LowWaste Zuhause dank nachhaltiger Möbel
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Low-Waste Zuhause dank nachhaltiger Möbel

Nachhaltige Möbel stehen für ein Zuhause ohne schlechtes Gewissen. Auf was ihr beim Kauf achten könnt, erfahrt ihr hier.

Nachhaltige Möbel stehen für ein Zuhause ohne schlechtes Gewissen. Auf was ihr beim Kauf achten könnt, erfahrt ihr hier.

19.03.2019 - Ein Beitrag von Maria Pfeiffer - Bild: Pixabay

Möbel sind ein wichtiger Bestandteil in jedem Haushalt und ihre Ästhetik kann maßgeblich dazu beitragen, wie wohl wir uns in unserem eigenen Zuhause fühlen. Möbel sind dabei ein bisschen wie Kleidung. Sie sollen dem Zeitgeist entsprechen und gleichzeitig unseren Charakter widerspiegeln. Genau wie bei der Kleidung, tritt der Aspekt der Nachhaltigkeit auch bei Einrichtungsgegenständen oft in den Hintergrund.  Wir konsumieren nicht mehr nur Fast-Fashion, sondern auch Fast-Furniture. Bei den geringen Preisen, die einige Möbelhäuser bieten, ist es leicht sich und das eigene Heim immer wieder neu zu erfinden. Nachhaltig ist das jedoch nicht.

Niedrige Löhne und Tropenabholzung bei Billigmöbeln

Die geringen Preise der Möbel sind oft auf Lohndumpings in den Herkunftsländern und eine schlechte Qualität der Materialien zurückzuführen. Das ZDF berichtete so beispielsweise vor einigen Jahren, dass viele Billigmöbelhäuser in Osteuropa produzieren lassen, wo die Arbeiter oft nur einen Niedriglohn, vergleichbar mit jenen aus Südostasien, bekommen.

Die Möbelstücke sind außerdem oft aus tropischen Hölzern gefertigt und haben damit einen hohen ökologischen Fußabdruck. Auch Einrichtungsgegenstände die aus nordischem Holz gefertigt wurden sind umwelttechnisch gesehen keine gute Wahl. Umweltschützer kämpfen schon seit Jahren um den Erhalt dieser Wälder und fürchten um deren Rodung für Billigmöbel, die kein Jahrzehnt überdauern.

Möbel aus der Region sind oftmals die bessere Alternative

Bei der Wahl der Möbel sollte man auf Produktionsland und Herkunft des Holzes achten. Es gibt bereits einige Online-Möbelhäuser, deren Produktion ausschließlich in Deutschland stattfindet und die nur Hölzer aus zertifizierten betrieben in Europa beziehen.  Leider sind aber nicht alle Betriebe so transparent. Vor allem bei bekannten Möbelhäusern ist nicht immer das drin, was auch auf der Verpackung steht. Laut ZDF Reportage steckten hinter manch einem Möbelstück beispielsweise statt deutscher Kiefer tropisches Holz. Wer besonderen Wert auf Regionalität legt, kann sich auch an einen lokalen Schreiner wenden. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen kann dieser genau sagen, wo das Holz herkommt und um was es sich handelt. Zum anderen können die Fachkräfte gute Tipps dazu geben, welches Holz sich für welchen Einrichtungsgegenstand besonders gut eignet. Die Möbel sind zudem langlebiger und individuell an das eigene Heim angepasst.

Zertifikate weisen auf die Nachhaltigkeit der Möbel hin

Wer keine Schreinerei in der Nähe hat und wem die Regionalität der Materialien nicht allzu wichtig ist, der kann sich an Zertifikaten und Siegeln orientieren. Zu den wichtigsten und gängigsten zählen hier der Blaue Engel, das PEFC-Siegel, sowie das FSC-Siegel.

Das PEFC-Siegel für nachhaltige Möbel signalisiert, dass jeder einzelne Produktionsschritt – vom Rohstoff bis zum Endprodukt – nach strengen Richtlinien zertifiziert wurde. PEFC ist die, nach eigenen Angaben, größte unabhängige Institution für die Sicherung nachhaltiger Waldbewirtschaftung in Deutschland.

