Der große Bio Gin Test
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Der große Bio Gin Test

Deutschlandweit werden immer mehr Bio Gins angeboten. Bekannte Destillerien aber auch Startups setzen auf die Bio-Nische. Das Ergebnis sind intensive Geschmackserlebnisse.

 

Deutschlandweit werden immer mehr Bio Gins angeboten. Bekannte Destillerien aber auch Startups setzen auf die Bio-Nische. Das Ergebnis sind intensive Geschmackserlebnisse.

 

26.01.2018

Wir haben uns ein paar der bekannten und neuen Bio-Gin-Marken genauer angeschaut und natürlich auch getestet. Die Unterschiede im Geruch und Geschmack waren teils relativ groß. Einige der Bio Gins eignen sich wunderbar zum puren Genuss, andere wiederum schmecken besser, wenn man sie mit Tonic-Water mixt. Der Kult um den Gin ist Jahrzehnte alt, der Hype um Bio Gins noch relativ neu. Wir finden jedoch, dass hierbei weniger die Bio-Zertifizierung eine Rolle spielt als viel mehr die Liebe, mit der die Gins hergestellt werden.

Wir haben für euch folgende Bio Gins getestet und dabei nicht nur auf den Geschmack geachtet. In unserem Test: Daisy Gin, The Duke Gin, MoGin, 5Continents, Spree Gin und Clouds Gin.

Unsere Test-Kriterien: Design, Geschmack, Mix-Faktor, Preis, die Macher, die Website, wo zu kaufen, Alleinstellungsmerkmal.

1) Daisy Gin

Design: Sehr kreatives und auffälliges Design, das sofort hervorsticht. Die Daisy Gin-Flasche hat keinen Schraubverschluss sondern einen Korken, der nach Kerzenwachs aussieht, aber selbstverständlich hohen Sicherheitsansprüchen genügt. Die Flasche lässt sich nach dem Verzehr wunderbar als Kerzenständer oder Refiller weiter verwenden.

Daisy Gin

Geschmack: Goji, Orangen-Blüte, Muskatnuss-Blüte und Gänseblümchen sind der Stoff aus dem die "Träume" sind. Die bei Gin üblicherweise dominierende Wacholdernote wurde etwas zurückgenommen, um den Aromen von Muskatnuss-Blüten, Goji-Beeren und den Gänseblümchen ihren Raum zu lassen.

Mix-Faktor: Man kann den Daisy Gin mixen, muss man aber nicht. Die Macher empfehlen den puren Verzehr beziehungsweise mit nur einem Eiswürfel und einer Orangenzeste. Ansonsten im Mix mit den Tonics von Aqua Monaco.

Preis: 45 € die 0,5 Liter Flasche.

Historie: Noch relativ jung. Der Gin und das Startup sind 2017 an den Start gegangen.

Die Macher - wer steckt dahinter? Die Daisy & Friends GmbH vertreten durch Arno Kunert und Peter Leusch. Ambitionierte Neulinge im Gin-Business.

Die Website: Einfach gehalten, aber mit Shop-Funktion. Weiterführende Informationen zum Gin und dem Unternehmen findet man derzeit leider noch nicht.

Wo zu kaufen? Im eigenen Online-Shop, auf Neue Mazerate.de, in vielen unabhängigen Online-Shops, die man findet, wenn man bei Google nach "Bio Gin" sucht sowie in edlen Hotel-Bars und im Getränkeregal vereinzelter REWE-Filialen in Köln.

Alleinstellungsmerkmal: Das Design der Flasche, der Geruch sowie der Geschmack nach Orangen-Blüten.

Tipp der LifeVERDE-Redaktion: Wir genossen den Daisy Gin in einer lauen Sommer-Nacht am Strand von Sylt. Hier passt dieser Gin wunderbar hin. Fast könnte man sagen, "Daisy" sucht die lässige und stylische Lebensart von Sylt.



