Bereits 2,1 Millionen EBikes auf deutschen Straßen unterwegs
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Bereits 2,1 Millionen E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs

THEMENWOCHE E-BIKES | Bisher nutzten vor allem Untrainierte die Vorzüge von E-Bikes, um Entfernungen und Steigungen leichter zu bewältigen. Das hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert: Die sportlich-modernen E-Mountainbikes-Modelle und Urban-E-Bikes tragen dazu bei, dass auch immer mehr Jüngere und sogar Sportler E-Bikes für sich entdecken.

<p><strong>THEMENWOCHE E-BIKES</strong> | Bisher nutzten vor allem Untrainierte die Vorzüge von E-Bikes, um Entfernungen und Steigungen leichter zu bewältigen. Das hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert: Die sportlich-modernen E-Mountainbikes-Modelle und Urban-E-Bikes tragen dazu bei, dass auch immer mehr Jüngere und sogar Sportler E-Bikes für sich entdecken.</p>
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13.03.2017 - ein Beitrag von Gessica Mirra, Bild © Sipa, www.pixabay.com

Die Geschichte des Elektrofahrrads: Start vor 120 Jahren

Seit es Fahrräder gibt, versuchten Tüftler Zusatzantriebe zu entwickeln, die das Fahrradfahren bequemer machen. So fuhren angeblich bereits ab etwa 1895 E-Fahrräder auf den Straßen Europas und Amerikas.
Die Entwicklung von E-Fahrrädern setzte aber vor allem in der Neuzeit, in den 1970er Jahren ein, als japanische Großkonzerne - wie Panasonic, Yamaha und Sanyo - begannen, neue Zusatzantriebe zu entwickeln. Als Taktgeber gilt Konuske Matsushita. Der Panasonic-Firmengründer stellte 1975 in Japan ein E-Bike vor, das optisch an den heute üblichen Zentralantrieb erinnert. Schon damals war die Batterie hinter dem Sattelrohr. Ab 1980 wurde dann auf der ganzen Welt, an diversen Universitäten und in verschiedenen Unternehmen, an alternativen Antrieben herumgetüftelt. Und bis heute hat man damit nicht aufgehört.

Was denn nun: Pedelec, S-Pedelec oder E-Bike?

Obwohl in Europa, nach den Niederlanden, auch in der Schweiz und in Deutschland, seit 2008 eine nennenswerte Zahl an Elektrofahrrädern verkauft wird, streitet man sich noch über eine allgemeingültige Bezeichnung für sie. Fachlich korrekt unterscheidet man in Europa E-Bikes, Pedelecs und S-Pedelecs wie folgt: Pedelecs - mit Trittunterstützung bis 25 km/h - und S-Pedelecs - mit bis zu 45 km/h - werden vom E-Bike abgegrenzt, weil man auch ohne Treten der Pedale, elektrische Motorunterstützung nutzen kann. Dafür muss lediglich am Griff gedreht oder ein Knopf gedrückt werden. Eine Steigerung der Gesamtleistung des E-Bikes lässt sich, wie beim Pedelec auch, durch das Treten der Pedale erreichen. Erreicht das E-Bike höhere Geschwindigkeiten als 45 km/h, dann ist die Bezeichnung E-Motorrad angebracht. Hierfür besteht in Deutschland Helmpflicht. Außerdem sind eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen vorgeschrieben.
Die meisten – auch Experten und Händler – benutzen aber ausschließlich den Begriff E-Bike, der übergeordnet alle Elektrofahrradtypen miteinschließt.

Die Nachfrage steigt jedes Jahr

Wurden 2015 noch 535.000 E-Bikes gekauft, waren es 2016 schon 605.000, was einem Wachstum von 13% entspricht. Laut Verband der Zweiradindustrie ZIV, waren zum Jahresanfang 2017 dann mehr als 2,1 Millionen E-Bikes in Deutschland unterwegs. Und es werden täglich mehr.

