Upcycling aus Alt mach Neu und Einzigartig!
Gesellschaft

Upcycling - aus Alt mach Neu und Einzigartig!

THEMENWOCHE UPCYCLING | Beim Upcycling geht es darum, Abfall, leere Verpackungen, alte Stoffe, scheinbar nutzlose Dinge in neue und ganz andere Produkte zu verwandeln. Es geht nicht nur darum wiederzuverwerten, sondern vielmehr darum aufzuwerten und ein Unikat zu schaffen: aus verwaschenen Stoffen entsteht dann ein schickes Kleid und aus alten Obstkisten kleine Regale oder Beistelltische.

THEMENWOCHE UPCYCLING | Beim Upcycling geht es darum, Abfall, leere Verpackungen, alte Stoffe, scheinbar nutzlose Dinge in neue und ganz andere Produkte zu verwandeln. Es geht nicht nur darum wiederzuverwerten, sondern vielmehr darum aufzuwerten und ein Unikat zu schaffen: aus verwaschenen Stoffen entsteht dann ein schickes Kleid und aus alten Obstkisten kleine Regale oder Beistelltische.

20.02.2017 - ein Beitrag von Gessica Mirra, Bild © EKM-Mittelsachsen, www.pixabay.com

Beim Upcycling handelt es sich um eine Form des Recycelns, ohne dass das Objekt aber wieder in seine ursprüngliche Rohstoffform zurückgeführt werden muss. Neuproduktionen von Rohmaterialien sollen durch das Upcycling reduziert werden, was Energieverbrauch, Luft- und Wasserverschmutzung verringert. Immer mehr Menschen wollen gegen den Schwund der natürlichen Ressourcen ankämpfen:

Forsa-Umfrage zeigt: Upcycling wird immer mehr zum Thema
Dass Upcycling immer trendiger wird, dass immer mehr "geupcycelte" Dinge unsere Wohnräume schmücken und dass Upcycling für viele zu einer Lebenseinstellung geworden ist, zeigt eine forsa-Umfrage im Auftrag von Natur Energie Plus. Im Rahmen der Umfrage wurden 837 Menschen befragt. Rund die Hälfte von ihnen gab an, schon selbst etwas Neues aus etwas Altem hergestellt, also "geupcycelt" zu haben. 141 Befragte hatten schon etwas „geupcyceltes“ gekauft und genauso viele Personen konnten sich einen Kauf sehr gut vorstellen. Kaum einer, egal ob jung oder alt, konnte sich überhaupt nicht vorstellen, selbst upzucyceln oder etwas dergleichen zu kaufen. Dabei war für die Befragten, nach eigenen Angaben, weniger der niedrige Preis verlockend, als eher das Vergnügen am Selbermachen und die Unterstützung eines umwelt- und ressourcenschonenden Umgangs mit unseren Materialien.

Hier geht zu den Ergebnissen der forsa-Umfrage von Natur Energie Plus.

Upcycling ist kinderleicht
Abgetragene Kleidung kann günstig und ganz einfach selbst geupcycelt und ummodeliert werden. Die Arbeitsutensilien dafür sind meist in jedem Haushalt zu finden: Nadel, Schere, Stoffreste, ggf. Garn sowie Zierknöpfe. Schon durch einfache Ziernähte oder Stickereien können große Veränderungen erreicht werden. Auch das Annähen von Knöpfen, Perlen und Bommeln wertet ein Kleidungsstück individuell auf und versteckt eventuell verwaschene oder kaputte Stoffabschnitte.

