Ökomode ist eigentlich ein Muss für alle, die sich buchstäblich anständigœ anziehen wollen.
Gesellschaft

Ökomode ist eigentlich ein Muss für alle, die sich buchstäblich „anständig“ anziehen wollen.

Dr. Kirsten Brodde, 46, lebt und arbeitet in Hamburg. Sie ist Autorin des Sachbuches “Saubere Sachen”, was im Februar 2009 bei Ludwig erschienen ist. Unter dem Titel “Was ich will - was ich nicht will” schreibt sie Einkaufskolumnen für STERN Gesund Leben. Magazinstücke aus ihrer Feder sind auch in GEO WISSEN, VITAL, in der ZEIT und ZEIT ONLINE zu lesen (”Grüne Geschäfte”).

Dr. Kirsten Brodde, 46, lebt und arbeitet in Hamburg. Sie ist Autorin des Sachbuches “Saubere Sachen”, was im Februar 2009 bei Ludwig erschienen ist. Unter dem Titel “Was ich will - was ich nicht will” schreibt sie Einkaufskolumnen für STERN Gesund Leben. Magazinstücke aus ihrer Feder sind auch in GEO WISSEN, VITAL, in der ZEIT und ZEIT ONLINE zu lesen (”Grüne Geschäfte”).

Frau Brodde, ist organische Mode cool oder nur was für Öko-Fundis?

Ökomode ist eigentlich ein Muss für alle, die sich buchstäblich „anständig“ anziehen wollen. Und inzwischen überzeugt sie eben auch Auge und Gewissen.

Hat Öko-Mode das Potenzial, den Mainstream zu erreichen?

Der Markt hat deutlich an Fahrt aufgenommen, obwohl es immer noch nicht für alle Geschmäcker und alle Geldbeutel etwas gibt. Wenn diese Mode kein Potential hätte, wären die großen Marken und Textilhändler sicher nicht eingestiegen.

Warum ist Öko-Mode immer noch ein Nischenprodukt? Sind die Menschen nicht bereit für Werte wie Nachhaltigkeit, fairer Handel und Schutz vor Kinderarbeit einen Aufpreis zu bezahlen?

Verbraucher sind schon bereit, für ethische und ökologische Qualität zu zahlen. Sie hätten gerne ein Siegel, was ihnen Vertrauen gibt und woran sie die gute Ware einfach erkennen können. Derzeit gibt es zu viele Zeichen, die Verwirrung stiften.

Der Dioxin-Skandal hat den Bio-Lebensmitteln eine erhöhte Nachfrage beschert. Dennoch ist Öko immer noch nicht sexy. Viele Produkte der konventionellen Bekleidungsindustrie hingegen sind in den Augen der meisten Verbraucher sexy. Muss Öko überhaupt sexy sein und was macht die Öko-Branche eventuell noch grundlegendes falsch?

Ich frage mich immer, wie konventionelle Kleidung, die regelhaft durch ein Bad an Chemikalien gezogen ist und zu Hungerlöhnen produziert, überhaupt sexy sein kann? Dann gebe ich lieber ein paar Euro mehr aus und kaufe einen Fummel weniger. Und was heißt hier, die Ökobranche mache was falsch? Eigentlich zeigen gerade viele kleine grüne Modelabel, was richtig ist. Schön wäre, wenn die Modeindustrie begreifen würde, dass eine saubere Produktion eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Letztendlich zahlen wir für Produkte, die Mensch und Umwelt schaden. Eigentlich paradox. Mode greift sonst auch sehr schnell Strömungen auf, ist kreativ - das kann durchaus eine Chance sein, auch schnell zu einer Kurskorrektur zu kommen.

Sie betreiben den Blog „Grüne Mode“ unter www.kirstenbrodde.de . Welche Ziele verfolgen Sie damit?

Parallel zum langsamen Buchschreiben habe ich begonnen zu bloggen, um mit möglichst vielen Leuten sehr schnell ins Gespräch zu kommen über grüne Mode. Da ich werbefrei bin, können die Leser sich darauf verlassen, dass sie einen ungetrübten Blick auf die Branche bekommen.

Engagieren Sie sich außerhalb der „Grünen Mode“ für den Umweltschutz?

Ich habe meinen persönlichen Lebensstil auf grün getrimmt. Wir haben Ökostrom, fahren Bus und Bahn und favorisieren Biolebensmittel. Weil Konsum aber nicht ausreicht, stehe ich auch für meine Anliegen auf der Straße - etwa gegen Atomkraft.

Wie sieht für Sie ein erfolgreiches Umwelthauptstadtjahr aus?

Viele Leute für den Umweltschutz in ihrer Stadt gewinnen. Und vor allem zum Handeln bewegen. Bei all dem Palavern über Umweltschutz gerät leicht das Tun ins Stocken. Wer soll sich denn um diese Stadt kümmern, wenn nicht wir Bürger?



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