Von Ocker und Rot Nachhaltige Damenhygiene aus Dresden
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Von Ocker und Rot- Nachhaltige Damenhygiene aus Dresden

INTERVIEW | Von Ocker und Rot verspricht schönere Tage mit nachhaltigen Produkten für die monatliche Damenhygiene in schönem Design. Wir haben im Interview mit Gründerin Stephanie Oppitz viel Neues gelernt...

INTERVIEW | Von Ocker und Rot verspricht schönere Tage mit nachhaltigen Produkten für die monatliche Damenhygiene in schönem Design. Wir haben im Interview mit Gründerin Stephanie Oppitz viel Neues gelernt...

05.09.2018- Das Interview führte Maike Merrem, Fotos © Von Ocker und Rot, Symbolbild © Pixabay

LifeVERDE.de: Frau Oppitz, Sie sind die Gründerin von „Von Ocker und Rot“ und produzieren in Dresden nachhaltige Hygieneartikel für Frauen. Wie ist der Name „Von Ocker und Rot“ zu verstehen?
Frau Oppitz: Der Zyklus einer Frau ist ähnlich wie eine Farbpalette geprägt von Nuancen. Vor, während und nach der Menstruation wechselt unsere emotionale und physische Verfassung zwischen frisch und fröhlich bis traurig und kraftlos. Von Ocker und Rot steht für den weiblichen Zyklus in all seinen Facetten. Denn jede Frau erlebt ihren Zyklus sehr individuell, genauso wie die Farbe des Menstruationsblutes sehr unterschiedlich sein kann. Dieses Blut unterscheidet sich aber um Welten von dem Blut, was uns bei einer Verletzung aus der Wunder läuft. Es beinhaltet den Nährboden für eine gegebenenfalls befruchtete Eizelle, die sich darin einnisten und zum Baby werden kann. Kurzum: Dieses Blut ist die Wurzel allen Lebens! Und die Farbpalette reicht dabei von Ocker bis Rot.

Gründerin Stephanie Oppitz

Welche Produkte fertigen Sie an?
Unter Von Ocker und Rot stellen wir hier in unserem Dresdner Atelier Slipeinlagen und Binden in verschieden Größen und Qualitäten her. Wir arbeiten mit nachhaltigen Rohstoffen und testen alle Produkte und Materialien vor dem Verkauf ausgiebig. Die Schwesternmarke WindelManufaktur kümmert sich um die Bedürfnisse rund ums Wickeln. Hier gibt es unsere handgefertigten Manufakturwindeln, Wetbags für einen hygienischen Wäscheprozess, aber auch Stilleinlagen. Natürlich auch alles aus nachhaltigen Rohstoffen. Besonders stolz sind wir gerade auf unsere neuen Produkte aus Tencel™. 


Wo kann man die Produkte kaufen?
Ganz einfach in unseren Online-Shops.
www.vonockerundrot.com
www.windelmanufaktur.de


Inwiefern sind die Binden und Slipeinladen „Von Ocker und Rot“ nachhaltig?
Wir verwenden ausschließlich hochwertige Stoffe wie zum Beispiel Biobaumwolle und Leinen. Beim Einkauf achten wir extrem auf die Herkunft und die Herstellung der Rohmaterialien. Unsere Rohstoffe kommen bewusst aus demokratischen Ländern mit fairen Arbeits- und Produktionsbedingungen.
Wir legen sehr viel Wert auf Schadstofffreiheit und umweltschonende Produktion. Jedes Material wird von uns langfristig getestet und die Qualität immer wieder überprüft. Wir produzieren und verkaufen nur Dinge, hinter denen wir zu 100% stehen: Qualität ist unser oberstes Ziel. Wir setzen alles daran für unsere Kunden für jedes Detail unserer Produkte die beste Lösung, die beste Qualität und die beste Herstellungsart umzusetzen.
Wir übernehmen nicht nur soziale Verantwortung in den Bereichen nachhaltige Monatshygiene und Umweltschutz, sondern handeln stets auch im Sinne einer positiven Unternehmenskultur. Mittlerweile arbeiten bei uns 19 Mitarbeiter*innen unterschiedlichster Herkunft und Profession. Wir sind extrem stolz darauf hier im Osten Deutschlands Arbeitsplätze geschaffen zu haben und diese auch aufrechterhalten und erweitern zu können.


