Im Interview: Der Lünebohne e.V.
Gesellschaft

Im Interview: Der Lünebohne e.V.

"Wir wollen alle Lüneburger und Lüneburgerinnen zu fairen Kaffeetrinkern machen"

"Wir wollen alle Lüneburger und Lüneburgerinnen zu fairen Kaffeetrinkern machen"

Das Interview führte Annkathrin Meenken

Umwelthauptstadt.de: Der Lünebohne e.V. ist ein studentischer Verein. Wer sind die Köpfe hinter der Idee und welche Vision habt ihr?

Lünebohne e.V.:Hinter dem Verein stecken etwa 12 Köpfe – darunter Studenten, ehemalige Studenten und eine Schülerin. Wir kommen aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen, aber eines verbindet uns: Der gemeinsamen Wille, uns für fairen Handel vor der Haustür und für verantwortungsbewusste Partnerschaften innerhalb der Lieferkette einzusetzen.

Unsere Vision ist zugleich unser Slogan, der auf jedem Kaffeepäckchen zu lesen ist: „Lüneburg trinkt fair“. Wir wollen also alle Lüneburger und Lüneburgerinnen zu fairen Kaffeetrinkern machen. Und mehr noch: Wir wollen die Leute davon überzeugen, dass sie mit ihrem eigenen Kaffeegenuss zur nachhaltigen Armutsbekämpfung in den Produktionsländern beitragen können und zum Umdenken in ihrem Konsumverhalten anregen. Es geht uns also nicht nur darum, den Absatz von fair gehandeltem Kaffee zu stärken, sondern vor allem darum, ein Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu schaffen.

Was steckt hinter dem Namen „Lünebohne“ und wie unterscheidet sie sich von anderen Fairtrade Kaffees?

Lünebohne e.V.: Hinter der Lünebohne steckt eine leckere, fair gehandelte Arabica-Bohne aus Ruanda, die zu einer besseren Lebensperspektive und einer gesicherten Existenz der Kaffeebauern beiträgt. Hinter ihr steckt aber noch mehr: Und zwar die Idee, die Lüneburger und Lüneburgerinnen über die Verbundenheit zu ihrer Heimat-Stadt für fairen Kaffeekonsum zu sensibilisieren. Leute, die im Kaffeeregal routiniert zum konventionell gehandelten Kaffee greifen, sollen über den Namen und die Stadt-Silhouette auf der Verpackung auf die Lünebohne und somit auf den fairen Kaffeehandel aufmerksam werden. Der wesentliche Unterschied der Lünebohne zu anderen Fairtrade-Kaffees ist also ihr regionaler Bezug und ihr Ansatz, Nicht-Fairtrade-Käufern fair gehandelte Produkte schmackhaft zu machen. Zudem entspricht die Lünebohne nicht nur den Fairtrade-Standards, sondern ist partnerschaftlich gehandelter Kaffee. Darunter ist ein Handel auf Augenhöhe zu verstehen, der auf Transparenz und direkten Beziehungen basiert.

Ihr habt eine Kooperation mit Ruanda. Wie ist diese entstanden? In welchem Kontakt steht Ihr mit den Produzenten?

Lünebohne e.V.: Die Kooperation ist über die Importorganisation El Puente entstanden, die sich dem partnerschaftlichen Handel verschrieben hat und über die wir den Kaffee beziehen. Wir haben uns für die Zusammenarbeit mit der Kooperative in Ruanda entschieden, weil in weiten Teilen Ruandas große Armut herrscht und man mit fairem Handel einen deutlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann. Ein weiteres Argument für Ruanda war der Geschmack des Kaffees, der sich durch sein würziges Aroma auszeichnet. Denn schließlich wollen wir, dass der Kaffee nicht nur aufgrund des guten Zwecks gekauft wird, sondern auch weil wirklich schmeckt!

Bislang besteht der Kontakt zu den Produzenten über unseren Kooperationspartner El Puente, der regelmäßig vor Ort ist und uns von der Kooperative und den Projekten vor Ort berichtet. Eines unserer nächsten Vorhaben ist es aber, einen direkten Kontakt zu den Bauern herzustellen und auch selbst mal nach Ruanda zu reisen.

Seit 2011 vertreibt Ihr  bereits den Lünebohne Kaffee in Lüneburg. Wie ist seitdem der Zuspruch für das Produkt?

Lünebohne e.V.: Wir sind zufrieden mit dem Zuspruch für das Produkt. Wir haben das Gefühl, dass die Lünebohne als Marke bereits einen hohen Bekanntheitsgrad in Lüneburg erreicht hat und die LüneburgerInnen fleißig Kaffee trinken. So haben wir im ersten Jahr fast 2 Tonnen Kaffee vertrieben, was unsere Erwartungen deutlich übertroffen hat. Jetzt im zweiten Jahr sind wir auf einem guten Weg diesen Absatz halten zu können. Der Lünepresso hat noch kleinere Startschwierigkeiten, aber wir werden noch an der Mischung feilen und sind guter Dinge, dass es auch der Espresso in die Küchen der Lüneburger schaffen wird.

Wo kann man den Lünebohne Kaffee überall kaufen?

Lünebohne e.V.: Die Lünebohne ist – wie der Name schon vermuten lässt – ausschließlich in der Region erhältlich. Man findet sie in den Regalen der Edeka-Märkte, aber auch in weiteren Läden in der Lüneburger Innenstadt, wie dem Eine-Welt-Laden oder Samowar. Froh sind wir auch, dass die Lünebohne in einigen Cafés wie der Gasthausbrauerei Nolte, dem Salon Hansen, der Hausbar sowie dem Ladencafé Zum Kollektiv ausgeschenkt wird.   

Der Lünebohne e.V. engagiert sich als gemeinnütziger Verein. Welche Aufgaben stehen neben der Kaffeevermarktung noch an?

Lünebohne e.V.: Ein ganz wichtiger Teil unserer Engagements ist die Informations- und Bildungsarbeit. Mit Info-Ständen z.B. auf Stadtfesten oder dem Lunatic-Festival wollen wir die LüneburgerInnen für das Thema des fairen Handels und nachhaltigen Konsums sensibilisieren. Darüber hinaus veranstalten wir auch Workshops für Kinder und Jugendliche und bekommen immer wieder die Möglichkeit diese mit Schulklassen durchzuführen.   

Neben dem Lünebohne Kaffee gibt es jetzt auch Lünepresso. Plant Ihr weitere Produkte?

Lünebohne e.V.: Die Produktpalette wurde ja erst im Dezember 2012 mit dem Lünepresso erweitert und die erfolgreiche Einführung wird noch einige Zeit und Mühen beanspruchen. Die Entwicklung der Produktpalette geht natürlich weiter und wir haben schon neue Projekte und Ideen. Spruchreif ist aber noch nichts… 

Was wünscht Ihr euch für die Zukunft?

Lünebohne e.V.: Für den Verein wünschen wir uns, dass wir genügend Begeisterungsfähigkeit ausstrahlen, um immer engagierte Mitglieder zu gewinnen und zu halten. Denn an Aufgaben mangelt es im Verein nie. Ansonsten hoffen wir mit dem Konzept immer mehr BürgerInnen für die oben angesprochenen Themen sensibilisieren zu können und dass natürlich alle Lüneburger fairen Kaffee trinken.



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