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Autark Leben – 10 Schritte zu mehr Unabhängigkeit

Wer träumt nicht von mehr Freiheit und Unabhängigkeit? Einfach tun und lassen was man möchte! Ein autarker Lebensstil kann diesen Traum zum Teil Wirklichkeit werden lassen...

Autark leben
Designelement

Wer träumt nicht von mehr Freiheit und Unabhängigkeit? Einfach tun und lassen was man möchte! Ein autarker Lebensstil kann diesen Traum zum Teil Wirklichkeit werden lassen...

17.09.2020 - Ein Beitrag von Michelle Tempels

Der Wunsch nach der kompletten Unabhängigkeit - Autark leben bedeutet unabhängig sein. Unabhängig von Idealen und Konventionen, von Wirtschaft und Konzernen. Das eigene Leben leben und gestalten - frei von Globalisierung, Profit und Leistung. Stattdessen lebt man in völliger eigens erschaffener Freiheit und Subsistenzwirtschaft. Keine Systemzwänge, keine Steuererklärungen mehr, keine Beitragszahlungen. Vielen ist ein Komplettausstieg eine Nummer zu heikel. Man kann sein Leben aber auch nur teilweise autark gestalten. Das wollen wir dir in diesem Beitrag in zehn Schritten zeigen. Aber was bedeutet „autark“ eigentlich genau, und was sind die Vorteile?

Definition „autark“ leben - Vom Rote Beete Pflänzchen bis zu Photovoltaikanlage

Was bedeutet es eigentlich autark zu leben? Es bedeutet, sich möglichst selbst mit den lebensnotwendigen Dingen auszustatten - Eben sich selbst (so gut wie möglich) zu versorgen. Die Lebensmittel im eigenen Garten anpflanzen, anstatt Möhren und Co im Supermarkt zu ergattern. Möbel selbst bauen, Kleidung selber nähen, sich selbst mit Strom versorgen. All dies gehört zu einem autarken Lebensstil. Das bedeutet aber nicht: Ich alleine gegen den Rest der Welt! Es haben sich bereits viele Gemeinschaften gebildet und auch Öko-Dörfer sind beliebt. Gemeinschaft verbindet. Erst durch den Wissensaustausch und das jeweilige Know-How, kann das Leben als Selbstversorger ohne Probleme funktionieren.

                      ...  ,,Wir arbeiten, um zu überleben"

Eine 40h-Woche ist in Deutschland normal. In diesen 40h pro Woche verdienen wir Geld, welches wir zum Überleben benötigen. Damit finanzieren wir die teure Wohnung oder gar das Haus. Davon ernähren wir uns und davon erfüllen wir uns Wünsche und Träume. Da der Job aber oftmals eine Qual ist und die Arbeitslosigkeit verpönt wird, kämpfen wir uns ein Leben lang durch den teilweise trägen Arbeitsalltag. Es könnte jedoch auch anders aussehen.

Welche Vorteile bringt mir ein autarkes Leben?

Stichwort Freiheit: Den Terminkalender kannst du getrost weglassen. Denn ab jetzt bist allein du zuständig dafür, wann, wie, wo und was du erledigen möchtest. Du willst auf deinem Grundstück einen Hühnerstall errichten, um jeden Morgen mit frischen Eiern aus garantiert biologischer Haltung versorgt zu sein? – Mach dich an die Arbeit! Ganz in deinem Tempo, so wie du es willst. Nur du.

Neben dem Stück Freiheit, welches du dazugewinnst, gibt es aber noch eine Reihe weitere Vorteile, die sich durch autarkes Leben ergeben:

  • Größere Unabhängigkeit

    • Wie schon beschrieben ist es wohl das, was die meisten dazu antreibt, das selbstständige Leben in Angriff zu nehmen. Nur du bist für dich und dein Leben verantwortlich. Kein Steuerberater und kein Versicherungsmakler.
  • Übernahme von Eigenverantwortung

    • Du hast Lust auf ein Hochbeet voll mit Beerenpflanzen, die du im Frühjahr ernten kannst um deine eigene Erdbeermarmelade zu kreieren? Dann tu das! Keiner hält dich auf. Tu das, wozu du Lust hast.
  • Gesündere Ernährungsweise

    • Du erschaffst dir deinen eigenen Supermarkt. Versteckter Industriezucker, Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe findet man nur in der Lebensmittelindustrie. Deine Brötchen kommen nicht vom Band, sondern frisch aus dem Ofen. Du entwickelst ein richtiges Bewusstsein für gutes Essen. Essen, was dir nicht nur schmeckt, sondern auch dir und deinem Körper guttut.
  • Mehr Bewegung