Auf welche Stoffe setzen Sie bei der Produktion der Slipeinlagen und Co.? Wird ausschließlich aus Bio-Baumwolle gefertigt?
Der Saugkern bei einigen unserer Binden besteht zum Beispiel Bio-Baumwollsherpa. Aus Bio-Baumwolle sind zum Beispiel auch einige Außenstoffe mit wundervollen Designs.
Um die Binden saugfähig zu machen nutzen wir auch dünnen Baumwollflanell, saugstarke Bambusviskose oder schnell trocknenden Fleece. Alle Stoffbinden und auch einige unserer Slipeinlagen haben eine wasserdichte Membran aus Polyurethanlaminat (PUL). Das ist ein Verbundstoff, der wasserdicht und atmungsaktiv ist. Unser PUL ist CPSIA zertifiziert und enthält keinen Blei, BPA oder Phthalate.


Sie fertigen auch Unikate aus Stoffresten, die Interessierte Ihnen zusenden. Müssen diese Stoffe bestimmte Eigenschaften erfüllen?
Das ist unterschiedlich – je nachdem, was sich die Kunden wünschen. Da unsere Mitarbeiter aber alle vom Fach sind können wir mit den unterschiedlichsten Materialien arbeiten.


Sind Sie der Meinung, dass die Regelblutung der Frau im öffentlichen Diskurs zu sehr tabuisiert wird und haben Sie eine Vorstellung davon wie das Thema in der Öffentlichkeit normalisiert werden kann?
Absolut. Wir leben in einer Zeit, in der Werbung für Monatshygiene mit blauer Flüssigkeit gemacht wird. Viel weiter weg vom weiblichen Zyklus können wir eigentlich nicht mehr kommen. Ich finde es wichtig, offen über den weiblichen Körper zu sprechen ohne dabei ständig ins Sexualisierte abzurutschen. Unsere Kinder müssen die Chance bekommen, ihren Körper kennenlernen zu können ohne dabei das Gefühl zu bekommen, dass etwas an ihrem Körper peinlich ist, das es zu verstecken gilt. Es gibt heute Unternehmen, da sitzen Frauen mit schlimmen Menstruationsbeschwerden bei der Arbeit, weil sie glauben, dass Menstruationsschmerzen nicht würdig sind, beachtet zu werden. Ich wünsche mir, dass wir vor allem in der Arbeitswelt da eine wertschätzendere und offenere Kultur bekommen.


In Deutschland wird eine 19%ige Steuer auf Hygieneprodukte wie Tampons erhoben (vgl. Lebensmittel 7%). Was denken Sie über die Luxussteuer für Tampons und Co?
Ich finde das ungeheuerlich! Frauen menstruieren – und wir brauchen Hygieneprodukte dafür. Es ist vollkommen unverständlich, dass wir auf diese Produkte den höheren Mehrwertsteuersatz zahlen müssen.
Der geringe Satz ist damals geschaffen worden, um die Grundversorgung eines jeden erschwinglich zu machen und das Existenzminimum für Geringverdiener zu sichern. Wir Frauen können ohne diese Produkte nicht leben, würden jede vierte Woche tagelang auf dem Klo sitzen bleiben müssen.
Meiner Meinung nach muss das dringend geändert werden.


Wie wird die Zukunft von „Von Ocker und Rot“ aussehen? Steigt die Nachfrage an nachhaltiger Damenhygiene und ist auch eine Erweiterung des Sortimentes denkbar?
Ich habe immer neue Ideen und im Team fallen uns die tollsten Produkte ein, die wir gemeinsam mit unserer riesigen Fan-Community entwickeln. Und ja, es wird unbedingt eine Erweiterung unserer Produktpallette geben.

Wir bedanken uns herzlich für das Interview mit "Von Ocker und Rot"!

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