2) The Duke

Design: Schöne klassiche Flasche. Das Etikett lässt die Herkunft der Marke erkennen, nämlich München. Beim Anblick der Flasche fühlten wir uns sehr an das Oktoberfertst erinnert. Ein Gin wie er auf keiner Alm, aber natürlich auch in keiner Bar fehlen darf.

Geschmack: Im Test hatten wir die Sorten „Wanderlust“ und „Rough“. Im „Wanderlust“ sind neben den klassischen Inhaltsstoffen wie Wacholder, Koriander und Pommeranze im Besonderen die feinen Blüten zu erwähnen, welche dem Gin einen Hauch von Honigaroma verleihen. Dazu zählen das Edelweiß und die blaue Kornblume, sowie der Klatschmohn, die Arnikablüte, die Rosenblüte und Himbeere.

Mix-Faktor: Ein Mix bietet sich unserer Meinung nach gut an, denn pur war uns dieser Gin zu stark. Wir mixten mit Tonic von Schweppes, was wunderbar passte.

Preis: Der "The Duke Rough Gin" kostet 24,90 €, der "The Duke Wanderlust" schlägt mit 37,90 € zu Buche, jeweils in der 0,7 Liter Flasche.

Die Macher: 2008 fing das umtriebige Team um Maximilian Schauerte an, den The Duke Gin zu destillieren.

Die Website: Eine schön gestaltete Website mit Fotos der Gins, der Produktion und dem Team. Außerdem kann man sich auf der Website Videos von der Zubereitung eines Gins und der Produktion anschauen.

Wo zu kaufen? Im eigenen Online-Shop und in anderen Online-Shops, auch auf amazon.

Alleinstellungsmerkmal: Ganz sicher der Bezug zu München und Bayern insgesamt. Beim The Duke Gin merkt man sofort, dass den Machern ihre Stadt nicht egal ist und sie versuchen hieraus eine Story zu machen, was ihnen sicherlich auch gelungen ist.

Tipp der LifeVERDE-Redaktion: Besichtigt die neu errichtete "Gläserne Destillerie" in Aschheim bei München. Hier könnt ihr die Kunst der Destillation hautnah erleben und euch von den Aromen der Botanicals verführen lassen.


3) MoGin - London Dry Gin der Destillerie Dwersteg

Design: Klassisches Flaschen-Design mit unaufgeregter Schrift im Etikett und ohne Schnörkel oder bunten Bildern.

Geschmack: Kräftiger Wacholder mit einer leichten floralen Note von Orangen- und Lavendelblüten. 100 Prozent aus ökologisch angebauten Rohstoffen. Wir finden, dass dieser Gin sich sowohl zum pur Trinken als auch zum Mixen eignet.

Mix-Faktor: Auf jeden Fall gegeben. Mit einem guten Tonic-Water macht dieser Gin richtig Lust auf Sommer.

Preis: Die 0,5 Liter-Flasche kostet auf der Website von Dwersteg, 33,90 €.

Die Macher: Die Destillerie Dwersteg ist ein Familienunternehmen im Münsterland mit mehr als 130 Jahren Tradition. In der Manufaktur entstehen feinste Liköre, Spirituosen und Essenzen aus besten Zutaten nach altbewährten Rezepturen. Wer einmal in der Gegend der Destillerie Dwersteg ist, sollte dem Chef einen Besuch abstatten. Ludger Teriete ist ein wirklich aufgeschlossener Mann, der sich bestens zum Thema Gin auskennt und immer eine Geschichte auf Lager hat.

Die Website: Eine schlichte und aufgeräumte Seite mit den nötigsten Information zum Unternehmen und den Produkten sowie einem Online-Shop. Die hinterlegten Fotos sind von hoher Qualität und machen Lust auf die Produkte.

Wo zu kaufen? Im Online-Shop der Firma Dwersteg, in vielen unabhängigen Online-Shops wie Bar-Trends.de, bei amazon oder aber auch auf der BIOFACH 2018.