    • Ein Gemüsebeet, die Tierhaltung von Hühnern, Schafen und Co. wollen gepflegt und versorgt werden! In dem Fall bist du gefragt. Das bedeutet auf der einen Seite das Eingehen einer Verpflichtung für Versorgung von Pflanzen und Tieren, auf der anderen Seite mehr Bewegung und frische Luft für Dich.
  • Nachhaltigkeitsbewusstsein

    • Du bekommst ein Bewusstsein für Dinge, die wirklich Sinn machen. Du trittst aus der Konsumgesellschaft und erspürst ein Bewusstsein für den nachhaltigen Konsum und Anbau von Rohstoffen und Lebensmitteln
  • Naturbewusstsein

    • Außer dir ist nicht viel in der Nähe. Wer aber immer bei dir sein wird, ist die Natur. Bist du gut zu ihr, ist sie auch gut zu dir. Du wirst dich mehr und mehr mit ihr verbunden fühlen und mithilfe der Natur auch zur Rückbesinnung zu dir selbst finden. 
  • Weniger Müll und kaum Verpackungen

    • Zero-Waste ist nicht nur ein Trend, sondern eine ganze Lebenseinstellung. Die kannst du nirgends besser ausleben als in der Autarkie. Lies auch hier unsere Artikel zum Thema Zero-Waste und Tipps zur Müllreduzierung.
  • Verbesserung der Gesundheit

    • Du kennst dieses Gefühl, wenn du frisch von einem Spaziergang im Wald kommst. Dieses Gefühl wird dich im autarken Leben täglich begleiten. Das Abseitssein wird dich zur Besinnung zurückführen. Abseits der digitalisierten Welt, die in dynamischer Geschwindigkeit immer mehr zu einer medienüberfluteten Welt wird. Dieser digitale Stress ist alles andere als gesund für deine Psyche und dein Wohlbefinden.

 

Erst aussteigen, dann einsteigen

Aller Anfang ist schwer. Sich bewusst zu machen, wie die Welt funktioniert, in welchen Rollen wir agieren und welche Werte und Normen uns als Mensch prägen und das tägliche Handeln beeinflussen, ist nicht immer einfach. Wer sich nicht mehr weiter vom Staat und der Leistungsgesellschaft beeinflussen lassen will, wer selber sein Leben diktieren möchte und ganz klar, das Ziel eines autarken Lebens fokussiert, der sollte aus Konventionen aussteigen und den Einstieg in die Selbstversorgung wagen. Wem der „Komplettausstieg“ aber zu viel ist, und einfach ein bisschen mehr Unabhängigkeit anstrebt, der ist mit unseren zehn Schritten zur Autarkie sehr gut aufgehoben.

 

10 Schritte, wie du im Alltag ganz einfach autark leben kannst

Wie schon gesagt, komplett autark zu leben ist mit Sicherheit nicht für Alle eine Option. Aber darum geht es auch gar nicht. Denn schon kleine Dinge verändern das Leben und machen es unabhängiger. Wir haben dir einige Ideen aufgelistet, die sich ganz einfach in deinen Alltag integrieren lassen. So kannst auch Du ein wenig Autarkie in Dein Leben bringen.

 

1. Lebensmittel selbst anbauen (z.B. Garten, Urban Gardening, Schreber Garten...)

  • Wenn wir vom Lebensmittel-Anbau sprechen, meinen wir nicht, dass du gleich in der totalen Subsistenzwirtschaft leben sollst. Statt der totalen Selbstversorgung zur Sicherstellung deines Lebensunterhaltes genügt es völlig, wenn du dir dein eigenes Lieblingsgemüse, wie Eisbergsalat, Gurken, Tomaten oder Zucchini anbaust.Der Garten muss auch nicht besonders groß sein, um üppige Mengen an Gemüse zu ernten. Viele Pflanzen tragen den ganzen Sommer über Früchte und sorgen bei ausreichender Pflege für langanhaltende Fruchtbarkeit. Da sich allerdings ein jeder Sommer irgendwann dem Ende neigt, sollte man sich über die Lebensmittelversorgung im Winter Gedanken machen. Ein Gewächshaus wäre beispielsweise eine Option, welches man aus einfachen Materialien wie alten Glasscheiben selber bauen kann.

  • Du wirst sehen, so stupide es sich anhört: deine eigenen Tomaten im Salat zu verarbeiten, macht einfach glücklich. Wochenlang hast du sie gehegt und gepflegt, und jetzt sind sie endlich essbereit. Und dafür muss man noch nicht mal einen grünen Daumen haben. Die Natur macht die ganze Arbeit von allein.

