/h ist Quatsch, damit ist man sogar in der Stadt ein Verkehrshindernis!

Genauso Quatsch sind S-Pedelecs! Mit 45km/h auf einer Bundesstraße fahren weil man nicht auf den Radweg oder Waldweg darf – vollkommener Blödsinn!
Natürlich sind 45km/h zu schnell für einen Radweg, deshalb dürfen Porsche auch nur auf der Rennstrecke fahren….



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