Mental stark werden, aber wie Ein Interview mit Slatco Sterzenbach, Deutschlands mental Coach.
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Mental stark werden, aber wie? Ein Interview mit Slatco Sterzenbach, Deutschlands mental Coach.

INTERVIEW | Wie kann ich mich mental verändern und mich selbst motivieren? Das und vieles mehr erklärt Slatco Sterzenbach im LifeVERDE-Interview.

INTERVIEW | Wie kann ich mich mental verändern und mich selbst motivieren? Das und vieles mehr erklärt Slatco Sterzenbach im LifeVERDE-Interview.

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06.09.2018 - Das Interview führte Larissa Littek

LifeVERDE: Herr Sterzenbach, wofür stehen Sie selbst und was ist Ihr Ziel mit Ihrem Podcast "IRON.MIND"?

 

Slatco Sterzenbach: Wo ich jetzt stehe, ist das Ergebnis eines wohl eher etwas ungewöhnlichen Lebenswegs. Zuerst habe ich eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht. Danach studierte ich fünf Jahre Lehramt für Sport und Germanistik, denn ich wollte präventiv wirksam sein.Doch im letzten Semester stellte ich fest, dass ich doch nicht Lehrer werden wollte. Also studierte ich dann Diplomsportwissenschaften für Prävention und Rehabilitation.

 

Ich finanzierte mein Studium zuerst als Fitness-Trainer, dann als Personal Trainer und ab 1997 als Ausbilder für das SPINNING®Konzept in Europa. Im Jahr 2000 wurde ich von Führungskräften angesprochen, ob ich Seminare, Workshops und Vorträge für ihre Mitarbeiter geben könne. Seitdem arbeite ich mit fast allen DAX-Unternehmen, aber auch mit vielen Kleinunternehmen und Unternehmen aus dem Mittelstand zusammen und habe bereits 1800 Vortrags- und Seminartage erfolgreich gestaltet.

 

Viele Menschen und Unternehmen wollen sich meine Seminare und Vorträge nicht leisten. Da ich diesen Menschen mein Wissen trotzdem zugänglich machen möchte, habe ich den kostenlosen Podcast IRON.MIND entwickelt. Diesen kann man im Internet abrufen und sich jederzeit anhören. In dem Podcast gebe Ich praxisrelevante Tipps, wie eine schnelle Veränderungen in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Motivation, Mentaltraining, Gesundheit und Fitness funktionieren kann.

 

Bild: Slatco Sterzenbach

 

 

Was denken Sie, wie wichtig ist die mentale Fitness für den persönlichen Erfolg was das soziale- und berufliche Leben anbelangt?

 

Unter mentaler Fitness verstehe ich, dass wir uns Gedanken machen dürfen über unsere Gedanken. Jeder von uns hat laut Experten 70.000 Gedanken pro Tag, welche zu einem großen Teil, nämlich 95%, unbewusst ablaufen. Doch genau diese Gedanken formen letztendlich unsere Realität. Wie wir uns fühlen ist das Ergebnis von dem, was wir vorher gedacht haben. Deshalb spielt eine mentale Fitness, also eine mentale Bewusstheit eine große Rolle, wenn ich meine Realität oder mein Leben, meinen beruflichen oder privaten Erfolg steigern oder verändern möchte.

 

Wie kann ich mich mental verändern und mich selbst motivieren?

 

Wir machen oft für uns selbst schädliche Verknüpfungen, die wir in einer bestimmten Situation, einer einmaligen eigenen Erfahrung oder in einem Spielfilm erfahren haben. Aus diesen „wenn…dann“ oder „entweder…oder“ Verknüpfungen bilden sich sogenannte Glaubenssätze, an die wir glauben und die wir mit unserer Wahrnehmung verknüpfen. Zum Beispiel: „Wenn ich viel arbeite, kann ich kein guter Vater sein“ oder „Entweder ich bin ein guter Vater oder ich bin erfolgreich“. Durch diese Glaubenssätze verändert sich unsere Realität. Unsere Realität ist also das Ergebnis von dem, was wir glauben und von dem, was wir denken.

 

Motivation dagegen ist das Ergebnis von mehreren Faktoren. Die meisten Menschen motivieren sich über Schmerzen. Erst der Schmerz führt dazu, dass wir motiviert sind unser Verhalten zu verändern. Meine Empfehlung ist, sich mehr über Freude anstatt über Schmerz zu motivieren. Eine „Hinzu-Motivation“ nach dem Motto „Wie hätte ich es denn gerne?“, erfolgt über Ziele und Visionen, die ich mir selbst setze. Durch diese guten Emotionen, kann ich auch andere Entscheidungen treffen und mich motivieren, ein neues Verhalten in mein Leben zu bringen.

 

Viele Menschen sind mental blockiert und verharren in ihrer Lebenssituation. Wie schafft man es, den Alltagsrhythmus zu durchbrechen, um wieder glücklicher und aktiver zu werden?

 

Zuerst einmal sollte man sich darüber Gedanken machen, welche Glaubenssätze man selbst in sich trägt. Nehmen wir einmal das Beispiel Finanzen. Jemand hat zu wenig Geld in seinem Leben oder hohe Schulden, dann darf er darüber nachdenken, wie er über Geld denkt. Wie glaube ich über Welt? Wie glaube ich über Geld? Habe ich weit verbreitete Glaubenssätze, wie „Geld verdirbt den Charakter“ oder „Geld macht nicht glücklich“ oder „Geld ist nicht wichtig.“?