 

2. Nutztiere halten und Wasserversorgung

  • Neben dem Gartenbau sind auch Nutztiere, wie beispielsweise Hühner, eine schöne Alternative. Die Hühner im eigenen Garten versprühen nicht nur Lebensfreude und eine gewisse ländliche Idylle, sondern produzieren gleichzeitig Eier, die vielfältig in den Ernährungsplan eingebaut werden können. Und wem schmecken Eier von glücklichen Hühnern nicht besser, als die aus der Massentierhaltung? Auch Schafe oder Ziegen können eine Option sein und für frische Milch sorgen. Doch von Luft, Liebe und frischen Eiern kann der Mensch alleine nicht leben.

  • Wasserversorgung: Um an das Grundwasser zu gelangen, sollte man sich einen Brunnen graben lassen, der tief genug in den Boden ragt. So kann man sich, die Tiere und Pfanzen mit ausreichend frischem Wasser versorgen. Eine Wasseraufbereitungsanlage wird zur Gewinnung von Trinkwasser empfohlen! Für das Grundstück und einen Schlafplatz sowie Essen und Trinken ist gesorgt, jetzt fehlt noch der Strom. Wer sich also auch von Stromanbieten frei machen will, sollte über eine Solaranlage und die Integration von Windkraft nachdenken.

 

3. Brot selber backen

  • Wer liebt es nicht, der Geruch von frisch gebackenem Brot, wenn man beim Bäcker um die Ecke vorbeiläuft. Das kannst auch du! Um nur einige von den Vorteilen zu nennen
    • Günstig
    • Nachhaltig
    • Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt (Nüsse, Leinsamen, Gewürz, …)

 

4. Lebensmittel haltbar machen

  • Es gibt so viele Möglichkeiten, Lebensmittel haltbar zu machen. Ob süß oder herzhaft, Marmelade oder Gewürzgurken. Neben dem Fakt, dass zum Beispiel eingemachte Marmelade einfach viel besser schmeckt als gekaufte Marmelade, ist das Fermentationsverfahren auch noch ein richtiges Verwöhn-Programm für deinen Darmtrakt. Es versorgt ihn mit wertvollen Darmkulturen, die er zum Aufnehmen und Verarbeiten der Nährstoffe braucht. Also, auf geht’s!

 

5. Das Auto gegen ein Fahrrad eintauschen

  • Es ist kein Geheimnis, dass das Fahrrad durch seine komplette Klimaneutralität die beste Wahl in der Kategorie der Fortbewegungsmittel ist. Ein netter Nebeneffekt ist natürlich die positive Auswirkung auf deine Gesundheit. Das Fahrrad beansprucht deine Gelenke nur minimal, hält dich aber trotzdem fit und auf Trab.

 

6. Die Sonnenenergie nutzen

  • Wie kann man umweltschonender Energie gewinnen als vom größten Energieproduzenten unserer Gegenwart, der Sonne selbst? Dazu musst du nicht gleich mit einer kompletten Photovoltaikanlage ausgestattet sein. Es genügt auch schon an kleinen Helferlein, um Licht ins dunkle zu bringen.
    Hierzu bieten sich beispielsweise die Solarlämpchen von  SONNENGLAS® an. Das Prinzip der Solarlampe ist ganz einfach: Das SONNENGLAS® speichert während des Tages über ein Solar-Sonnenmodul im Deckel Energie, die es im Dunkeln in Form von Licht wieder abgibt. Diese Methode der Lichterzeugung ist nachhaltig, stellt einen einfachen Weg dar, umweltbewusst zu leben und macht einfach Spaß. Sobald du den magnetischen Kippschalter umlegst, bringst du dein SONNENGLAS® zum Leuchten.  Der Clou: Der Innenraum der Lampe in Form eines Einmachglases bietet viel Platz für Kreativität. Getrocknete Blumen darin machen sich zum Beispiel super.
    Das SONNENGLAS® ist ein echtes Fair-Trade Produkt aus Südafrika. Die SONNENGLAS® Produktion in Johannesburg hat bisher über 65 Arbeitsplätze für zuvor Arbeitslose geschaffen. Die Produktion verläuft fast ausschließlich in kompletter Handarbeit, getreu dem Motto „Qualität über Quantität“.
    Wenn das Lämpchen am Ende des Produktlebenszyklus angekommen ist, bietet das Unternehmen neben einem Akku-Austauschprogramm noch ein weiteres Angebot an: du kannst dein altes Modul zurückschicken und ein Upgrade-Modul inklusive einem 5€ Gutschein erhalten. So wird dein SONNENGLAS® zum „Licht fürs Leben“.

