Gesellschaft

Mallorca und Nachhaltigkeit - Wie verändert sich die Insel und die Balearen?

Mallorca ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Wie Nachhaltigkeit statt All Inclusive den Tourismus auf Mallorca bestimmen soll und wie sich die Insel und die Balearen dadurch verändern, erfahrt ihr hier.

Mallorca ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Wie Nachhaltigkeit statt All Inclusive den Tourismus auf Mallorca bestimmen soll und wie sich die Insel und die Balearen dadurch verändern, erfahrt ihr hier.

22.02.2019 - Ein Beitrag von Ella Poppensieker

Denkt man an Urlaub auf Mallorca, haben viele Bilder des Ballermanns, von feierlustigen Menschen mit großen Eimern voll mit Sangria und Kreuzfahrtschiffen vor Augen. Leider. Denn Mallorca hat viel mehr zu bieten, als nur Massentourismus. Fährt man in abgelegenere Regionen der Insel, findet man charmante Fincas, Wellnesshotels, die Ruhe und Entspannung versprechen, sowie unberührte, mediterrane Landschaftszüge. Vor allem im Frühjahr und Sommer zieht es jedes Jahr Millionen von Touristen auf die Insel. Der wichtigste Wirtschaftssektor für Mallorca, und die Balearen generell, ist daher der Dienstleistungssektor mit der Tourismus Branche.

Das Jahr des nachhaltigen Tourismus

Mit der Erklärung der Weltorganisation für Tourismus der Vereinten Nationen (UNWTO) das Jahr 2017 als das Jahr des nachhaltigen Tourismus zu küren, werden fünf Säulen aufgestellt, die bei nachhaltigem Tourismus zu beachten sind. Diese sind inklusive und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, soziale Inklusion, Arbeitsplätze und Armutsbekämpfung, Ressourceneffizienz, Umweltschutz und Klimawandel, Kulturelle Werte, Vielfalt und kulturelles Erbe, sowie Gegenseitiges Verständnis, Frieden und Sicherheit. Nach diesen Vorgaben entwickelt die in Palma ansässige Universität der Balearen Vorgaben, an denen Mallorcas Regierung sich Ende 2017 bei der Überarbeitung des Tourismusgesetz in Richtung mehr Nachhaltigkeit orientiert.

Tourismus-Boom

Während die Wirtschaft auf Mallorca durch den Tourismus boomt, leiden die Landschaft, Umwelt und Einwohner der Insel unter dem Massentourismus, der unter anderem Schuld für das hohe Verkehrsaufkommen und die Wasserknappheit auf der Insel ist. Die Balearen verzeichnen sowohl im Jahr 2017, als auch in 2018 je über 59 Millionen Hotelübernachtungen (Quelle: INE (Spain)\ Statista.de). Im Jahr 2017 liegt somit die Bettenauslastung der Hotels in der Hochsaison im Juli und August bei über 90% und bei über 80% für Ferienwohnungen (Quelle: Agència de Turisme de les Illes Balears; Government of the Balearic Islands\ Statista.de).

Wie kann Mallorca Nachhaltigkeit in den Tourismus einbinden?

Nachhaltigkeit soll mehr Qualität in den Tourismus auf den Balearen bringen. Der Tourismus auf Mallorca zeichnet sich oft durch All Inclusive, Partys mit viel Alkohol und Kreuzfahrtschifftouristen aus. Ein Weg den Tourismus nachhaltiger zu machen ist unter anderem die Idee der Volunteer-Touristen, ein Projekt von Amics de la Terra Mallorca zusammen mit dem Institut BTE für Tourismus- und Regionalberatung. Die Touristen sollen dabei, etwa bei Wanderungen durch den Wald, nicht nur die Natur genießen, sondern auch Müll einsammeln, um die Natur aktiv sauberer zu hinterlassen.

Umweltschutz durch nachhaltige Ideen

Ebenfalls soll die Touristensteuer in Höhe von 1 bis 4 Euro pro Tag, je nach Unterbringung und Saison, für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Die Touristensteuer gilt für alle Touristen der Balearischen Inseln, auch für Kreuzfahrtschifftouristen. Aufgrund des stetigen Tourismus werden so jährlich viele Millionen Euro eingenommen. Die Einnahmen der Touristensteuer werden in den Landschafts-, Umwelt- und Denkmalschutz, in die Landwirtschaft und Fischerei, sowie in die Infrastruktur- und Innovationsprojekte investiert. Die Umsetzung dieser Projekte, die von den Einkünften profitieren sollen, dauert jedoch seine Zeit, da es mittlerweile schon zahlreiche Projekte gibt, in die investiert werden soll.

Anfang des Jahres 2018 verabschiedet die Regierung der Balearen ein Programm, dass bis zum Jahr 2035 Fahrzeuge von Nicht-Residenten, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, verbietet und Subventionierung für Elektromobilität festlegt. Als Tourist kann man auch selbst aktiv werden. Um den durch die Reise verursachten CO²-Ausstoß zu kompensieren, kannst du etwa bei Atmosfair Geld spenden.

Auch die Idee „plastikfrei“ wird von der Regierung thematisiert. Bis Ende 2020 soll Wegwerfplastik, aus dem Verpackungen, Tüten und Plastikgeschirr bestehen, verboten werden. Außerdem sollen Recyclingzentren in allen Gemeinden errichtet werden.

Wie sieht Mallorcas Zukunft aus?

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit auf der Insel Mallorca, bleibt die Frage, ob der Tourismus auch weiterhin so boomen wird, wenn die typischen Urlaubsangebote, die jährlich Millionen von Touristen anlocken, eingeschränkt werden. Auch wenn Nachhaltigkeit dem Tourismus mehr Qualität verleihen soll, ist die Quantität für die Insel, die fast ausschließlich von der Tourismusbranche lebt, ebenso wichtig. Andererseits ist es nicht möglich, das Tourismusgeschäft, so wie es jetzt ist, langfristig weiterzuführen, da die Landschaft, die Ressourcen und die Einwohner der Insel schon zu sehr belastet werden. Um also weiterhin den Tourismus auf Mallorca und den Erhalt der Insel zu garantieren, müssen sich die Insel, und die Balearen allgemein, auf Nachhaltigkeit im Tourismus umstellen, bevor es für jegliche Art von Tourismus zu spät ist.

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