Trage ich diese Sätze in mir, habe ich keine Chance, mehr Geld in mein Leben zu bringen. Deshalb darfst Du Dir zuerst bewusst werden, welche negativen Glaubenssätze in deinen Gedanken vorhanden sind und diese dann auflösen. In meinen Seminaren lernen die Teilnehmer, wie sie diese Glaubenssätze sehr schnell und spielerisch auflösen können. Wenn Du dann von diesen negativen Glaubenssätzen befreit bist, mache Dir dann darüber, was du gerne in deinem Leben anders machen würdest. Ist es ein anderer Job? Wo ist deine Leidenschaft? Wo sind deine Stärken? Wo ist dein Flow im Leben? Finde deinen Kontext, in dem du dich wohl fühlst.

 

Welche Fragen muss ich mir stellen, um erfolgreich zu werden?

 

Zuerst einmal darf jeder für sich selbst definieren, was für ihn Erfolg bedeutet. Vielleicht ist Erfolg für den einen 20 Kg abzunehmen und für den anderen 6 Monate im Jahr reisen zu können. Ein Vision Board kann bei der Zukunftsgestaltung helfen. Hier kann ich alles verewigen, was ich mir an materiellen Dingen in meinem Leben noch wünsche. Weiterhin, was ich erleben möchte: Das können Kochkurse, Tanzkurse oder auch Reisen mit anderen zusammen sein. Das Vision Board sollte an einem Ort hängen, wo du es jeden Tag siehst, um sich deinen Visionen immer wieder bewusst zu werden. Diese Visionen sind die Voraussetzung für kleine Zwischenschritte, aus denen du dann selbst To Dos für jeden Tag entwickelst.

 

Welche Tipps haben Sie für die Kindererziehung?

 

Wenn ich eins verstanden habe, was das Thema Führung angeht, egal ob mit Kindern oder Erwachsenen, dann ist das der schöne Satz: „You go first.“ Du kannst von anderen nur etwas erwarten, dass du selber vorlebst. Wenn du dir von deinen Kindern wünschst, dass sie diszipliniert sind, dann darfst du selbst diszipliniert sein. Wenn du dir von ihnen wünschst, dass sie sich gesund ernähren, darfst du dich selbst gesund ernähren. Wenn du möchtest, dass deine Kinder ehrlich zu dir und ihren Mitmenschen sind, dann darfst du selbst zu Ihnen ehrlich sein. Kleine Lügen können dieses Vorbild schon gefährden, denn von wem soll dein Kind sein Verhalten vorgelebt bekommen, wenn nicht von dir.

 

Wie kann ich meine Familie für meine neuen Lebensziele begeistern?

 

Du kannst andere nur durch die eigene Begeisterung für deine Ziele begeistern. Es gibt da diesen schönen Satz: „Du kannst ein Feuer bei anderen nur entfachen, was du selber in dir trägst“. Du darfst darüber begeistert sein, was du Neues tun möchtest. Wichtig ist es, mit deiner Familie über deine Ziele zu sprechen und um Unterstützung zu bitten. Hol dir Unterstützung von deiner Familie, vielleicht macht sie sogar mit! Über eine positive Energie andere mitzuziehen, ist immer erfolgreicher als über Druck und negative Energie.

 

Wie kann ich meine Kinder motivieren?

 

Auch bei der Motivation gilt das Vorbildprinzip. Sei selbst motiviert und du wirst auch deine Kinder mit deiner Motivation anstecken. Ich habe einmal mit einem Vater gesprochen, der mir sagte, er würde seinen Sohn zu nichts motivieren können. Der Sohn sollte doch mal etwas Anständiges lernen. Dabei hat er selbst die ganze Zeit von Problemen gesprochen. Da ist es ja nur selbstverständlich, dass der Sohn denkt, ein normaler Job würde nur Probleme bereiten. Die Motivation, die der Junge braucht, kann nur durch eine positive Energie des nahen Umfeldes - also zum Beispiel des Vaters - entstehen. Verantwortung und die Führung über dein Leben zu übernehmen ist der erste wichtige Schritt, um auch andere zu diesem Schritt zu motivieren.

 

Welche Seminare bieten Sie an und welche Schwerpunkte haben diese?

 

Bei meinen Seminaren gibt es zwei Richtungen. Das eine ist der Motivations- und Mentalaspekt. Hier gibt es das „Change als Chance“ Seminar, wo wir negative, limitierende Glaubenssätze auflösen, Strategien entwickeln und in die Handlungsebene kommen. Jeder hat nach diesen zwei Tagen einen ganz konkreten Handlungsplan und ein Visionboard in seinen Händen. Dann gibt es noch ein spezielles „IRON.MIND“ Seminar für Führungskräfte, an dem maximal 15 Personen teilnehmen können. Hier geht es ganz klar um die Gestaltung eines erfolgreichen Unternehmens.

 

Die andere Richtung ist der Bereich Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Fitness. Hier gibt es das Seminar „Fit 4 Life & Business“, in dem die Teilnehmer die Bereiche Ernährung, Entspannung und Training kennenlernen. Wie wird aus Bewegung ein effizientes Training? Wie kann ich mich leicht gesünder ernähren und welche Entspannungstechniken gibt es, um mich und meine Ressourcen in wenigen Minuten wieder aufzufüllen? Dieses Seminar beantwortet all diese spannenden Fragen.

 

Ich empfehle jedem, an diesen Gruppenseminaren teilzunehmen und keine Einzeltermine zu buchen, da hier eine ganz andere Energie entstehen kann. Die Teilnehmer stellen fest, dass sie mit ihren Problemen und Gefühlen nicht alleine sind und können sich gegenseitig unterstützen. Andere können zu Vorbildern werden. Außerdem bekommt jeder einen Mentor, mit er oder sie sich von Zeit zu Zeit austauscht und der darauf achtet, dass man seine Visionen in die Tat umsetzt.



Kommentare
Kommentare
Sterzenbach
19.09.2018
Es war mir ein Vergnügen.

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