Seit jeher galt:

Gerade für Fahrer, die aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht auf ein Fahrrad zurückgreifen können, eignet sich ein E-Bike besonders. Und mit Hilfe eines E-Bikes lassen sich auch für untrainierte Fahrer Entfernungen und Steigungen leicht bewältigen. So war 2010 noch jeder zweite E-Bike-Fahrer zwischen 45 und 60 Jahre alt. Die über 60-Jährigen machten fast ein Drittel aller Käufer aus. Zwei Jahre später etwa entdeckten die 30- bis 45-Jährigen das Elektrofahrrad für sich, der Anteil stieg von 15 auf 45 Prozent. Damit sind sie inzwischen die größte Käuferschicht. Der Anteil der älteren Kunden ging dagegen zurück. Als mögliche Auslöser nennen die Marktforscher unter anderem steigende Kraftstoffpreise, die Verkehrsproblematik in den Städten, aber auch die zu teuren Preise für Fahrkarten öffentlicher Verkehrsmittel. Die sportlich-modernen Modelle, wie E-Mountainbikes und Urban-E-Bikes tragen dazu bei, dass auch noch Jüngere die E-Bikes für sich entdecken.

Kauf und Instandhaltung des E-Bikes: Was ist zu beachten?

Auch wer ein E-Bike nur gelegentlich nutzen will, sollte beim Kauf auf die Qualität achten. In Baumärkten und Discountern findet man die Fahrräder mit Elektromotor immer wieder zu Preisen im Bereich von 400 bis 500 Euro. Laut vielen Experten ist davon aber abzuraten. Man muss derzeit, den Experten zufolge, etwa 1800 Euro einkalkulieren. Auch der ADFC, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club schließt sich dieser Einschätzung an. Für besseren Fahrkomfort und ein höheres Sicherheitsgefühl sollte das E-Bike auf die eigenen Körpermaße abgestimmt sein. Zwar gibt es Tabellen, anhand derer sich die richtige Rahmengröße bestimmen lässt, eine Probefahrt und individuelle Beratung beim Fachhändler sind trotzdem nicht zu ersetzen. Die meisten handelsüblichen Elektrofahrräder besitzen ein zulässiges Gesamtgewicht von 120 Kilogramm, wobei das Eigengewicht des Rades, circa 25 bis 30 Kilo, berücksichtigt werden muss. Wer also kein Idealgewicht mitbringt oder des Öfteren größere Lasten transportiert, sollte unbedingt auf ein entsprechend hohes Systemgewicht (160 bis 180 Kilo beispielsweise) achten. Denn im Falle eines Unfalls, bei dem das zulässige Gesamtgewicht erheblich überschritten wurde, lösen sich etwaige Versicherungs- und Garantieansprüche schnell in Luft auf. Besonderes Augenmerk verdient die Bremsanlage eines Elektrofahrrads. Aufgrund der höheren Geschwindigkeiten muss sie einer hohen Belastung standhalten. Modelle mit hydraulischen Scheiben- oder Felgenbremsen sind zu empfehlen. Im Pedelec-Test von Öko Test kamen diese besonders sicher zum Stehen, hielten hohen Belastungen stand und überzeugten auch bei Nässe. Wichtig ist zudem, dass der Sattel des neuen E-Bikes bequem und in der richtigen Höhe eingestellt ist - nicht nur aus Komfort-Gründen. Denn die zu erreichten Geschwindigkeiten erfordern eine besonders sichere Sitzposition. Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt ist die richtige Beleuchtungsanlage. Bis 2013 musste sie über einen Dynamo gespeist werden, inzwischen sind auch Lichtanlagen erlaubt, die an den Akku gekoppelt sind. Ein Helm ist - wenn auch nicht bei allen Elektrofahrrädern - Pflicht und aufgrund der hohen Geschwindigkeiten äußerst empfehlenswert.





Kommentare
Kommentare
Döpfert
14.03.2017
Es gibt keine Helmpflicht die empfohlen wird; gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr das sollte Pflicht sein.

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