Wettbewerbsvorteil Nachhaltigkeit
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Wettbewerbsvorteil Nachhaltigkeit

Immer mehr Gründerinnen und Gründer erkennen Nachhaltigkeit als Chance, sich neue Märkte zu erschließen. Wer mit zukunftsfähigen Produkten und Dienstleistungen Erfolg haben will, braucht ein belastbares Geschäftsmodell.

Immer mehr Gründerinnen und Gründer erkennen Nachhaltigkeit als Chance, sich neue Märkte zu erschließen. Wer mit zukunftsfähigen Produkten und Dienstleistungen Erfolg haben will, braucht ein belastbares Geschäftsmodell.

10.05.2016 - Pressemeldung: Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit

Im Rahmen der Gründerinitiative StartUp4Climate entwickelte jetzt ein Team der Universität Oldenburg und des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit dafür ein Instrument. Mit Hilfe des Werkzeugs „Sustainable Business Canvas“ wird Nachhaltigkeit von Anfang an in die Geschäftsmodellentwicklung integriert. Die Gründerinitiative StartUp4Climate bietet gemeinsam mit Partnern dazu Workshops und Schulungen an. Das Tool kann über das Webportal StartGreen unter start-green.net/tools kostenfrei aufgerufen und online genutzt werden.

Grundlage jeder Unternehmensgründung ist eine erfolgversprechende Geschäftsidee und die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells. Dabei sind alle erfolgsrelevanten Faktoren zu prüfen und die entscheidenden Handlungsfelder in den Blick zu nehmen. Das neue Online-Angebot „Tools“ auf dem Webportal StartGreen unterstützt Gründer und Studierende in diesem Prozess. Kernstück des Bereiches ist das Instrument „Sustainable Business Canvas“. „Dieses Tool ist eine Weiterentwicklung des in der Gründerszene weit verbreiteten Business Model Canvas von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur“, erläutert Dr. Irina Tiemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Mitglied des Oldenburg Center for Sustainability Economics and Management (CENTOS). Sie gehört zum Team, das im Rahmen der Gründerinitiative StartUp4Climate das „Sustainable Business Canvas“ entwickelt hat. Im Gegensatz zum Osterwalder Canvas werde in der Neuentwicklung bereits im ersten Schritt auch die Motivation für die Geschäftstätigkeit, der zu erwartende Wettbewerb und die Bedeutung von Stakeholdern hinterfragt, so Irina Tiemann. Nachhaltigkeit als erfolgsrelevanter Faktor könne dabei in allen Geschäftsmodellelementen mitgedacht werden.

Marktchancen entdecken, Risiko minimieren
Das Tool „Sustainable Business Canvas“ sei aber nicht nur für Start-ups mit einer nachhaltigen Geschäftsidee geeignet, betont Prof. Dr. Klaus Fichter, Inhaber der apl. Professur für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit (PIN) an der Universität Oldenburg. Unter seiner Leitung wurde das Tool von einem Team der Universität Oldenburg und dem Borderstep Institut entwickelt. „Auch wenn man sich ausschließlich fürs Geldverdienen interessiert, profitiert man als Unternehmen davon, Nachhaltigkeit in sein Geschäftsmodell mit einzubeziehen.“ Das habe die Erprobung des Tools in der Praxis gezeigt. „Unser Tool hilft Risiken zu minimieren und Fallstricke zu identifizieren“, erläutert der Wirtschaftswissenschaftler. Mit dem Modell werden gesetzliche Vorschriften genauso wie Verbraucheranforderungen von Anfang an mit in das Geschäftsmodell einbezogen. „So lassen sich Imageprobleme vermeiden, wenn das eigene Produkt zum Beispiel aufgrund von nicht vorher bedachtem Verpackungsmüll negative Aufmerksamkeit erhält.“

Start-ups, deren Geschäftsidee von vornherein nachhaltigkeitsorientiert ist, profitierten hingegen von der Möglichkeit, mit dem Modell die eigenen Chancen auf dem Markt besser auszuloten und ihr Geschäftsmodell auf feste Füße zu stellen. „Umfangreiches Hintergrundwissen, Praxisbeispiele, Videos und weiterführende Informationen vermitteln eine solide Grundlage zum Thema Geschäftsmodell“, führt Klaus Fichter aus. Somit eigne sich das Modell für Gründungsinteressierte ebenso wie für Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell neu ausrichten wollen.