Alleinstellungsmerkmal: Sicherlich die hohe Kompetenz der Destillerie Dwersteg. Erfahrung und Wissen wurden hier über Jahrzehnte aufgebaut, so dass der Konsument sich sicher sein kann, dass er etwas Gutes trinkt.

Tipp der LifeVERDE-Redaktion: Ein weiterer Gin aus dem Hause Dwersteg, der Scandinavian Spruce Gin. Dieser Gin, so fanden wir, schmeckt pur sogar besser als gemixt.


4) 5 CONTINENTS Hamburg Dry GIN

Design: Die Flasche fällt auf, jedoch mehr durch ihr Etikett als durch das Gefäß. Das Etikett-Design lässt eine gewisse Nähe zum Hamburger Hafen erkennen.

5

Geschmack:  Der Geschmack setzt sich aus insgesamt 22 Botanicals aus allen fünf Kontinenten zusammen. Der Wachholderanteil ist eher klein, die Zitrusnoten wohl dosiert. Laut Hersteller sollen noch herbe Noten aus asiatischem Ingwer und Kardamomsamen, Scharfes aus afrikanischen Paradies-Körnern (auch Guineapfeffer genannt), Koriander, Frisches durch australischen Eukalyptus, Weiches mit amerikanischem Mate und Kaktus und Blumiges aus Europa von Lavendelblüten und Schwertlilienwurzeln erkennbar sein. Die Machart des Hamburgers ist übrigens die eines „London Dry Gin“.

Mix-Faktor: Der 5 CONTINENTS Hamburg Dry GIN scheint gut zum Tonic-Water von Thomas Henry zu passen. Denn Thomas Henry selbst schreibt auf der Website von 5 CONTINENTS " Ein Gin wie er sein muss - ehrlich und grade".

Preis: circa 34 € kostet die 0,7 Liter Flasche.

Die Macher: Fabian Rohrwasser destilliert in der "Feingeisterei", der Manufaktur auf Gut Basthorst bei Hamburg.

Die Website: Erinnert auf den ersten Blick ein bisschen an ein Tattoo-Studio, ist aber ganz cool gemacht. Von den Recherche- und Aktionsmöglichkeiten ist die Website eher beschränkt, einen eigenen Online-Shop gibt es nicht, dafür aber einen Blog.

Wo zu kaufen? In vielen Online-Shops und bei amazon.

Alleinstellungsmerkmal:  Bei den China Wine & Spirits Awards best value (CWSA) 2016 erhielt der "5 continents Gin" eine Goldmedaille. Der CWSA ist die renommierteste Spirituosenprämierung in China.

 

5) Spree Gin

Design: Die Flasche ähnelt denen der anderen Anbieter, rundlich und klassisch. Das Logo ist etwas verspielt, sieht aber schön aus. Blaue Schrift umrandet von Wasser.

spreegin

Geschmack: Im Spreewald-Gin ist alles Bio. Demeter-Spreewaldgurken vom Landgut Pretschen und Botanicals wie Lavendelblüten, Pomeranzenschalen und Süßholzwurzeln.

Mix-Faktor: Lässt sich gut mixen, denn der Gin schmeckt sehr frisch und das passt gut zu einem leckeren Tonic. "Spree Gin" selbst, legt einem das Mixen mit Fever Tree Tonic nahe.

Preis: circa 34,90 € kostet die 0,5 Liter Flasche.

Die Macher: Gabriel Grote und Henning Birkenhake.

Die Website: Einfach, aber mit vielen schönen Fotos. Einen eigenen Online-Shop gibt es nicht.

Wo zu kaufen? Im Online-Shop von Urban-Drinks, im KaDeWe oder bei amazon.

Alleinstellungsmerkmal: Spree Gin - Berlins erster Bio Gin mit echten Spreewaldgurken.

Tipp der LifeVERDE-Redaktion: Beim nächsten Berlin-Aufenthalt unbedingt mal in die Monkey Bar gehen und dort einen Gin-Tonic mit Spree Gin ordern. Nach dem fünften Gin-Tonic siehst du dann ganz sicher auch echte Affen.