 

 

 

7. Müll und Plastik reduzieren

  • Auch da gilt: bereits kleine Änderungen im Alltag können viel bewirken. Wenn du beispielsweise auf loses Gemüse und Obst im Supermarkt zurückgreifst, anstatt auf die bereits verpackte Ware ist es ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Warum nicht mal den Unverpackt-Laden besuchen?
  • Auch in der Kosmetik wird Zero-Waste zu einem immer größeren Thema. In Drogeriemärkten findet man bereits feste Shampoos, Spülung, Deocremes & Co im Standartsortiment. Unternehmen wie purecosmetics* oder hellosimple haben sich auf Zero-Waste spezialisiert. Auch Reinigungsmittel gibt es jetzt ohne Müll, beispielsweise bei SAUBERKASTEN.

 

 

 

8. Kompostieren

  • Wenn man schon den Müll trennt, dann kann man daraus doch auch einen eigenen Mehrwert für sich schaffen, oder? Fang doch mal an, deine Lebensmittelreste und biologischen Abfälle in einen Komposter zu werfen. Der ökologische Haushalt wird den Rest von ganz alleine antreiben. Die Wurmkiste eignet sich zum Beispiel zur eigenen Kompostierung. Das Ergebnis: Frische Erde vollgepackt mit wertvollen Nährstoffen für dein eigenes Beet! Lies auch: Wurmkiste für Bioabfälle.

9. Kaputte Gegenstände reparieren (z.B. Repair Café)

  • Warum immer neu kaufen, wenn die Dinge mit einfachen Handgriffen wieder repariert werden können? Deine Lieblings Sommersandalen haben seit kurzem einen durchgerissenen Riemen? Diese kannst du für kleines Geld beim Schuster reparieren lassen und nochmal mindestens einen Sommer durchtragen.

10. Weniger konsumieren

  • In der heutigen Konsumgesellschaft will man jeden Trend miterleben. Immer das neueste Smartphone, die ständig wechselnden Modetrends und das Mobiliar in deinen eigenen vier Wänden. Alles wird ständig ausgetauscht und erneuert. Aber was, wenn jeder von uns das so macht? Wohin mit den „alten“ Gegenständen?
    Beobachte für eine Woche an dir selbst, wie viel du wegschmeißt und was du davon noch eigentlich hättest gebrauchen können. Du wirst sehen: kleine Handgriffe, wie das einfache auswechseln deiner Innendekoration vom Wohnzimmer in den Flur bringt schon neue Frische „in die Bude“.
    • Second Hand einkaufen, anstatt Neuware

      • Wenn du schon Mal in einen Second-Hand Shop warst, weißt du ziemlich genau welche Schätze sich dort verbergen. Jedem einzelnen Kleidungsstück kannst du so ein neues Leben schenken.

 

                                                                                                ­­­­­­­­­­­_____________________________________

 

Autarkie ist das Schlüsselwort

Du merkst: Um autark „soft“ zu leben wird nicht so viel Aufwand und Geld benötigt, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Garten muss nicht besonders groß sein und für einen grünen Daumen für deinen Gemüseanbau brauchst du schon längst nicht. Nichts ist einfacher, als einfach das zu nutzen, was schon da ist. Das Gute ist, dass es bereits viele fertige Systeme und Produkte gibt, die sich auf autarkes Leben ausgerichtet haben. Du musst also nicht alles ganz alleine auf die Beine stellen. So schaffst du es ganz einfach, mit kleinen Änderungen ein wenig Autarkie in deinen Alltag zu bringen. Du wirst merken, der Schritt in mehr Freiheit und Unabhängigkeit ist gar nicht so groß, wie du vielleicht dachtest. Der schwierigste Schritt besteht darin, sich zu trauen!

 

Lust auf´s Selbstmachen bekommen? Lies auch: Putzmittel ganz einfach selber machen

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Bilder: purecosmetics, SONNENGLAS, pixabay, unsplash

 

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Kommentare
Oskar
19.05.2019
Wer sich tatsächlich Wissen aneignen möchte, wie er sich beispielsweise im Krisenfall autark über Wasser halten kann, dem ist die Survivalbibel zu empfehlen. Grundlegende Überlebenstipps mit usefull-Garantie!

Lukas Pawek
27.08.2018
Auf www.autarkie.at kann ein Buch zum Thema (Energie-)autarkie bestellt werden, wäre schön, wenn es im Artikel auch verlinkt wäre, da wir im Eigenverlag publizieren und daher sehr auf unabhängige Berichterstattung angewiesen sind :-)

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