Stromsparpotenzial für Unternehmen
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Stromsparpotenzial für Unternehmen

Viele Einsparpotenziale bleiben ungenutzt - welche Maßnahmen Sie mit wenig Aufwand umsetzen können.

Viele Einsparpotenziale bleiben ungenutzt - welche Maßnahmen Sie mit wenig Aufwand umsetzen können.

26.10.2016

Wenn es ums Stromsparen geht, gibt es für Unternehmen viele Stellschrauben. Allerdings bleiben diese Sparpotenziale häufig ungenutzt, nicht nur bei Produktionsbetrieben, sondern gerade auch in Unternehmen, bei denen in erster Linie Büro- und Verwaltungsarbeiten anfallen. Dabei ist Strom sparen  einfacher als gedacht – mit den folgenden Tipps und Hintergrundinformationen. 

Unternehmen können bis zu 15 Prozent Stromkosten sparen!

Kleine und mittlere Unternehmen - kurz "KMU" - können auch ohne größere Investitionen viel Strom sparen (Vgl. auch Studie „Rolle und Bedeutung von Energieeffizienz und Energiedienstleistungen in KMU“ der KfW Bankengruppe). Die gute Nachricht: Bis zu 15 Prozent Kosten können beim Strom eingespart werden. Voraussetzung ist, dass alle Mitarbeiter im Unternehmen beim Stromsparen mitmachen und die Verbesserungen umsetzen. So können Stromsparpotenziale etwa schon auf sehr einfache Weise genutzt werden, wenn die Mitarbeiter beim Verlassen eines Raumes immer das Licht ausmachen oder wenn sie den Wasserkocher effizient nutzen. Wie wichtig der Fokus auf den Strom in punkto Kosteneinsparungen ist, wird bereits daran ersichtlich, dass zirka 70 Prozent der Energiekosten in Unternehmen auf den Strom entfallen. 

Welche "Stromfresser" gibt es im Unternehmen?

Die Anzahl der elektronischen Geräte im Büro hat im Laufe der Jahre stark zugenommen. Dazu haben die Geräte deutlich an Leistung dazugewonnen, womit in der Regel auch ein steigender Stromverbrauch verbunden ist. Zu den stromgebundenen Geräten ist in diesem Zusammenhang die gesamte Büroperipherie zu zählen, wie vor allem PCs, Drucker, Scanner, Faxgeräte und Telefonanlagen. Projektoren und Beamer gehören ebenfalls zu den "Stromfressern". Weitere typische Stellen für viel Stromverbrauch sind Beleuchtung, Klimaanlage, Lüftungsanlage, Druckluft, Motoren sowie Pumpensysteme. 

Tipps und Maßnahmen zum Stromsparen:

Im ersten Schritt können Strommessgeräte und Energiemonitore eingesetzt werden. So werden die wesentlichen "Stromfresser" im Unternehmen erkannt. Mithilfe dieser Geräte kann im Anschluss entschieden werden, ob das Unternehmen auf ein jeweils effizienteres Gerät umsteigen möchte. Sinnvoll ist eine solche Bestandsaufnahme zum Beispiel dann, wenn ohnehin Neuanschaffungen im größeren Stil anstehen.Ab längeren Arbeitspausen ist es nützlich, PCs und weitere im On-Betrieb befindliche Arbeitsgeräte ganz vom Stromnetz zu nehmen. Steckdosenleisten, die einen On-/Off-Schalter aufweisen, erleichtern dieses Vorgehen. Auch sogenannte Master-Slave-Steckdosenleisten sind für das Stromsparen überaus nützlich, da sie alle angeschlossenen Geräte automatisch vom Stromnetz trennen, sobald das Hauptgerät (=Master) ausgeschaltet wird. Daneben sind Zeitschaltuhren sinnvoll, wenn Geräte auch nach Feierabend noch eine Weile eingeschaltet bleiben sollen. Viele Bürogeräte können von mehreren Mitarbeitern genutzt werden. So kann Beispiel die Anzahl der Drucker oder Faxgeräte in vielen Fällen reduziert und je nach Mitarbeiterzahl nur ein Gerät pro Abteilung oder Stockwerk eingesetzt werden.Die Beleuchtung kann durch den Einsatz von Sparlampen (vor allem LEDs, Leuchtstofflampen und Leuchtstoffröhren) energieeffizient gestaltet werden. Daneben ist es möglich, Bewegungsmelder zum Licht- und Stromsparen zu verwenden und Mitarbeiter stets daran zu erinnern, dass sie das Licht ausschalten, wenn sie Räume verlassen. Viel Strom wird durch Klimaanlagen verbraucht. Durch einen Sonnenschutz vor den Fenstern oder flexible Arbeitszeiten gerade zur Sommerzeit kann der Einsatz der Klimaanlage reduziert werden. Ist der Betrieb einer Klimaanlage nicht zu vermeiden, so sind kontinuierliche Wartungen nützlich, damit die Kühlleistung nicht abnimmt und nicht unnötig Strom verbraucht wird. Zudem ist Strom sparen in der Teeküche  angesagt. Elektrische Wasserkocher und Mikrowellen sind in der Regel deutlich energiesparender als Elektroherde – und in vielen Betrieben völlig ausreichend für die Bedürfnisse der Mitarbeiter. Energieeffiziente Geschirrspüler sind stromsparender als der Abwasch per Hand. Jedoch sollten sie nur dann in Betrieb genommen werden, wenn sie auch voll sind. Dazu können Energiesparprogramme gewählt werden. Pläne für einen Reinigungsdienst und ähnliche Maßnahmen können den Einsatz der elektronischen Geräte koordinieren.Umstieg auf nachhaltige Energiequellen: Der Strom, der verbraucht werden muss, sollte so „sauber“ wie möglich sein. Dabei helfen alternative Stromanbieter wie boss.energy, die Unternehmen mit günstiger Energie aus nachhaltigen Quellen versorgen. Durch die wachsende Bedeutung von regenerativen Energiequellen und fortschreitende Technik sinken die Kosten – die Preise für Ökostrom liegen schon heute stellenweise unter denen für Strom aus herkömmlichen Quellen. Gerade die Stromerzeugung in modernen Solar- und Windanlagen ist meist deutlich preiswerter als die in Atom- oder Braunkohlekraftwerken. Bereits 2013 unterbot die Photovoltaik erstmals den Preis für Atomstrom. In 2016 überholen Offshore-Windkraftwerke zum ersten Mal herkömmliche Kraftwerke in der Stromproduktion. Dieses Sparpotenzial wird häufig unterschätzt oder schlicht vergessen – und bietet eine Chance für Unternehmer, die den Trend rechtzeitig erkennen und für sich nutzen.


Umsetzung der Potenziale bei den Mitarbeitern wichtig!

Der schönste Plan funktioniert nicht, wenn nicht alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Strom sparen beginnt bei Ideen, die umgesetzt werden und bindet alle Mitarbeiter ein. Die Mitarbeiter müssen motiviert sein, beim Stromsparen mitzumachen. Das Konzept des nachhaltigen Stromsparens sowie des Umsetzens einer ökologischen Nachhaltigkeit sollte demnach konsistent im Unternehmen gelebt werden. Sinnvoll kann es in diesem Zusammenhang sein, einen bis mehrere Workshops durchzuführen, bei denen die Mitarbeiter eingebunden und motiviert werden, neben den genannten Tipps auch eigene Ideen zum Stromsparen einzubringen.

In jedem Unternehmen gibt es unterschiedliche Gegebenheiten und eine Vielzahl an Stellschrauben. Diese sind häufig den Mitarbeitern bewusster als der Geschäftsleitung, da diese im täglichen Geschäft damit konfrontiert sind. So entstehen neben motivationalen Aspekten auch neue Ansatzpunkte für Kostensenkungen. Daneben sollte in den Workshops bewusst gemacht werden, welche Vorteile nachhaltiger Strom für das Unternehmen und die Gesellschaft mit sich bringt. 

So sind Sie auf dem Weg zum nachhaltigen Unternehmen!

In Deutschland ist der Energieverbrauch seit etwa 20 Jahren nur in sehr geringem Ausmaß gesunken. Die Energie, und in diesem Zusammenhang vor allem der Strom, wird zwar effizienter eingesetzt und manche Unternehmen wollen auch Strom sparen, doch der Verbrauch hat sich unter anderem aufgrund des Wachstums der Wirtschaft nur in sehr geringem Maße reduziert.

Daher können sich KMU, die sich Effizienz und Nachhaltigkeit im Energieverbrauch auf die Fahnen schreiben, wichtige Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten sichern, die in diesem Bereich noch an alten, überholten Mustern festhalten. Neben den Kosteneinsparungen sind noch weitere lohnende Vorteile vorhanden, wenn KMU auf nachhaltige Energien setzen. Zu nennen sind hier positive Imageaspekte in punkto Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR). Die Mitarbeiter erfahren Selbstwirksamkeit, wollen Strom sparen und kommunizieren diese neuen Unternehmensattribute weiter, so dass das Unternehmen sowohl für potenzielle Mitarbeiter als auch für neue Kunden interessanter wird.



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