Der Blaue Engel ist nicht nur ein Siegel für Möbel, sondern wird für verschiedene Produkte vergeben. Hinter ihm steht das Umweltbundesamt. Bei nachhaltigen Möbeln wird darauf geachtet, dass sie möglichst Schadstoffarm sind und den konventionellen Anforderungen für Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit entsprechen. Der Blaue Engel wird nur einmal vergeben und nicht mehr kontrolliert. Wem das zu wenig ist, der kann sich am RAL-RG 430 Zeichen orientieren. Dieses hat die gleichen Standards wie der Blaue Engel, wird jedoch regelmäßig kontrolliert.

Das FSC-Siegel steht für Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Zu unterscheiden sind 3 Siegel: 1. FSC Recycled: Nachhaltige Möbel ausschließlich aus Recyclingmaterial. 2. FSC Mix: Materialien aus entweder zertifizierten Wäldern oder recyceltem Material und Material aus kontrollierten Quellen. 3. FSC 100%: Nachhaltige Möbel die zu 100% aus Materialien von FSC-zertifizierten Wäldern gefertigt wurden.

Massivholz, Bambus und Pappe sind gute Alternativen

Wer sich für nachhaltige Möbel entscheiden möchte, der liegt mit einem Griff zu Stücken aus Massivholz richtig. Massivholz fällt oft als Abfallprodukt an und kann durch Möbel neues Leben gewinnen. In Deutschland wird in der Forstwirtschaft außerdem meist darauf geachtet, dass nur so viele Bäume gefällt werden, wie auch nachwachsen können. Der Erhalt der Wälder spielt hier also eine große Rolle. Für Möbel aus Massivholz wird weniger Energie verbraucht und fast ausschließlich natürliche Materialien geachtet. Massivholzmöbel werden für die Dauer hergestellt. Sie sind sehr langlebig und dienen meist mehreren Generationen. Sie sind außerdem leicht zu recyceln, indem sie zu neuen Stücken umfunktioniert werden oder in letzter Instanz als Brennstoff zur Energiegewinnung dienen.

Alternativ zu Massivholz kommen für manche Personen auch nachhaltige Möbel aus Bambus in Frage. Bambus wächst schnell, ist leicht und es müssen keine Wälder für ihn gerodet werden. Besonders gute sind nachhaltige Möbel aus Bambus für jene, die mit Allergien zu Kämpfen haben. Allerdings wächst Bambus nicht in heimischen Gegenden, weshalb er immer noch eine recht hohe Ökobilanz aufweist. Dennoch kommt er als Alternative zu Holzmöbeln aus tropischen Ländern infrage.

Tolle nachhaltige Möbel gibt es inzwischen allerdings auch aus Pappe. Sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Produkten aus Holz: Sie sind leicht und machen damit jeden Umzug zu einem Kinderspiel. Die Größe der Stücke lässt sich für gewöhnlich variieren und sollten sie einmal kaputt gehen oder nicht mehr gebraucht werden, so kann man diese leicht recyceln.

Unser Fazit: Eine gute Pflege der Möbel und der Kauf aus zweiter Hand sollten nicht missachtet werden.

Dass nicht jeder viel Geld in neue Möbel investieren kann ist selbstverständlich. Zu beachten ist, dass Menschen, die sich auf Billigmöbel verlassen müssen, in der Regel nicht das Problem sind. Vielmehr geht es hier um Personen, die aufgrund einer gewissen gewünschten Ästhetik auf günstige Möbelstücke zurückgreifen und diese nach schon wenigen Jahren durch neue austauschen. Dabei ist ein Neukauf von Möbel gar nicht unbedingt nötig. Viel nachhaltiger wäre es, sich nach Secondhand Stücken umzusehen. Im Internet, auf Flohmärkten oder in Soli-Häusern findet man oft tolle Stücke für weniger Geld. Für Möbel aus zweiter Hand müssen keine neuen Rohstoffe verbraucht werden und alten Stücken wird neues Leben verliehen. Damit ist dies wohl die nachhaltigste Methode Möbel zu kaufen.

Anzumerken ist außerdem, dass vor allem Holzmöbel gut gepflegt werden sollten. Die Qualität der Möbel bleibt bei guter Pflege Jahrzehnte lang erhalten und sollte mehrere Generationen überdauern können. Das spart zum einen viel Geld und lässt die nachhaltigen Schätze zum anderen auch über Jahre wie neu aussehen.

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