"Unsere drei Kernwerte sind Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Begeisterung!"
Gesellschaft

"Unsere drei Kernwerte sind Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Begeisterung!"

Die neue Crowdfunding-Plattfomen "EcoCrowd" steht für dir Verwirklichung von Ideen und Träumen, unterstützt konkrete Projekte und leistet so einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, zum Umweltschutz und Umweltbewusstsein.

Die neue Crowdfunding-Plattfomen "EcoCrowd" steht für dir Verwirklichung von Ideen und Träumen, unterstützt konkrete Projekte und leistet so einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, zum Umweltschutz und Umweltbewusstsein.

09.02.2015

UMWELTHAUPTSTADTDE.de Frau Mohme, wofür steht die Internetplattform EcoCrowd?

JAMILA MOHME: Unsere drei Kernwerte sind Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Begeisterung! EcoCrowd steht für dir Verwirklichung von Ideen und Träumen, unterstützt konkrete Projekte und leistet so einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, zum Umweltschutz und Umweltbewusstsein.

Worin unterscheiden Sie sich von anderen Crowdfunding-Plattformen?

Mittlerweile gibt es in Deutschland schon einige etablierte Crowdfunding-Plattfomen, die jedoch mehr auf Kreativ- und Trendprodukte ausgelegt sind. EcoCrowd dagegen ist ein Projekt der Deutschen Umweltstiftung und das Resultat aus 30 Jahren Erfahrung im Umweltschutz. Die Stiftung, die überwiegend ehrenamtlich und mit sehr kleinen Budgets arbeitet, weiß genau wie schwierig es sein kann, nachhaltige Projekte mit den nötigen Mitteln auszustatten und möchte dieses Wissen und auch die Handlungsempfehlungen die sich daraus ergeben, auf unkomplizierte Weise als „Hilfe zur Selbsthilfe“ weitergeben. Deshalb ist EcoCrowd entstanden. Die eingereichten Projekte werden von der Deutschen Umweltstiftung nach eigens entwickelten Nachhaltigkeits-Kriterien geprüft bevor sie auf der Plattform starten können, um so den Unterstützen zu gewährleisten, dass die Projekte auch wirklich einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung oder dem Schutz von Flora, Fauna und Mensch leisten. Gleichzeitig soll die Plattform aber auch ein Ort sein, an dem Nachhaltigkeit am Beispiel von konkreten Projekten erlebbar gemacht wird.

Welche Art von Projekten möchten Sie unterstützen?

EcoCrowd möchte grüne, nachhaltige Projekte unterstützen, die eine Beitrag zum Umweltschutz leisten. Das kann von Kleinst- bis Großprojekten einfach alles sein. Wichtig dabei ist, dass die Ideen durchdacht, umsetzbar und transparent sind.

Welche Projekte wurden bisher bereits erfolgreich finanziert?

EcoCrowd ist ja noch sehr jung, deshalb gibt es erst 6 Projekte, die sich nicht mehr in der Finanzierungsphase befinden. Die Hälfte von ihnen konnte sich erfolgreich finanzieren und eines unserer Startprojekte, die Bienensauna, hat konnte sogar mit unglaublichen 600% die Crowdfunding-Kampagne abschließen. Die drei Projekte sind sehr unterschiedlich, haben aber alle einen Weg gefunden auf eine pfiffige und sympathische Weise die Nachhaltigkeit in Deutschland voranzubringen.

Das erste Projekt mit einer erfolgreich abgeschlossenen Kampagne auf EcoCrowd war der Veedelfunker – ein Kölner Nachbarschafts-Magazin, das Menschen aus dem „veedel“ vorstellt, die besonders sozial und nachhaltig handeln, tolle Ideen oder Projekte haben. Menschen, die mit kleinen Taten Großes bewirken und zum nachdenken und mitmachen anregen ohne aber den erhobenen Zeigefinger einzusetzen oder das Wort Nachhaltigkeit überhaupt zu erwähnen. Der Veedelfunker soll das nachbarschaftliche Potential fördern und dazu beitragen einen Ort zu schaffen in dem sich die Nachbarn kennen und gegenseitig helfen

Die Bergische Greifvogelhilfe konnte mit ihrer Kampagne über Crowdfunding eine neue Auswilderungsvoliere finanzieren. Die verletzten oder verwaisten Tiere, die von Findern bei der Greifvogelhilfe abgegeben werden und deren Art oft vom Aussterben bedroht ist, können nun vor ihrer Widerauswilderung in einer großen Voliere ihre Muskeln trainieren und sich langsam wieder ans Fliegen gewöhnen.

Das bisher erfolgreichste Projekt auf EcoCrowd hat endlich eine Methode zur Bekämpfung des massenhaften Bienensterbens gefunden, als dessen Hauptverursacher unter anderem die Varroa-Milbe gilt, die bis jetzt nur mit schädlichen Substanzen bekämpft werden konnte. Die Erfinder der „Bienensauna“ haben eine Lösung entwickelt, die ein befallenes Bienenvolk per Hitzeeinwirkung von der Milbe befreit. Das Finanzierungsziel lag mit 10.000€ schon recht hoch, letztendlich wurden aber über 60.000 Euro erreicht!

Was sollten Ihre Projektpartner beachten, um möglichst erfolgreich abzuschließen?