Kostenfrei online nutzbar
Das Instrument „Sustainable Business Canvas“ kann über das StartGreen Portal, Rubrik Tools kostenfrei aufgerufen und online bearbeitet werden. Stichworte werden wie Notizzettel an das Canvas „gepinnt“. Die Beantwortung der Leitfragen hilft bei der Bearbeitung. Das Canvas kann vom Nutzer jederzeit über einen Link anderen zur Einsicht freigegeben werden. „Damit etabliert sich StartGreen weiter als Schnittstelle für grüne Gründerinnen und Gründer“, sagt Alexander Hain, der das Portal StartGreen als Projektmanager betreut. Zusätzlich zur Rubrik Tools biete StartGreen viele kostenfreie Netzwerkangebote. „Start-ups, Institutionen und Investoren können sich durch eine Profilseite der Szene präsentieren und potenzielle Partner im Netzwerkbereich ausfindig machen.“ Registrierte Nutzer könnten auf StartGreen zudem kostenlos eigene Informationen mit der Community teilen und zum Beispiel Artikel oder Termine auf dem Portal verbreiten.

Die Gründerinitiative StartUp4Climate führt vor Ort mit Partnern Schulungen und Workshops durch, um interessierten Start-ups und Unternehmen die Arbeit mit dem Werkzeug „Sustainable Business Canvas“ zu erleichtern. So ist das Tool Teil des WISTA Accelerator Programms für Start-ups aus dem Energiebereich. Der BPW Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg bietet in Zusammenarbeit mit StartUp4Climate ebenfalls eine Weiterbildung dazu an.

Das Instrument „Sustainable Business Canvas“ eignet sich für:

Gründerinnen und Gründer, die eine Gründungsidee haben und diese nun auf Realisierbarkeit prüfen oder für die Umsetzung vorbereiten wollenStart-ups, die bereits ein Geschäftsmodell haben, dieses aber optimieren oder mit Blick auf nachhaltigkeitsspezifische Fragen weiter verbessern wollenUnternehmen, die ein bestimmtes Geschäftsmodell bereits seit Jahren praktizieren, dieses nun aber einer Überprüfung unterziehen oder ganz neue Ideen entwickeln wollenStudierende, die sich im Rahmen von Lehrveranstaltungen oder studienbegleitend mit Geschäftsmodellen beschäftigen wollen und praktische Tipps und Hilfestellung suchen Gründungsberater, Coaches und Business Angels, die ihren „Schützlingen“ praktische Online-Informationen und Werkzeuge an die Hand geben wollen

Ansprechpartnerin für Rückfragen:
Maya Kristin Schönfelder ‐ Presse und Kommunikation
Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit
Clayallee 323, 14169 Berlin
Telefon: +49 (0)30 306 45 1008
Mobil: +49 (0)170 340 3066
E-Mail: schoenfelder@borderstep.de

Gründerinitiative StartUp4Climate:
Die Gründerinitiative StartUp4Climate setzt sich für die konsequente Ausrichtung der Gründungsförderung auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein und stärkt grüne Gründer bei der Einführung und Etablierung neuer Technologien und Dienstleistungen. Das Vorhaben wurde vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit, dem BVIZ Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren sowie der EXIST-Gründerhochschule Universität Oldenburg initiiert.
www.startup4climate.de

Webportal StartGreen:
Das Webportal StartGreen ist ein Projekt der Gründerinitiative StartUp4Climate und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Betrieben wird das Portal vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit.
www.start-green.net

Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit:
Borderstep erforscht als unabhängige und gemeinnützige Wissenschaftseinrichtung die Zukunft und untersucht, was kommt (Innovation) und was bleibt (Nachhaltigkeit). Im Mittelpunkt steht dabei die Erarbeitung von Problemlösungen und Handlungsstrategien für ein nachhaltiges Wirtschaften.
www.borderstep.de



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