6) Humbel Clouds Bio Gin

Design: Ganz anders als bei den Konkurrenten. Beim Clouds Gin ist die Flasche nicht rund sondern eckig und die Farbe nicht durchsichtig sondern grün: Die Flasche soll auffallen.

Geschmack: Frisch-fruchtiger Bio Gin aus der Schweizer Rheinregion, frische Noten von Orangen, Mandarinen und etwas Wacholder, würzige Aromen von Thymian, Salbei, Harz und Kardamom.

Mix-Faktor: Diesen Gin muss man nicht unbedingt mixen, denn er schmeckt auch pur sehr gut. In Kombination mit Tonic wird er dann ein echtes Geschmackserlebnis.

Preis: 55 € kostet die 0,7 Liter Flasche.

Die Macher: Produziert wird der Clouds Gin von der Brennerei Humbel in Stetten in der Schweiz. Der Grundstein zum heutigen Unternehmen legte Max Humbel 1918. Er betrieb in Stetten einen kleinen Bauernbetrieb. Die Installation der Brennerei sollte das Einkommen aufbessern.

Die Website: Die Website der Brennerei Humbel ist grafisch kein Highlight, sondern sieht eher aus wie eine ganz normale Firmen-Website.

Wo zu kaufen? In einigen Online-Shops wie beispielsweise Ginladen.de oder bei amazon.

Alleinstellungsmerkmal: Sicherlich die lange Tradition der Brennerei Humbel.

Tipp der LifeVERDE-Redaktion: Steht in deinem Garten ein Baum mit Früchten? Wenn ja, dann kannst du in der Brennerei Humbel vorbeigehen und deinen eigenen Schnapps vor Ort brennen lassen.

 

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Kommentare
Kommentare
LifeVERDE-Redaktion
30.01.2018
Lieber Thomas, herzlichen Dank für deine konstruktive Kritik.

Natürlich wissen wir um die Problematik großer Unternehmen, die weltweit agieren und auf Gewinnoptimierung ausgerichtet sind und in der Konsequenz oftmals auch über die Legalität hinaus gehen oder sie zumindest ausreizen.

Die Bio-Gin-Anbieter, die wir in unserem Beitrag vorstellen, bieten ihre Produkte jedoch auch über amazon an und sind sicherlich wirtschaftlich u. a. von diesem Vertriebskanal abhängig.

Der Hinweis zum Erwerb der Produkte über amazon hatte unsererseits daher nichts mit einem Für oder Gegen amazon zu tun, sondern sollte lediglich dem Leser eine Möglichkeit aufzeigen, wo er diese Produkte erwerben kann.

Wir danken dir aber für deine Kritik und finden es gut, dass deine Gedanken den Beitrag komplettieren.

Grüße
Die LifeVERDE-Redaktion

Thomas Berendes
30.01.2018
Sehr geehrte Damen und Herren,
nachdem ich Ihren Bio Gin Test gelesen habe frage ich mich was "über amazon erhältlich" mit Ihren Grundsätzen von "grün"/Umwelthauptstadt/Nachhaltigkeit/Umweltschutz(?)/Fairness(?)
zu tun haben soll.
amazon zerstört lokale/regionale Handels und Wirtschaftsstrukturen, bezahlt seine Angestellten nicht fair/verhindert gewerkschaftliche Organisation und verursacht via Verschicken/Umtausch sicher enorme CO2-Emissionen. Die Denkweise "Ich kann alles jederzeit leicht und billig bestellen" - und diese Einstellung fördert amazon! - löst für mich keines der immer drängenderen Umwelt,Klima und Wirtschaftsprobleme! Wie wäre es, amazon einmal (umwelt)kritisch zu betrachten - oder besteht da bei Ihnen ein Interessenkonflikt? Mit freundlichem Gruß
Thomas Berendes

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