Der größte und gleichzeitig der häufigste Fehler, den wir immer wieder erleben, ist es den Zeit- und Arbeitsaufwand einer Crowdfunding-Kampagne zu unterschätzen. Der Erfolg fliegt dem Projekt nicht von alleine zu, sobald die Kampagne auf der Plattform gestartet wurde. Jetzt kommt es darauf an, vielen Leuten von seinem Projekt zu erzählen, sie mitzureißen und zu motivieren und regelmäßig mit Updates über den Stand der Kampagne zu versorgen.

Wichtig ist es auch, die Unterstützer mit Persönlichkeit und Engagement zu überzeugen. Es muss deutlich werden, dass da jemand mit Herzblut bei der Sache ist. Dazu leistet ein aussagekräftiges kurzes Video schon einen großen Beitrag. Es sollte klar sein, was genau mit dem gesammelten Geld passiert, und wo genau der Mehrwert für Mensch und Umwelt liegt - transparent und realistisch!

Außerdem ist es wichtig, das eigene Netzwerk richtig einzuschätzen. Denn wir raten den Projektinitiatoren, mindestens 30% des Finanzierungsziels in den ersten Tagen durch die Unterstützung von Freunden und Bekannten zu erreichen. Ist diese Hürde genommen, fällt es leichter, auch andere von dem Projekt zu überzeugen. Wenn aber schon das engere Netzwerk nicht von der eigenen Idee überzeugt werden kann, wird es schwer werden, völlig Fremde zur Unterstützung zu bewegen.

Wie relevant schätzen Sie das Thema Nachhaltigkeit im Crowdfunding-Markt ein?

Das Thema Crowdfunding, so bekannt wie es auch manch Einem mittlerweile schon erscheinen mag, wird im Nachhaltigkeitsbereich gerade erst entdeckt. Ich glaube, das Potential von Crowdfunding gerade für nachhaltige Produkte ist gewaltig! Denn dort wo Firmen noch dabei sind, Kosten-Nutzen Rechnungen zu optimieren und ihre um 0,2% C02-Ausstoß verbesserten Produkte mit millionenschweren Greenwashing-Kampagnen zu vermarkten, ist Crowdfunding direkt am Verbraucher. Und zwar so nah, dass es kein „Schönschminken“ gibt, denn jede Unehrlichkeit kann normalerweise direkt im persönlichen Kontakt und auf Nachfrage aufgedeckt werden. Crowdfunding ist aber nicht nur für den Kunden, bzw. Unterstützer transparent: auch der Projektinitiator bekommt direktes Feedback. Denn Unterstützer stimmen hier „mit den Füßen“ ab. Hat der Projektinitiator also Kampagnentechnisch alles richtig gemacht und viele Seitenaufrufe, bekommt aber trotzdem keine Unterstützung – dann ist die Idee vielleicht doch nicht so gut, wie gedacht. Ist sie dagegen gut, achten viele Nutzer nicht mehr so sehr auf den Preis ihres Tauschgutes, sondern rechnen in ihre Unterstützung schon gleich einen ideellen Wert ein, der in der freien Wirtschaft oft wegrationalisiert wird.

Wenn ein Projekt erfolgreich ist, gehen 8 Prozent der Finanzierungssumme zum Erhalt der Plattform an Sie. Was machen Sie mit den Einnahmen?

Von den 8% gehen 3% an unseren Technikanbieter - ein kleines Startup aus Utah, dass für den reibungslosen Betreib der Plattform arbeitet und sehr viel Erfahrung mit Crowdfunding-Technik hat. Die anderen 5% fließen direkt in den Erhalt der Plattform, denn wir möchten auch weiterhin die intensive Betreuung bieten, die unsere Projekte gewohnt sind. Zur Zeit erhalten wir zwar noch Verbandsförderung vom Umweltbundesamt und dem BMUB doch die läuft Ende des Jahres aus.

Ecocrowd hat sogenannte "ideelle Aktionäre". Wer ist das und wie wird man Aktionär bei EcoCrowd?

Aktionär kann jeder werden, der sich für Umweltschutz und die Umsetzung nachhaltiger Projekte interessiert.Mit dem Zeichnen einer Spendenaktie zu 100€ erhält der Spender ein Mitspracherecht bei wichtigen Abstimmungen rund um EcoCrowd. Das Geld aus den Spendenaktien fließt direkt in die Betreuung der Plattform und damit in den Erfolg der auf EcoCrowd vorgestellten Projekte.

Welche Ziele verfolgen Sie für dieses Jahr?

Wir wollen EcoCrowd hinaus in die Welt tragen und bekannt machen, so dass immer mehr tolle Projekte über unsere Plattform finanziert werden können. Für 2015 planen wir, unser Workshop-Angebot für Universitäten auszubauen, denn gerade hier finden sich viele innovative Ideen und Menschen, die wirklich dafür brennen diese Ideen mit der Crowd umzusetzen. Außerdem möchten wir die Diskussionsmöglichkeiten in der EcoCrowd ausbauen, denn unsere Plattform war immer auch zur Umweltbildung und Beteiligung gedacht.

Wohin wird die Reise für ecocrowd gehen?

Wir möchten einerseits ein „Schaufenster der Nachhaltigkeit“ bieten, in dem wir zeigen können, was in Deutschland momentan eigentlich alles an innovativen, nachmachbaren und spannenden Ideen umgesetzt wird, anderseits soll auch eine lebendige Community entstehen, die die Ausgestaltung der Plattform in die eigenen Hände nimmt, Projekte diskutiert, neue Ideen entwickelt und so aus der Crowd heraus neue EcoCrowd-Projekte entstehen lässt.



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