"Müll-Fakten"
Über eine Million Tonnen Textilien werden, nach einer Schätzung, in Deutschland pro Jahr aussortiert und meist in einen Container geworfen. Hinzu kommt eine nicht bekannte Zahl an Kleidungsstücken, die einfach über den Hausmüll entsorgt werden, berichtet Thomas Ahlmann, Sprecher des Dachverbands Fairwertung, einem Netzwerk gemeinnütziger Altkleidersammler. "Das Volumen an Müll steigt und steigt und steigt", stellt auch die Sprecherin der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Kirsten Brodde, fest. Es sind nämlich auch riesige Berge an Plastik mit denen wir zu kämpfen haben: Menschen konsumieren im Durchschnitt alle zwei Tage ein Getränk aus einer Plastikflasche – das sind insgesamt etwa 14.000 Flaschen, die jeder Einzelne dem Planeten hinterlässt. Und auf der Erde leben inzwischen annähernd sieben Milliarden Menschen!
Und gerade die PET-Flasche brauch so lange, bis sie von der Natur abgebaut ist: Sie zerfällt erst nach rund 450 Jahren - und selbst dann ­bleiben für die Tierwelt ­schädliche Mikroplastikteile zurück. Da ist das mit dem Upcycling doch eine gute Idee, erstmal weniger zu produzieren und um unserem Planeten eine verdiente Verschnaufspause zu gönnen.

Thema Upcycling in der Gesellschaft angekommen: Neustes großes Projekt
Unsere komplette Gesellschaft denkt um. Dazu tragen auch öffentliche Institutionen mit Upcycling-Projekten - im großen Stil - bei. Das neuste größte Upycling-Projekt ist jetzt in Bayern gestartet: Bis Mitte 2018 sollen hier alle rund 27.500 Polizisten neue, blaue Uniformen erhalten und ihre alte, gelb-grüne-Uniform abgeben. Den Barmherzigen Brüdern der gemeinnützigen Behindertenhilfen (BBBH) kam dazu eine Idee. Sie wollen sich die alten Uniformen zu eigen machen und aus den einzelnen Stoffteilen neue Produkte herstellen. Es werden insgesamt mehr als 600.000 Uniformteile zusammenkommen. Daraus sollen dann Taschen und Rücksäcke entstehen. „Damit können wir unserer ausrangierten Polizeiuniform neues Leben einhauchen und die Rohstoffe sinnvoll nutzen”, sagte Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) bei der Vorstellung der Kooperation. Im Internetshop www.110-shop.de sollen sie verkauft werden. Ein Teil des Erlöses kommt der Bayerischen Polizeistiftung zugute. „Damit helfen unsere alten Polizeiuniformen indirekt auch Polizistinnen und Polizisten, die im Dienst dauerhafte gesundheitliche Schäden erlitten haben”, betonte Eck.

Upcycling-Kleider sogar auf dem Laufsteg
Das Thema Upcycling hat auch das Interesse der großen Modedesigner unserer Zeit geweckt: Viktor & Rolf präsentierte Anfang des Jahres seine Kollektion für den Frühling und Sommer 2017 auf der Haute Couture in Paris. Ein weiteres Mal setzten die Designer auf Upcycling: Sie nahmen Vintagekleider, die teilweise sogar leicht zerstört waren und schusterten die unterschiedlichsten Fragmente aus den verschiedensten Epochen zu ganz neuen Roben zusammen. Das große Finale der Show von Viktor & Rolf bestand aus vier ausladenden Kleidern und einer ganzen Menge Tüll. Die gesamten Looks strahlten in bunten Farben und überzeugten - dank der Geschichte der einzelnen Stücke - durch eine ganz besondere Einzigartigkeit.

2017 in den eigenen vier Wänden
Upcycling gilt als die nächste Trendwelle. Dass Einrichtungsgegenstände künftig immer häufiger unter ökologischen Gesichtspunkten entwickelt werden und auch nach diesem Kriterium von Verbrauchern ausgewählt werden, da sind sich die Experten einig. Nach einer längeren Zeit des Purismus in den Wohnräumen werden inzwischen wieder mehr Dekorationen aufgestellt. Das sind aber nicht mehr nur Bilder, Figuren und Schnickschnack. Im Trend liegen dieses Jahr beispielsweise kleine Regale, die einzelne Dekorationen in den Mittelpunkt rücken. Upcycling ist für diesen Trend wie geschaffen.



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